mercredi 17 février 2016

Sabalibougou | Baumaßnahmen gehen voran


Der Bau des zweiten Schulgebäudes für die Klassen 4 bis 6 geht zügig voran. Dank des großartigen Engagements der Schüler, Lehrer und Eltern der christlichen Schule in Darmstadt, einiger Freunde und einer Siegerländer Gemeinde nimmt der Bau der christlichen Schule in Sabalibougou immer weiter Form an. Das Gebäude ist zweistöckig geplant, sodass in Zukunft Schüler bis zum neunten Schuljahr unterrichtet werden können. Der Rohbau und die Betondecke sind mittlerweile fertiggestellt.

mercredi 10 février 2016

FATMES | wenn der Kontext uns den Weg zeigt


Larry ist ein erfahrener amerikanischer Missionar, der seit 1984 mit seiner Familie im nördlichen Macina unter den Peulh (malische Volksgruppe der Viehhirten) arbeitet. Am 8. und 9. Februar war er in Begleitung seiner Frau zu einem missionstheologischen Seminar als Gastdozent an der FATMES. 18 Studenten und Dozenten waren dabei.
Beeindruckend ist, wie Larry und seine Frau ihre Arbeitsstrategie im Laufe der Jahre immer wieder theologisch unter die Lupe genommen und sie dem Kontext angepasst haben. Die stark islamisierten Peulh können nicht auf die traditionelle Art und Weise evangelisiert werden – konkret: Missionsteams rausschicken, den Jesus-Film zeigen, ein Grundstück erwerben, eine klassische Gemeinde gründen und hoffen, dass sie im Laufe der Zeit wächst. Larry Vorgehensweise setzt auf das Vorbild Jesu. Missionarische Präsenz ist das Stichwort. Einfach das Leben teilen, damit Muslime die Chance haben, zu beobachten, was es bedeutet, als Nachfolger Jesu zu leben. So bezeichnen sich die wenigen Bekehrten auch nicht als Christen, sondern als Jesusnachfolger. Mit den Wörtern „Christ“ oder „Christentum“ verbinden die meisten Muslime das westliche Konzept einer Alternativreligion, die sie zwingt, alle bisherigen kulturellen Werte und Lebensweisen aufzugeben.

dimanche 7 février 2016

Sabalibougou | darauf kommt es an

Der Sonntagmorgen begann auf ganz gewöhnliche Weise mit einem guten Frühstück. Plötzlich klingelte das Telefon. „Es ist wichtig, dass ihr heute nach Sabalibougou kommt. Wir brauchen euch. Jemand möchte ein Leben mit Jesus beginnen“, so erklärte uns unser Bruder am anderen Ende der Leitung. Wir fuhren zum Gottesdienst. Er war gut besucht. Über die stabile Entwicklung der letzten Wochen freuen wir uns sehr. Es gibt noch viel mehr Christen am Ort, die aber nicht zu uns kommen, sondern in die großen Gemeinden der benachbarten Hauptstadt fahren. Für sie ist eine Gemeinde erst dann eine richtige Gemeinde, wenn es ein Kirchengebäude gibt, eine gut strukturierte Gemeinde mit Komitees und Chor und eigenem Pastor. Im Gemeindegründungsprozess geht es aber nicht in erster Linie darum, Strukturen zu etablieren, sondern im Sinne Jesu Menschen zu seinen Jüngern zu machen. Jüngerschaft und Gemeinschaft – das sind die Kernfaktoren, auf die wir uns fokussieren wollen. Christliche Strukturen werden sich früher oder später bilden. Sie stehen aber nicht am Anfang des Prozesses.

mercredi 3 février 2016

Sabalibougou | Christiane in action

Über 30 Kinder in der ersten Klasse unterrichten, das ist wahrlich keine einfache Geschichte. Manchmal ist der Lärmpegel unerträglich hoch. Einige fangen gerade an, die am Straßenrand erworbenen in Fett gebackenen Teigwaren zu verzehren. Andere kommen zu spät, weil sie von den Eltern oder älteren Geschwistern zu spät auf den Schulweg geschickt wurden. All das nehmen wir erst einmal zur Kenntnis. Wir sind uns sicher, dass sich der Mangel an Disziplin erst langsam verändern lässt.
Die Kinder sind das Sitzen und geduldige Zuhören nicht gewohnt. Und wenn Christiane ihnen auf Bambara und Französisch erklärt, dass es unschicklich ist, sich die verschmutzen Finger an den Klamotten abzuwischen, dann scheint die Lektion irgendwie einleuchtend. Wie das später mit der Umsetzung funktioniert werden wir sehen.
Nach den Vorgaben der Schulbehörde soll der Unterricht in Französisch erfolgen. Doch wie soll das gehen, wenn Kindern zu Hause kein Wort in Französisch reden? Ohne Bambara läuft es nicht. Entsprechend viele eindrückliche Wiederholungen sind nötig, bis die Kinder die fremdartigen französischen Lautkombinationen über ihre Lippen bekommen. Christiane hakt oft nach und lässt sich dann von den Kindern den Sinn in Bambara erklären, um sicher zu gehen, dass die Inhalte auch verstanden wurden.

Weiter geht's mit dem Hinweis darauf, dass es äußerst ungünstig erscheint, sich einander zu verprügeln, konkret die Steine nicht gegen Bruder, Schwester und Freund zu erheben, sondern artig auf dem Boden liegen zu lassen. Und das Zerren und Zerreißen der Kleider wird sicherlich auch von den Eltern nicht gerne gesehen. Die Kinder wiederholen brav die Lektionen fürs Leben. Und wie bei uns Erwachsenen hapert es meist an der Umsetzung im täglichen Leben.
Mich beeindruckt die Geduld, mit der Christiane den ungeübten Kindern nützliche Verhaltensweisen, Hygiene und Respekt beibringt. Dazu gehört auch zu vermitteln, wie man Erwachsene höflich grüßt oder den Kampf gegen lästige Läuse erfolgreich bestreitet.
Aus Kindern werden nicht von Heute auf Morgen reife,erwachsene Menschen. Es ist ein langer Prozess, wo langer Atem und sehr viel Liebe erforderlich sind. Uns kommt es darauf an, dass die Kinder diese Liebe spüren. Wir beten und hoffen, dass aus ihnen tüchtige Leute werden, die fürs Leben taugen und sich für ihr Land engagieren.