samedi 21 avril 2018

Mission ist wie Jazz


Interkulturelle Missionsarbeit ist herausfordernd und bereichernd. Wer sich darauf einlässt, muss Komfortzonen verlassen, Nachfolge radikal leben, aber auch kulturanthropologisch und theologisch gründlich reflektieren. Und dafür wird er reichlich belohnt. Er wird Gott als Schöpfer, Erlöser und Vater tiefgründiger kennenlernen und  die Weite des Reiches Gottes und den Reichtum fremder Kulturen erfassen. Wenn wir missionarisch unterwegs sind, erkennen wir am ehesten wer Gott ist – ein liebender, das Leben erhellender Gott, der dynamisch und kreativ als „Künstler auf Welttournee“ im Weltgeschehen unterwegs ist. Gott verfolgt dabei ein großes Ziel. Die gesamte Schöpfung und jeder einzelne Mensch sollen von seiner Liebe bewegt werden und zurückfinden in die Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott.
Es ist unumstritten, dass das Konzept der Mission ein zutiefst biblisches und göttliches Anliegen ist. Dennoch wird es kritisiert, außerhalb und innerhalb des christlichen Spektrums. Aus empirischer Sicht hat die nachweisliche Verbindung der christlichen Mission mit der Geschichte des imperialistischen Kolonialismus und der europäischen Eroberungsgeschichte die Missionsbewegung in erhebliche Erklärungsnot gebracht. Mission wird als kulturzerstörende und eurozentristische Bewegung angesehen. In Theologenkreisen und an Universitäten wird Missionswissenschaft relativierend durch Begriffe wie interkulturelle Theologie, interreligiöser Dialog, Ökumenik u.a. ersetzt.
Au
ch der Begriff des Jazz war zunächst umstritten. Von den afroamerikanischen Musikern wurde er kritisch gesehen, da die amerikanische weiße Mastergesellschaft die Jazzmusik als „rhythmischen, anzüglichen Lärm“ betrachtete, hervorgegangen aus den niedrigen sozialen und ethnischen, meist afrikanischen Schichten, der im Gegensatz stand zu der harmonischen, zivilisierten Musik der westlichen Kulturräume. Jazz ist aus der afroamerikanischen Tanztradition (ragtime) entstanden, geprägt von dialogischer Atmosphäre (call and response), vom rhythmischen Händeklatschen, vom Stampfen der Füße und von im Westen unbekannten Blues-Tonleitern. Der Begriff selber stammt aus der Welt des Sports. Ein Baseballspieler namens Ben Henderson hatte 1912 seine ungewöhnliche und die gegnerischen Teams in Erstaunen und Ratlosigkeit versetzende Wurftechnik als Jazz bezeichnet. Erst 1914 benutzen Ragtime- und Swingbands den Begriff Jazz, um ihre Musikrichtung zu klassifizieren. Jazz ist jedoch keine Musiktheorie. Jazz ist ex-statisch. Jazz steht für energiegeladene mit Pep vorgetragene Musik. Der starre Blick auf das Notenblatt wird ersetzt durch eine improvisierte, tanzende musikalische Bewegung, bei der sich die Akteure auf der Bühne gegenseitig inspirieren. Erstarrte Formen werden ausgehebelt und kreativ neu bewegt.

Was Jazz und Mission gemeinsam haben.
Mission und Jazz haben drei Dinge gemeinsam: ein zentrales Thema, kreativ agierende Interpreten und ein Ziel.
In der Jazzmusik werden sog. Jazzstandards interpretiert. Dabei handelt es sich um ein zentrales vom Komponisten vorgegebenes Thema eines Stückes, um das die Improvisationen und Kreationen der Musiker kreisen. Jazz ist Bewegung, die immer schneller und dynamischer werdend das Leben in Schwung bringt. Und – genau das ist auch Mission.
Mission ist wie Jazz keine Theorie. In der Mission basiert die theologische Reflexion auf dem konkreten Handeln Gottes und auf dem, was er durch seine Missionare tut. So beinhalten z.B. die paulinischen Briefe im Neuen Testament missiologische Statements (z.B. Verteidigung des Apostolats in 1. Kor. 9; 2. Kor. 2-4. 10), die die missionarische Praxis des Apostels reflektieren. In der Mission setzt Gott die Standards. Er gibt das Thema vor. Mission lebt davon, dass Gott uns bewegt und uns in die von ihm geliebte und gleichzeitig chaotische Welt hinauskatapultiert, um das Leben unser Mitmenschen heilvoll in Schwung zu bringen. Dabei werden wir als Nachfolger und Gemeinde Jesu aufgefordert, uns in den Rundtanz Gottes in dieser Welt einzureihen.

Mission ist eine von kreativer, dynamischer Bewegung geprägte Mentalität.
Mission ist aus der  rhythmischen, kreativen Bewegung Gottes entstanden. Gott ist „sich selber nicht genug“. Er geht „sendungsbewusst“ aus sich heraus. Gott ist Licht und Liebe – Eigenarten, die ihre Wirkung in der Zuwendung zum Gegenüber entfalten. Gott schleudert sein mächtiges Wort in die dunkle, chaotische Weite. Gott sendet sein Wort als Auftrag an die Elemente, sich zu formieren. Gott ruft die Welt ins Leben, ruft Menschen in seine Gemeinschaft und beauftragt sie. Wie Jazz ist Mission Bewegung, ein globaler Rundtanz, in den wir uns als Nachfolger Jesu einklinken. Das Konzept des Rundtanzes (perichoresis) wurde von antiken Theologen wie Gregor von Nazianz, Cyrill und Johannes Damascensus entwickelt. Es war zunächst darauf ausgerichtet, das gemeinschaftliche, dynamische Verhältnis von Vater, Sohn und Geist innerhalb der Trinität aufzuzeigen, wobei sowohl die Einheit als auch die jeweilige Eigenart der drei göttlichen Personen betont wurde. Jürgen Moltmann u.a. haben dieses Konzept im 20. Jh. aufgegriffen und das Konzept einer „weltoffenen Trinität“ weiter entwickelt. Theologisch wird Mission in dieser weltoffenen Bewegung Gottes verortet. Mission ist eine von Dynamik geprägte Mentalität, eine Herzenshaltung, die das missionarische Wesen Gottes reflektiert. Diese im Herzen Gottes verwurzelte Mentalität ist Voraussetzung für das konkrete, variantenreiche, intuitiv auf die jeweilige Situation eingehende missionarische Handeln in der Welt.

Gott ist der Komponist. Er setzt den Standard.
Die Jazzmusik lebt davon, dass ein Thema die gesamte Darbietung bestimmt. Dieses Thema wird von den Mitgliedern des Ensembles aufgegriffen und kreativ-intuitiv interpretiert. Jazz lebt auch von der Improvisationsfähigkeit, die in der Lage ist, sich, vom zentralen Thema geleitet, an neue Herausforderungen heranzutasten. In der Mission Gottes in dieser Welt ist das ähnlich. Gott gibt das Thema vor. Gottes Standard ist seine Liebe, die sich auf Menschen zubewegt. Es ist seine Sehnsucht nach heilvoller Gemeinschaft, die sein Denken und Handeln bestimmt.

Gott ist missionarisch aktiv. Er geht eigene Wege.
Gott gibt aber nicht nur das Thema vor. Er ist nicht nur Komponist oder Dirigent. Nein, er spielt selber mit. Er reiht sich ein in das Ensemble und steht in unmittelbarem Blickkontakt mit uns, den Gesandten. Er zwinkert uns zu und signalisiert damit, wann wir losgehen und unserem Instrument die besten Töne entlocken sollen. Manchmal ist Gott jedoch auch als Solokünstler unterwegs, alleine sich vortastend in Bereiche, wo die anderen bisher einen Bogen herumgemacht haben, und wo es schwierig war, einen kreativen Zugang zu finden. Dabei wählt Gott als der erste Missionar oft Wege und Bühnen, die für uns als Jünger Jesu oder christliche Organisationen unzugänglich sind. Er geht missionarische Wege, von deren Existenz wir keine Ahnung haben. Es sind die Wege, die durch die katastrophalen Wirren der Natur- und Menschheitsgeschichte führen, in die Höhen und Tiefen der Politik, durch Revolutionen und die Schicksale von Völkern, deren Einordnung unseren Horizont übersteigt. Hier geht er auf krummen Wegen gerade aus und bereitet Zugänge vor, die wir als seine Nachfolger missionarisch nutzen. Gott verfolgt neben, unter und über uns auch seine ganz eigene Mission. Und dort wo er uns mitnimmt, uns nachvollziehbar vorausgeht, da gibt es genug zu tun.

Die Schöpfung ist die erste missionarische Handlung des dreieinigen Gottes.
Im Schöpfungsgeschehen (Gen 1-2) bricht die dynamisch kreative Kraft Gottes auf, um das Nichts zu beleben, die Dunkelheit zu erleuchten und Räume der Gemeinschaft zu schaffen. Gottes Mission ist auch, aber nicht in erster Linie, eine Reaktion (Antwort) auf die Sünde des Menschen. Sie ist vor allem Ausdruck seiner selbstbewussten kreativen, dynamischen Liebe, in Wort und Aktion.

Die Mission Gottes setzt sich im Geschichtshandeln fort.
Menschen werden von Anfang an in das kreativ-kulturelle Handeln Gottes einbezogen (Gen 1,22.26ff). Selbst im dunkelgewordenen Paradies macht sich Gott selber auf die Suche nach Menschen (Gen 3,8.9). Gott handelt in der Geschichte souverän mit und an Menschen. Er rettet Noahs Familie und startet als treuer Erhalter allen Lebens neu durch (Gen 8-9). Gott beruft Abraham (Gen 12), den Vater vieler Völker und sendet ihn in ein unbekanntes Land. Die partikulare Berufung des Abraham mündet in den universalen Segen Gottes, von dem alle Nationen profitieren werden. Er beruft und sendet Mose, als Avantgarde geistlicher, politischer, wirtschaftlicher und nationaler Befreiung (Ex 3). Gottes Mission bezieht die Berufung von gesalbten Königen ein, die im politischen Umfeld Recht und Gerechtigkeit umsetzen sollen. Selbst Herrscher, die nicht zum erwählten Volk gehören, gebraucht Gott, um seine Mission fortzuführen (z.B. Kyros in Esra 1,1ff). Gott beruft und sendet Propheten, die sozialkritisch das fromme, wirtschaftliche und politische Umfeld beleuchten (z.B. Amos und Hosea).
Das alles gehört zur Mission Gottes in dieser Welt. Mal sind es die leisen Töne einer Klarinette, die das Thema vorgeben und das sensible Suchen nach dem Sündenfall sowie den Neuanfang nach der Sintflut kennzeichnen. Mal ist es die jazzrockige Welle von Nebel und Feuer, die die spürbare, belebende Gegenwart Gottes im Exodus und in der entbehrungsreichen Wanderung durch die Wüste bezeugen. Ein anderes Mal ist es der wilde improvisierte kritische Schrei der Trompete, der die Machthaber und die fromme Elite zur Raison ruft.
Alle Varianten des göttlich missionarischen Handelns werden von dem einen immer wiederkehrenden Grundthema bestimmt – von seiner ganzheitlichen Liebe zu Menschen und von seiner Sehnsucht nach Gemeinschaft. 

In der missionarischen Sendung Jesu Christi läuft Gott zur Hochform auf.
Die Blicke des Bassisten, des Schlagzeugers, des Trompeters sind den Rhythmus haltend auf den Pianisten gerichtet. Jetzt kommt sein großer Auftritt. Es ist die Zeit für eine neue, belebende Interpretation. Die bisherigen Akteure, die Propheten und Könige treten einen Schritt zurück. Die Scheinwerfer werden neu ausgerichtet. Der Sohn des Höchsten selber tritt ins Rampenlicht und bearbeitet den missionarischen Jazzstandard neu, nicht halbherzig, und nicht nur aus der Not geboren, sondern aus Überzeugung und gekonnt mit aller ihm zur Verfügung stehenden Leidenschaft. Gottes Mission mündet in die Sendung seines Sohnes Jesus Christus in diese Welt (Joh 1,14; 3,16). Hier zeigt sich Gottes ganze Liebe zur ganzen Welt – wortstark, tatenreich, diakonisch konkret, alltäglich und wundervoll, spirituell und sozialkritisch, in der Mitte und am Rand, im Umgang mit Meinungsmachern und Führern, in der Zuwendung zu Blinden, Armen und Ausgestoßenen, in Anerkennung und Abwendung, im Triumpf und im Leiden, im Sieg des Lebens über den Tod.
Jesus erklärt selbst- und sendungsbewusst, dass der Weg zurück zum Vater nur in der Gemeinschaft mit ihm zu finden ist (Joh 14,6). Das klingt definitiv exklusiv und anspruchsvoll. In Jesus wird das große Thema der göttlichen Mission Person, alternativlos, nicht verhandelbar, skandalös für die meisten, heilvoll für die anderen. In Jesus Christus gibt es Hoffnung im Leben, Heil und Heilung, Vergebung der Schuld und ewiges Leben.
Die Mission Jesu ist gleichzeitig multiplikatorisch. Sie bezieht Menschen mit ein. Unsere Mission nimmt teil an der großen Mission des Vaters, des Sohnes und des Geistes (Joh 20,21-22). Jesus beruft Jünger, die er anleitet, die er lehrt und denen er das Reich Gottes vorlebt. Die vorösterlichen Sendungsworte Jesu an seine Jünger machen deutlich: Die Predigt vom Reich Gottes, das Heilen von Kranken und das Austreiben von Dämonen sind gleichwertige Aspekte der Mission Jesu und seiner Jünger (Mt 10, 7-8par).
Die Jünger sind es, die später apóstoloi (griech.) (dt. Sendboten, lat. apostoli (Vulgata), seit 17. Jh. missionarius) genannt werden. Missionare bzw. Apostel sind von Gott und seiner Gemeinde zur Erfüllung einer konkreten Aufgabe beauftragte und bevollmächtige Boten.
Im Jazz macht das facettenreiche, mitreißende, das Grundthema neu in Erinnerung rufende Spiel des begnadeten Pianisten den Weg frei für den Auftritt der anderen Bandmitglieder. Jeder einzelne von ihnen hat neu begriffen, um was es geht. Jeder wird als begnadeter Musiker und neu belebt seinen Platz suchen und einnehmen. In diesem Sinne sendet Jesus seine Jünger in die Welt (Mt 28,19-20; Mk 16, 15; Apg 1,8).

Nachfolger Jesu sind Bandmitglieder in Gottes Mission.
Gottes schöpferische Handeln in der Geschichte und die Mission des Sohnes Gottes zum Heil aller Menschen sind die großen Themen der jazzigen, bewegten Mission Gottes in der Welt. Gleichzeitig zeigen sie die vielfältigen Facetten und musikalischen Wege auf, die möglich sind. Wenn Jesus uns in seine Nachfolge beruft, uns mit seinem Geist beschenkt, uns mit Talenten und Gaben ausstattet, dann tut er es, damit wir kreativ, als Solokünstler und Mitglieder eines musikalischen Kollektivs alles aus uns herausholen. Jeder von uns ist als Nachfolger Jesu auch ein gesandter Zeuge der Gnade und Liebe Gottes – ob nun zu Hause oder in weit entfernt liegenden geographischen Räumen. Jeder wird mit all der ihm zur Verfügung stehenden Leidenschaft und Kreativität die Liebe Gottes zur Welt, die im Leben und Tod Jesu ihren dramatischen Höhepunkt feierte, hinausposaunen, hinaustrommeln, hinausschreien. Jeder wird sich hinauskatapultieren lassen an den Ort, wo er mit seinem Talent Staub aufwirbelt, den Rundtanz Gottes fortsetzt und seinen Beitrag leistet. Gottes Liebe und Kreativität münden in eine tanzende missionarische Bewegung, die bis heute andauert und an der wir als Nachfolger Jesu teilhaben. Pioniermissionare trommeln an einsamen Orten und müssen erst geeignete Mitspieler finden. Missionare versuchen in ihnen fremden Räumen das zentrale Thema mit neuen Rhythmen, neuen Denkweisen und Weltbildern, mit neuen Musikern, mit fremden Partnern in der interkulturellen Kooperation und mit ihnen bisher unbekannten Instrumenten, mit neuen Methoden und Vorgehensweisen verständlich zur Geltung zu bringen. Dieser Prozess ist kein Selbstläufer, sondern er erfordert hartes Training, Empathie und den Mut, nach Fehltritten neu zu starten. Missionare benötigen deshalb eine enge Beziehung zu Jesus Christus als Auftraggeber und Vorbild, einen festen Charakter, eine realistische Selbstwahrnehmung und eine professionelle Vorbereitung auf ihre Arbeit, weil die Anforderungen im interkulturellen Dienst höher sind als in einem Umfeld, wo die meisten Menschen der gleichen Kultur angehören und wo man sich zu Hause fühlt.
Jazz lebt von der multikulturellen Vielfalt, vom crossover der Traditionen. Instrumente aus unterschiedlichen Kulturräumen, wie Blechinstrumente aus Europa und mit Leder überzogene Bongos aus Afrika, finden Verwendung. Unterschiedliche Musiktraditionen bringen vielfältige Variationen hervor. So ist es auch in der interkulturellen Missionsarbeit. Auch hier prägen unterschiedliche konfessionelle Hintergründe und Prägungen oder theologische Konzepte die gemeinsame Arbeit. Wir lernen voneinander. Unsere Teams sind bunt. Ihre Mitglieder denken und handeln unterschiedlich, die einen personenorientiert und zyklisch, die anderen projektorientiert und linear. Es ist eine Kunst, den gemeinsamen Rhythmus zu finden und beizubehalten. Die Herausforderungen in den verschiedenen Arbeitsgebieten und Kulturen sind vielfältig, und heute anders als noch gestern. Missionare sind freie Menschen (1 Kor 9,1). Sie benötigen Freiräume für kreative Zugänge, was die praktischen Methoden angeht (1 Kor 9,19-23). Diese dürfen nicht vorgeben werden, sondern sie müssen sich im Kontext der konkreten Arbeit vor Ort entwickeln. Gestern noch waren es die attraktiven von der Gemeinde organisierten Open-Air-Veranstaltungen (Vorträge, Filme, Konzerte), die Menschen angesprochen haben, und heute sind es gesellschaftsrelevante Zugänge und die Mitarbeit in säkularen Strukturen (Schulen, Unternehmen, Vereine). Die Bühne, wo die improvisierten Variationen des Missionsauftrages Form annehmen, sind die lokalen, konkreten Kontexte, in denen wir unterwegs sind. So ist z.B. die Idee zum Aufbau einer theologischen Fachschule im malischen Bamako nach dem Mittagessen auf einer Holzbank in Südafrika entstanden, wo Missionare und Pastoren aus Mali an einer Missionskonferenz teilnahmen. Die Grundfrage, die im Raum stand lautete: Wie können wir als Theologen in Mali die missiologische Ausbildung fördern und zur Verbreitung des Evangeliums beitragen? Die malische Situation wurde im Kontext der auf der Konferenz weitergegebenen Impulse reflektiert. So ist eine tragfähige Vision entstanden, die dann im Laufe der nächsten zwanzig Jahre Schritt für Schritt verwirklicht wurde. Auf diese Weise wurde das Thema des Missionsauftrages (… lehret alle Völker aus Mt 28) neu interpretiert und konkretisiert. Dabei hat keiner von uns auf einen speziellen von außen kommenden Auftrag aus einem missionsgesellschaftlichen Headquarter gewartet.

Jazz ist eine faszinierende Musikrichtung. Jazz ist ein Lebensgefühl. Mit der Mission, so wie wir sie im biblischen Zeugnis wahrnehmen, ist das genauso. Es gibt als Christ nichts Faszinierenderes als sich in das missionarische Unterwegssein Gottes in dieser Welt einzuklinken. Hier ist der Raum für Erfahrungen und Gedanken, die ganz nah am Herzen Gottes liegen.
Alfred Meier, Allianz-Mission

lundi 9 avril 2018

Bamako | Beten und Fasten für Frieden und Versöhnung in Mali

In dieser Woche, vom 9. bis 14. April 2018, klinken sich Jugendliche aus allen evangelischen Gemeinden der malischen Hauptstadt Bamako in eine von der Evangelischen Allianz organisierten Fasten-und Gebetswoche ein. Tagsüber wird gefastet und um jeweils 16 Uhr treffen sich die Jugendlichen in ausgewählten Gemeindezentren rechts- und links des Nigers. Im Mittelpunkt steht das Gebet für Frieden und Aussöhnung in dem von militärischen Auseinandersetzungen und interethnischen Konflikten gebeuteltem Land. Unser großer Wunsch ist, dass die Konfliktparteien und Verantwortlichen aus Politik und Gesellschaft aufgerüttelt werden und erkennen, dass Jesus Christus der wahre Friedensstifter ist. Mit dieser Aktion setzen die Jugendlichen ein starkes Zeichen der gemeindlichen Einheit unter den Christen. Sie zeigen auch, dass sie bereit sind Verantwortung für ihr Land zu übernehmen.

Koulikoro | Essen für Gefangene

Enoc S., unser Kollege und Leiter der evangelischen Gefängnisarbeit in Mali, ist dankbar für die Unterstützung, die er Anfang März aus Deutschland erhalten hat. In der vergangenen Woche hat er mit einem Team das Männergefängnis in Koulikoro besucht. Neben dem Besuch in den Zellen und der Begegnung mit den Insassen und dem Wachpersonal, hat er mit seinem Team Essen verteilt. Das ist wichtig, denn die Mahlzeiten sind nicht üppig.

vendredi 6 avril 2018

Sporteinsatz in Mali 2018


Der letzte Einsatz in Mali war ein voller Erfolg. Jugendliche aus dem christlichen und muslimischen Umfeld haben gemerkt, wie sehr Sport über die religiösen und ethnischen Grenzen hinweg verbindet. Sport bietet eine hervorragende Möglichkeit, um Integration zu fördern, Werte fürs Leben zu erlernen und so Zugänge zu finden, wo bisherige Methoden zu kurz greifen.
Deshalb organisiert die Allianz-Mission in Kooperation mit BOGO WULI, der sportmissionarischen Plattform unserer Partnergemeinden in Bamako, auch im Jahr 2018 erneut einen Einsatz.

Was unterscheidet Missionare von Pastoren?

Eine Gottesdienstmoderatorin wollte von uns wissen, worin die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Beruf des Pastors und dem des Missionars bestünden. Bei beiden Aufgaben wird erwartet, dass eine "geistliche Berufung und Motivation" vorliegt. Dennoch sind es zwei Berufsbilder, die in christlichen Kreisen unterschiedlich besetzt sind. Folgende Ansichten sind uns häufig begegnet: Der Pastor arbeitet in Deutschland, der Missionar geht in ein fremdes Land. Ein Pastor hat einen Master in Theologie und versieht seinen Dienst in einer Ortsgemeinde. Der Missionar dagegen ist theologisch weniger interessiert. Er evangelisiert und gründet Gemeinden in einer fremden Kultur.
Bei mir selber ist seit den Tagen meines Theologiestudiums in den 1980er Jahren folgende Aussage hängen geblieben: Ein guter Theologe gehört in eine Gemeinde nach Deutschland. Missionar wird jemand, der "theologisch unterbelichtet" ist und sich in fremden Ländern mit Menschen abgibt, die zur unteren Bildungsschicht gehören. Ein guter Theologe verschwendet da nur sein Potential.

jeudi 5 avril 2018

Sabalibougou | mit dem Ausbau der christlichen Schule Zukunft gestalten

Der weitere Ausbau der Christlichen Schule in Sabalibougou geht zügig voran. Erst Anfang März haben wir einen größeren Betrag nach Mali überwiesen. Der Schulgründer, Pastor Enoc S., hat sich sofort mit dem Bauingenieur und dem Maurerteam zusammengesetzt und überlegt, wie der nächste Bauabschnitt konkretisiert werden kann. Gestern erhielten wir Fotos, die den Baufortschritt dokumentieren. Aktuell wird in der ersten Etage an der Fertigstellung von drei weiteren Klassenräumen gearbeitet. Da auch in Mali zur Zeit Ferien sind, konnten die Arbeiter durchstarten, ohne den Schulbetrieb zu stören.
Aktuell wird die Christliche Schule Pas à Pas in Sabalibougou von 245 Kindern besucht. Wir planen, insgesamt 13 Klassenräume zu bauen, die Kindern in einer Vorschulklasse und dem 1. bis 9. Schuljahr Platz bieten. Unser Engagement in der schulischen Bildungsarbeit ist eine Investition in die Zukunft von Menschen und ein Beitrag für die Entwicklung der malischen Gesellschaft ganz allgemein. 
Missionsstrategisch gesehen ist schulische Bildungsarbeit gemeinwesenorientierte und nicht in erster Linie gemeindeorientierte Arbeit. Das gesellschaftsrelevante Engagement der Christlichen Schule in Sabalibougou ist jedoch eine wichtige Ergänzung zur Arbeit der christlichen Gemeinde vor Ort. 
Der Bau von Privatschulen wird vom malischen Staat ausdrücklich gewollt. Diese Chance nutzen wir als Christen in dem mehrheitlich islamisch geprägten Land. 

mercredi 28 mars 2018

Mali | Herausforderung Mediation

Die Kirche in Mali ist zwar in der Minderheit, dennoch ein gefragter und wichtiger Gesprächspartner, Berater und Akteur im gesellschaftlichen Miteinander. Parteien und staatliche Instanzen sind im ständigen Kontakt mit der kath. Kirche und der ev. Allianz in Mali, dem repräsentativen Dachverband der meisten evangelischen Gemeindeverbände.

lundi 26 mars 2018

Afrikatag in Düsseldorf

Wir freuen uns auf den Afrika-Tag in der Freien ev. Gemeinde Düsseldorf am 15. April 2018, den wir gemeinsam mit den Düsseldorfern gestalten möchten.

vendredi 23 mars 2018

Partnerschaft in der Mission | partizipatorisch, integrativ, interdependent


Die Art und Weise partnerschaftlicher Zusammenarbeit in der interkulturellen Missionsarbeit entscheidet darüber, ob unser Engagement nachhaltigen Erfolg hat. Es geht aber nicht nur um das praktische Gelingen, sondern auch um eine biblisch-theologisch verantwortbare und begründbare Form der Partnerschaft. Seit Jahren haben wir uns im Rahmen unserer Arbeit in Mali für eine „integrativ-partizipatorische Partnerschaft“ stark gemacht, weil wir davon überzeugt sind, dass sie am ehesten den biblischen Werten der Koinonia (Gemeinschaft) entspricht und ...

jeudi 22 mars 2018

Haben Missionare es verlernt, apostolisch zu sein?

Fragen:
Sind wir Angestellte einer Missionsgesellschaft und Partner im interkulturellen Geschäft und haben dabei vergessen, was unsere eigentliche apostolische Bestimmung ist?
Die apostolische Epoche wurde durch die der frühkatholischen Kirche abgelöst. Die apostolische Funktion wurde den Kirchenvätern und Bischöfen zugeordnet. Entsprach das noch dem dynamischen Sendungsauftrag Jesu und des Neuen Testaments, oder haben wir es mit einer Fehlentwicklung zu tun?

mercredi 14 mars 2018

Let's go Mali | Wir suchen ein Team

Unsere Partner in Mali haben den Bedarf an Missionaren in den unterschiedlichen Arbeitszweigen angemeldet. Aktuell gibt es keine Missionare der AM, die permanent vor Ort sind. Das soll aber nicht so bleiben.
Wir setzen uns dafür ein, dass bis zum Jahr 2020 acht junge Missionare von der AM nach Mali ausgesandt werden können, um unsere Partner zu unterstützen und in Gebieten tätig zu sein, wo es die Sicherheitslage erlaubt.
Die Arbeitsbereiche sind vielfältig – Christliche Schulen, Landwirtschaft, Medizin, Gemeindegründung, Sportmission, theolog. Lehrdienst … 

jeudi 1 février 2018

Gebet | ... das hat uns sehr berührt

Gestern erhielten wir eine E-mail von einer Christin, die unsere Arbeit und unser persönliches Ergehen in der letzten Zeit aufmerksam verfolgt hat und für uns betet. Die Zeilen haben uns sehr berührt und geben die Gedanken und Gefühle wieder, die sich in unseren Herzen und Köpfen manchmal breit machen.

Unsere Schwester schrieb Folgendes:
"Wir kennen uns nicht persönlich, aber durch M. und den Missionskreis der FeG E. habe ich an Eurem Einsatz in Mali ...

jeudi 18 janvier 2018

Sportmission | Gespräche über den Glauben an Jesus

Für die sportmissionarische Arbeit in Mali haben wir ein Traktat erstellt. Der Titel der kleinen Broschüre lautet "Gott ist nicht weit weg von uns". In neun Schritten wird erklärt, wie Gott seinen Weg zu Menschen geht und wie es gelingt, in einer heilvollen Beziehung zu Gott zu leben. Der Text enthält Erklärungen, einschlägige Bibelverse und praktische Hinweise, wie die Werte der Bibel mit den Erfahrungen im Sport in Zusammenhang stehen.

jeudi 11 janvier 2018

Bamako | Tage, die nachts beginnen

Der Dunst des Tages legt sich langsam auf die Viertel der Hauptstadt. Die hart arbeitenden Menschen und auch alle anderen schalten einen Gang zurück. Nach dem Abendessen wird geplaudert und allmählich stellt sich Nachtruhe ein. Nicht so bei unseren abgefahrenen Nachbarn.

mardi 9 janvier 2018

Sportmission | persönliche Eindrücke von Julia

Julia W. war zum ersten mal mit in Mali. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland schreibt sie:
"Die Moskitostiche jucken nicht mehr.
Die blauen Flecken vom Volleyball sind mittlerweile verblasst.
Die Sonnenbräune verschwindet und der rote Staub ist längst von Haut und Haar gewaschen.
Doch.... Die Erinnerungen bleiben.
Ausgespuckt im Alltag-
Zurück in der Komfort-Zone.

Sportmission | gemeinsam Akzente gesetzt

Der sportmissionarische Einsatz war für uns alle eine große Herausforderung und gleichzeitig eine bereichernde Erfahrung. Neben den sportlichen Anstrengungen musste auch der Kultur- und Klimawechsel bewältigt werden. In den Gesprächen mit unseren malischen Freunden klang auch immer wieder durch, dass die Sicherheitslage im Land nach wie vor kritisch ist. Auch das muss man mental verkraften.

vendredi 5 janvier 2018

Sportmission | Volleyballturnier in Kouloubleni

Das Volleyballteam aus Kouloubleni ging als eindeutiger Sieger aus dem Turnier hervor, dass heute Nachmittag im Hof der Gemeinde stattfand. Spieler aus drei Gemeinden hatten sich auf den Weg gemacht. Auch wir gaben unser Bestes, hatten jedoch gegen die flinken Jungs keine Chance. Drei Pastoren waren anwesend, und sogar der Präses unseres Gemeindebundes war mit dabei. Dies zeigt, dass die sportmissionarische Arbeit von Bogo Wuli mittlerweile

jeudi 4 janvier 2018

Sportmission | Fußball im Knast

Ein besonderes Erlebnis war das. Im Jugendgefängnis der malischen Hauptstadt trafen wir auf einen sehr offenen und gastfreundlichen Gefängnisdirektor. Wir organisierten auf die Schnelle ein kleines Turnier mit den Gefangenen und mischten als Vertreter des älteren Semesters selbstverständlich kräftig mit. Begleitet wurden wir beim Besuch im Gefängnis von unseren beiden Pastorenkollegen Sagara und Goita, die hier regelmäßig Besuche durchführen.

lundi 1 janvier 2018

Sportmission | spontan und beeindruckend

Der Einsatz in Titibougou war nicht geplant und trotzdem beeindruckend und ein voller Erfolg. Unser Freund Paul F. Coulibaly hat in diesem ca. 20 km von unserem Domizil entfernt liegenden Viertel einen Fußballclub gegründet. Kinder zwischen 8 und 14 Jahren trainieren dort regelmäßig. Außerdem gibt es dort eine Jugendmannschaft. Er träumt davon, mit seinen Jungs bis zum Jahr 2030 in die erste malische Fußballliga aufzusteigen. Das nennt man Vision.