jeudi 31 mars 2016

Bambara | der Weg von der Sprache zur Wirklichkeit

Sprachen lernen macht Spaß. Und es erweitert den Horizont in vielerlei Hinsicht. Neue Kulturen erkunden und sich mit den Menschen aus anderen Ländern verständigen können, das ist ein riesiges Privileg. Auch deshalb lohnt es sich, Missionar zu sein.
Heute haben wir eine hilfreiche Entdeckung gemacht. Sie hat uns gezeigt, dass die Sprache nicht nur ein einfaches Instrument zur Kommunikation darstellt, sondern dass sie auch anthropologische Einsichten vermittelt. Sprache spiegelt die kulturelle Wirklichkeit – so nennen das die Linguisten.

mercredi 30 mars 2016

Koulikoro | Zwischen Tod und Leben

Die Zeit zwischen Karfreitag und Ostern. Es ist eine Zeit der Ungewissheit- die Hoffnung steht auf der Kippe. Doch Gott sei Dank gibt uns Ostern die Gelegenheit, es allen zu sagen: Jesus hat den Tod besiegt. Da gibt es keinen Zweifel mehr. Das Leben ist auf dem Vormarsch.
Diese Botschaft von Tod und Auferstehung, von Leid und Hoffnung haben wir heute den über 70 Gefangenen im Gefängnis von Koulikoro weitergegeben. Es war ein besonderer Tag. 

Als wir gemeinsam mit unserem Kollegen Enoc S. im Gefängnishof ankamen, bemerkten wir, dass die in Koulikoro einsitzenden Jihadisten draußen vor ihren Zellen in einem vergitterten Raum Platz genommen hatten. Die Hitze ist in diesen Tagen in den schlecht belüfteten Zellen fast unerträglich. Die meisten der Gotteskämpfer waren in langen hellen Gewändern gekleidet. Einige hatten einen Turban auf dem Kopf, die meisten waren kahl geschoren – dunkelhäutige und arabischstämmige, Malier aus dem hohen Norden und solche aus Nordafrika und aus dem fernen Pakistan.
Enoc wollte von den Wachsoldaten wissen, ob ...

mercredi 23 mars 2016

Frohe Ostern 2016 | die Hoffnung lebt

Liebe Freunde,

« Wir aber hofften, dass er der sei, der Israel erlösen solle. »             Lukas 24,21

Die Jünger hatten Jesus begleitet und ihn dabei intensiv kennen gelernt. Die Art wie er mit den Leuten redetet und sie lehrte, wie er Kranke heilte, aber auch, wie er sie mit der Wahrheit konfrontierte und Schuld offen ansprach.
Und jetzt – jetzt waren die Leute enttäuscht, weil Jesus, der Kranke heilen konnte, sich nicht selber vom Tod verschonen konnte.
Sie hatten gehofft, dass Jesus der Befreier Israels wäre, doch mit seinem Tod schien diese Hoffnung gestorben zu sein. Auch wir hoffen auf die Erhörung unserer Gebete, auf einen entscheidenden Durchbruch der missionarischen Arbeit im islamischen Mali. Wir hoffen auf das Ende der Gewalt und des Terrors, dass einer aufsteht und den Mächtigen und denen, die sich dafür halten, Einhalt gebietet.
Doch damals kam es anders.

mardi 22 mars 2016

Bamako | der Tag nach der Attacke

Gestern Abend gab es eine erneute terroristische Attacke auf ein Hotel in der malischen Hauptstadt Bamako, westlich von uns, in dem vorwiegend europäische Militärs untergebracht sind. Ihre Aufgabe besteht in Mali darin, malische Soldaten auszubilden. Kurze Zeit später. Eine SMS der Deutschen Botschaft in Bamako leuchtet auf dem Display auf. Die übliche Sicherheitswarnung: Leute, es ist was passiert. Lauft nicht draußen rum. Verbarrikadiert euch. Nun gut …

Wir recherchieren im Internet. Der Live-Ticker von RFI (Int. Franz. Radio) läuft bereits. Die malischen Nachrichtenagenturen hängen hinterher. Auch die abendliche Nachrichtensendung im staatlichen Fernsehen wird nicht unterbrochen. Immer weiter im Takt.

Im Vergleich zu dem Anschlag vor ein paar Monaten, ging es diesmal glimpflicher ab. Einen Toten gab es. Wer wild um sich schießt und Unschuldige attackiert,

dimanche 20 mars 2016

Mali | lange Wege mit Menschen gehen

Wenn Menschen sich in einem vom Islam dominierten Kontext wie in Mali für ein Leben mit Jesus entscheiden, dann ist das ein riesiges Wunder – noch mehr als das unter günstigeren Umständen sowieso schon der Fall ist. In den letzten Wochen haben sich einige Menschen in unserem Beisein für die Nachfolge Jesu entschieden.

Wie kommt es zu „Bekehrungen“ und wie gehen wir vor?
Wenn Menschen zum „christlichen Glauben konvertieren“, so wie man das in der Fachsprache formuliert, dann ist das das Ergebnis eines längeren Prozesses. Am Anfang steht meist keine missionarisch aktive Gemeinde, keine besondere Methode oder Strategie und keine groß angelegte Aktion. Am Anfang stehen persönliche Kontakte, um die die Pastoren der Gemeinden wissen oder auch nicht. Es sind Christen, die oft selber noch keine lange Karriere als Christen nachweisen können, die aber motiviert sind und auf ihre Nachbarn und Freunde zugehen. Sie knüpfen Kontakte, sitzen beim Tee und Mahlzeiten zusammen und tauschen sich aus. So wird Interesse geweckt. Aber es ist nicht nur der verbale Austausch der zählt. Bei einem Bekehrungsgespräch sagte uns ein Familienvater: „Ich habe die Christen beobachtet, ...

jeudi 3 mars 2016

Sabalibougou | bei vergiftetem Essen hört der Spaß auf

Es war ein denkwürdiges Gespräch, das wir gestern mit einem unserer jungen Gemeindemitglieder in Sabalibougou führten. Pierre ist in seiner Nachbarschaft missionarisch sehr aktiv. Das hat sich mittlerweile im ganzen Dorf herumgesprochen. Er tritt dabei nicht aggressiv auf. Seine „Strategie“ ist das ganz normale Alltagsgespräch, das er mit Freunden rund um ein Glas Tee und mit Nachbarn führt. Er hat uns schon des Öfteren angerufen mit der Bitte ins Dorf zu kommen, wenn Menschen besondere Fragen hatten oder wir mit ihnen beten sollten. Pierre besucht regelmäßig den Bibeltreff. Dabei stellt er Fragen, die ihm seine Gesprächspartner im Dorf gestellt haben und auf die er auf Anhieb keine Antwort wusste. Wir sprechen die Fragen an und versuchen Hilfestellungen zu geben. Seine Ernsthaftigkeit und sein Mut beeindrucken uns sehr. Vor ein paar Wochen hat sich Mori K. für ein Leben mit Jesus entschieden. Er ist verheiratet und hat drei kleine Kinder. Mittlerweile möchte sich die ganze Familie der kleinen Gemeinde im Dorf anschließen. Das lässt aufhorchen. Pierre wird die „Schuld gegeben“, dass sich Leute vom Islam ab- und dem Christentum zuwenden.