Sonntag, 30. August 2015

Mali | Kinder auf der Suche nach einer besseren Zukunft

Sie spielen auf der staubigen Straße. Sie tragen zerrissene Kleider. Sie lachen. Sie streiten. Sie essen was ihre Eltern ihnen geben können, oder was andere ihnen abgeben. Manche von ihnen gehen in die Schule, andere träumen nur davon in die Schule gehen zu dürfen. Für viele ist die Zukunft eine nebulöse Wolke vieler ungeklärter offener Fragen, auf deren Antwort sie nur in geringem Maß selbst einen Einfluss haben.
Kinder in Mali, das sind fast 50 % der Gesamtbevölkerung dieses westafrikanischen Landes südlich der Sahara. Diese Kinder könnten die Zukunft sein, die Hoffnungsträger ihres Landes, die Entscheider, die Leistungserbringer für eine bessere Zukunft in Frieden und in Demokratie. Die Kinder in Mali wachsen auf in einer Übergangsphase, in einer Zeit nach der großen Invasion islamistischer Kämpfer aus dem Norden und dem Putsch in der Hauptstadt Bamako. Diese Ereignisse haben Mali in seiner Entwicklung um Jahre zurückgeworfen. Es war eine Zeit, ...

Freitag, 28. August 2015

Mali | Zeichen der Hoffnung in unsicheren Zeiten

Mali ist in der internationalen Presse fasst zu einem Synonym für politische Instabilität geworden. Die Kriminalitätsrate steigt. Im Norden des Landes kommt es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen mit Todesfolge. Die Malier werfen den Schutztruppen der UNO Parteilichkeit vor. Außerdem wird deren Strategie und Zielsetzung ihrer Meinung nach nicht transparent genug kommuniziert. All das führt zu Misstrauen. Und hinter den Kulissen grassieren nach wie vor die Korruption und das dunkle Geschäft.
Wie sollen wir reagieren? Angesichts der Probleme im System könnte man geneigt sein, die Koffer zu packen und zu resignieren. Wir haben uns dafür entschieden, es nicht zu tun. Denn es gibt noch eine andere Seite.

Dienstag, 25. August 2015

Bamako | die FATMES im Fokus malischer Studenten

Mali braucht Männer und Frauen, die motiviert und gut ausgebildet die Herausforderungen annehmen, sich missionarisch engagieren und die Gesellschaft verändern. Diesem Ziel hat sich die FATMES (Ev. Fachschule für Theologie und Missionswissenschaften) seit ihrem Beginn im Jahre 2002 verschrieben. In dieser Woche hatten wir die Gelegenheit die FATMES bei der jährlichen Konferenz der malischen Studentenmission vorzustellen. Etwa 150 Studenten hatten sich in einem Hörsaal der Katholischen Universität für Westafrika, Bamako eingefunden. Die Leute haben interessiert zugehört und ihre Fragen gestellt. Für Studenten und ehemalige Studenten, die jetzt ihrer Arbeit im Inneren Malis nachgehen sind besonders die Fernkurse eine praktikable Option. Diese Kurse ermöglichen ein dem persönlichen Rhythmus des Lernenden angepasstes Studium auf Bachelor-Ebene. Wir hoffen darüber hinaus, dass sich der ein oder andere für Modularkurse an der FATMES einschreibt.
Unterdessen gehen die Bauarbeiten an der ersten Etage an der FATMES weiter. Wir sind kurz davor, die Decke zu gießen. Dafür wird es höchste Zeit. Die starken Regenfälle der letzten Tage tun einer „offenen Baustelle“ nicht gut. Der Regen setzt den noch nicht verputzen Mauern sichtbar zu, und innen werden feuchte Stellen sichtbar. Wir hoffen, dass es dem Unternehmer gelingt, ein starkes Team zusammenzustellen und den Arbeitsrhythmus zu beschleunigen. Wir sind dankbar, dass das Geld bisher ausreicht, um das nötige Material zu kaufen und die Löhne zu zahlen. Wir danken für alle Gebete und Unterstützung.

Mittwoch, 19. August 2015

Bamako | spannende Praktikumszeit

Seit Ende Juli ist Maike zum Praktikum bei uns in Mali. Wir kennen sie schon seit geraumer Zeit. Sie war eine Schülerin von Alfred in seiner Zeit am Theologischen Seminar Rheinland in Wölmersen. Die Schritte in Richtung Weltmission haben wir als ihre Mentoren begleitet und ihr Einblick gewährt in unsere eigenen Erfahrungen. Inzwischen ist Maike Kandidatin bei der Allianz Mission, und sie bereitet sich auf die noch nicht fest terminierte Ausreise als Missionarin nach Afrika vor.
Wir schätzen an Maike ihre Offenheit für neue Erfahrungen und ihre Lernbereitschaft und die Ehrlichkeit, Fragen zu stellen. Nicht die Anderen sind die Fremden, sondern wir, die Missionare, sind Fremde in einer ganz anderen Kultur. Da ist es logisch, dass Fragen aufkommen. Das Verhalten der Menschen ist ungewohnt und ...

Sonntag, 9. August 2015

Missabougou | sie kamen in der Nacht

Heute Morgen waren wir zum Gottesdienst in Missabougou, ca. 20 Minuten Autofahrt von unserem Wohnort entfernt. Maike, unsere Praktikantin, hat sich dort kurz vorgestellt, erzählt, wie sie Christ geworden ist und was sie motiviert, ihr Praktikum in Mali zu absolvieren.
Als Abdias D., der Pastor der Gemeinde, Alfred nach vorne bat und ihm einen Stuhl anbot, wussten wir, was auf uns zukommt. Der Gemeindepastor war wegen einer langen und wahrscheinlich auch ermüdenden Sitzung am Vortag nicht dazu gekommen, eine Predigt vorzubereiten. Während eines Liedes fragte er mich hinter vorgehaltener Hand, ob ich nicht für ihn einspringen könne. In dieser Situation ist es unmöglich und unhöflich zugleich, Nein zu sagen. Ich habe akzeptiert und während der nächsten drei Lieder und der Ansagen ein Predigtkonzept im Kopf zurechtgelegt. Gottes Geist wird es schon richten, dachte ich mir. 
Das Gebet des Moses für die kämpfenden Israeliten gegen die Amalekiter stand im Mittelpunkt der Predigt (Ex 17). Das Thema passte wie die Faust aufs Auge der aktuellen Situation  in Mali. 
Die Ereignisse in Sévaré (gewaltsame Befreiung von Geiseln in einem Hotel der Stadt) bringen Christen dazu, sich verstärkt im Gebet vor Gott zu vereinigen, einander die Hände und Arme zu stärken und Gott um Hilfe anzurufen, während die Sicherheitskräfte im Land versuchen, die Ordnung wieder herzustellen. Das verstärkte Aufflammen von Anschlägen im ganzen Land verunsichert alle. 

Samstag, 8. August 2015

Sévaré | die Lage hat sich entspannt, aber ...

In der Nacht vom Freitag auf Samstag, gegen 4 bis 5 Uhr morgens, ist es malischen Spezialeinheiten mit Unterstützung internationaler Schutztruppen gelungen, vier Geiseln aus dem Hotel in Sévaré zu befreien. Dabei handelt es sich um zwei Staatsangehörige aus der Ukraine, einen Südafrikaner und einen Russen. Doch es hat auch Todesopfer gegeben. Laut offiziellem Statement der Regierung und der UNO hat es wohl insgesamt dreizehn Tote gegeben (darunter vier malische Soldaten, vier Terroristen und fünf Angestellte der UNO-Schutztruppen). Eine Geisel konnte schon vor dem Sturm auf das Gebäude aus dem Hotel fliehen. Es hat acht Verletzte gegeben und sieben verdächtige Personen wurden fesrtegenommen. 
Die Situation in der Stadt normalisiert sich langsam. Die Leute gehen auf den Markt und die Straßen sind wieder belebt. 
Es versteht sich aber von selbst, dass die Bewohner Sévarés nach einem solchen Ereignis einige Zeit benötigen, um wirklich zur Normalität zurück zu finden.

Freitag, 7. August 2015

Mali | es knallt mal wieder

Heute Morgen erfuhren wir aus verschiedenen Quellen, die übereinstimmend davon berichten, dass es im Stadtgebiet von Sévaré zu Schießereien gekommen ist. Die Bewohner der Stadt haben sich in ihre Wohnungen zurückgezogen. Das Zentrum der Auseinandersetzungen ist ein Hotel in der Nähe des Militärlagers. Im Hotel halten sich wohl Rebellen auf. Nach der missglückten Geißelnahme von Angehörigen der MINUSMA (Schutztruppe der UNO) bzw. von Hotelgästen sollen sie sich in zwei Hotels verschanzt haben und liefern sich seitdem Gefechte mit malischen Militärs. Das berichteten übereinstimmend Focus-Online und eine malische Internetplattform. Eine weitere Internetmeldung besagt, dass es bisher vier Tote gegeben hat, darunter zwei Militärs, ein Attentäter und ein westlicher Staatsbürger. Wir warten die weitere Entwicklung ab. Teilweise sind die Meldungen widersprüchlich. Es ist von Festnahmen die Rede und von weiteren Durchsuchungen nach Komplizen der Attentäter im Stadtgebiet. Die teilweise nicht kongruenten Meldungen kommen auch deshalb zustande, weil die Journalisten nicht vor Ort sind und auf Meldungen der Bürger (per Handy) und der Militärsprecher angewiesen sind.
Sowohl in Sévaré als auch in Bamako sitzen wir zusammen, tauschen Informationen aus und beten.
Über die genaue Herkunft der Drahtzieher der Ereignisse lässt sich bisher nur spekulieren.

Donnerstag, 6. August 2015

Afrika | dezentral. partizipativ. transparent - Überlegungen zur Entwicklungspolitik

Es wird Zeit, dass Afrika seine Probleme selber löst. Das ist nicht etwa die Aussage eines alternden, resignierten westlichen Entwicklungshelfer, der die Nase voll davon hat, dass für die Entwicklung eines Landes vorgesehene Gelder in dunklen Kanälen verschwinden.
Nein. Es ist die Meinung von Samson R. Akinola, dem Chef der Abteilung für regionale und urbane Entwicklung an der Universität von Osogbo in Nigeria.
Es liegen genug Analysen auf dem Tisch, so argumentiert er, Analysen, die meist von westlichen Experten vorgenommen wurden. Es ist Zeit, dass Afrikaner selber ihre Probleme analysieren und eine Leidenschaft dafür entwickeln, sie zu lösen. Hausgemachte Probleme können nur zu Hause gelöst werden.
Ein Problem besteht darin, dass Ausbildungszentren diplomierte Leute produzieren, deren Ausbildung ihnen zwar ein Mehr an Wissen gebracht hat, das aber mit der Lebenswirklichkeit der Menschen in Afrika wenig zu tun hat.
Die Entwicklung findet auch deshalb nicht statt, weil die Erklärungen und Projektentwürfe am Horizont der betroffenen einfachen Menschen auf dem Land oder in der Stadt vorbeigehen. Die einheimischen Sprachen und die traditionellen Denkweisen und Lösungswege werden zu wenig berücksichtigt.  Die in klimatisierten Hotels durchgeführten Seminare und Workshops und die dort erarbeiteten Strategien erreichen meist nicht die Basis.

Mittwoch, 5. August 2015

Sabalibougou | im kleinen Kreis unter interessierten Leuten

Es ist Ferienzeit und natürlich Regenzeit. Diese Kombination führt dazu, dass das Programm in den Schulen ruht und in den Gemeinden auf Sparflamme brennt. Die sonntäglichen Gottesdienste fallen jedoch nicht aus. Wenn die Christen aus den Gemeinden nicht gerade auf Reisen sind oder, in den ländlichen Gebieten, mit der Feldarbeit beschäftigt sind, dann geht es auch mit den wöchentlichen Veranstaltungen weiter. Dazu gehören die Treffen in den Frauenkreisen, die Chorproben der Jugendlichen und die Bibelgesprächskreise.
In Sabalibougou treffen wir uns nach wie vor regelmäßig mit den wenigen Christen zum Bibeltreff am Mittwoch. Letzte Woche war Maike H. dabei. Sie absolviert gerade ein 6-wöchiges Praktikum in Mali, was abschließender Bestandteil ihrer Ausbildung am Theologischen Seminar Rheinland ist.