samedi 28 février 2015

Bamako | Schritte zur Gemeindegründung


Knapp 30 junge missionarisch motivierte Jugendliche aus der Gemeinde in Bamako-Coura waren beim zweiten Seminar dabei. Die Gemeinde gehört dem zweitgrößten Gemeindeverband in Mali an, mit dem wir seit Jahren eine gute Zusammenarbeit pflegen. Thema: Wie gelingt es, neue Gemeinden zu gründen? Welche Voraussetzungen sollten vorhanden sein? Welche konkreten Schritte gehören dazu?
  • Der Prozess der Gemeindegründung
  • Kontextanalyse
  • Erarbeiten und teilen einer Gemeindevision
  • Die Langzeitstrategie
  • Die Gemeindegründung durch die Muttergemeinde – konkrete Schritte
  • Die Bedeutung von Hauskreisen und Jüngerschaftsgruppen

Der Austausch dauerte viel länger als gedacht und wir haben im Gespräch die Schritte konkretisiert.

Bis zum ersten Einsatz im August stehen noch andere Themen auf dem Seminarprogramm. Wir hoffen und beten, dass die Gemeinde auf dem Weg bleibt und es ihr gelingt, viele Gemeinden im Süden Bamakos zu gründen.

vendredi 27 février 2015

Sabalibougou | Bibeltreff nimmt Formen an


Jeden Mittwoch treffen wir uns um 17.00 Uhr zum Bibeltreff in der kleinen Gemeinde in Sabalibougou. Die Anfänge waren recht  holprig. Regelmäßigkeit Fehlanzeige. Doch mittlerweile kommen jede Woche zwischen 6 und 9 Personen. Gemeinsam lesen wir zzt. im Lukasevangelium. Das Schema ist ganz einfach – Lektüre des Textes, eine kurze Erklärung, Fragen werden gestellt, eigene Beiträge werden formuliert. Gemeinsam bemühen wir uns um eine praxisnahe Anwendung. 
Meist stellen die Teilnehmer auch Fragen, die mit dem Text wenig zu tun haben, sie aber brennend interessieren. Wichtig ist uns bei diesen Treffen, dass unsere Leute den Reichtum der Bibel entdecken und Gottes Wort besser kennen lernen. Dabei merken wir auch, wie sehr  viele Christen hier in Mali eine „gesetzliche Tendenz“ bevorzugen nach dem Motto: Sag mir, was ich als Christ darf und was nicht! Das ist wohl einfacher als die Freiheit des Glaubens eigenverantwortlich zu nutzen und dabei Grenzen und Möglichkeiten selber auszuloten.

Wir freuen uns, dass mit dem Bibeltreff ein wichtiger Aspekt im Prozess des Gemeindewachstums und der Jüngerschaftsschulung abgedeckt wird und die Teilnehmer selber den Reichtum und die Notwendigkeit der Bibel entdecken.

jeudi 26 février 2015

FATMES | Langsam haben wir den Dreh raus


Langsam gewinnen wir die Übersicht. Die Bücherschränke füllen sich immer mehr. Doch immer noch ist es eine ziemlich staubige Angelegenheit, die Bücher aus den Kisten zu holen, sie abzustauben und an ihren Platz zu stellen. Die Studenten nutzen die Bibliothek immer mehr als Arbeitsplatz – so wie es sich für einen „ordentlichen Studenten“ gehört. Mittlerweile haben wir auch ein System gefunden, wie wir die Bücher digital erfassen und Dozenten und Studenten auf eine einfache Weise für ihre akademische Arbeit zugänglich machen können. Christiane sitzt am Computer und ich helfe ihr, die richtigen Stichwörter zu finden, die Grundlage der bibliographischen Recherche sind und den Inhalt der Bücher spiegeln. 
Wir werden wohl das ganze Schuljahr über noch zu tun haben und manche Stunde mit der bibliothekarischen Arbeit verbringen. 

dimanche 22 février 2015

Sport | Bogo Wuli vorgestellt


Die sportmissionarische Arbeit der Allianz Mission in Mali ist seit Anfang des Jahres 2105 in die Jugendarbeit des regionalen Gemeindeverbandes in Bamako-Quinzambougou integriert. Außerdem halten wir Kontakt zur kleinen malischen sportmissionarischen Organisation EPHRATA. Neben uns arbeiten drei malische Mitarbeiter aus unseren Partnergemeinden im Team BOGO WULI mit. Bogo Wuli bedeutet Staub aufwirbeln. Wir wollen deutlich machen, dass Arbeit mit jungen Sportlern nur möglich ist, wenn wir uns aufmachen und zu ihnen gehen, in die Dörfer und Stadteile. Wir wollen Sport treiben und fördern und den Sport als Möglichkeit der Integration und zur Evangelisation nutzen. Aus diesem Grunde hat uns der Leiter der regionalen Jugendarbeit zu einem Treffen eingeladen, wo wir die Möglichkeit hatten, den neuen sportmissionarischen Arbeitszweig vorzustellen. Bei dem Treffen waren Vertreter aus allen Jugendkreisen unserer Gemeinden anwesend. Wir haben die Jugendlichen ermutigt, Fußball- und Volleyballteams zu gründen und mit nichtchristlichen Jugendlichen aus ihrer Nachbarschaft über den Sport Kontakte zu knüpfen.
Für den 25. und 26. April haben wir ein Volleyballturnier geplant, zu dem jungen Christen und Nichtchristen eingeladen sind. Vorher findet in unserer Gemeinde n Bamako-Kouloubleni am 30. und 31. März ein Seminar statt. Die Themen dort:
  • Präsentation der Arbeit von BOGO WULI
  • Sport und Gemeinde
  • die Regeln des Volleyballspiels
  • Aufbau und Leitung von Sportteams
Am 18. April begleiten wir mit einem Sportteam die Jugendlichen der Gemeinde in Missabougou zu einem evangelistischen Einsatz in einem Dorf, das ca. 100ß km von Bamako entfernt liegt und wo bereits Kontakte bestehen.

Bamako | eine Gemeinde wagt ein missionarisches Abenteuer


Das ist eine super Initiative. Die größte Gemeinde der malischen Hauptstadt startet ein missionarisches Abenteuer. Mitte des Jahres sollen Teams in strategisch wichtige Orte im Süden Bamakos ausgesandt werden. Kontakte knüpfen und vertiefen, evangelisieren und langfristig Gemeinden gründen. Das sind die Ziele, die sich die Gemeindeleitung gesteckt hat. Im Vorfeld finden Schulungsseminare zur Vorbereitung der Einsätze statt. Pierre D., der Juniorpastor der Gemeinde und Student an der FATMES (theolog. Fachschule für Theologie und Missionswissenschaft in Bamako), hatte mich zu einem der Seminare eingeladen. Heute stand das Thema "Der Missionar von heute" auf dem Programm. Knapp 30 meist junge Leute waren dabei. 
Was macht den Missionar von heute aus? 
  • Er hat nimmt teil an Gottes Mission. 
  • Er durchbricht die Grenzen des Bekannten und wagt sich ins Unbekannte. 
  • Er orientiert sich am missionarischen Dienst Jesu. 
  • Er hat eine Vorbildfunktion und nimmt die Gemeinde mit auf den Weg, ihre Verantwortung in der Gesellschaft wahrzunehmen.
  • Er bereitet sich vor und konkretisiert seine Mission. 
  • Er wird den qualitativen Herausforderungen seines Dienstes gerecht. 
  • Er findet heraus, welcher Typus von Missionar er ist.
  • Er kennt das soziale und kulturelle Milieu derer, die er missionarisch erreichen möchte. 
Das waren die Punkte, die wir heute besprochen haben. Die Leute waren trotz der Wärme gut bei der Sache. Ihr Fragen und Beiträge spiegelten ein echtes Interesse. 
Nächste Woche geht es mit dem zweiten Thema weiter "Wie gelingt es, eine Gemeinde zu gründen?". Mir persönlich ist es wichtig, den Zusammenhalt der Gemeinden in Mali zu fördern und nicht nur den eigenen Gemeindeverband im Blick zu haben. Außerdem bietet sich bei Seminaren in Gemeinden die Gelegenheit, die FATMES stärker ins Bewusstsein zu rücken.
Missionare warten nicht, bis einer kommt, der ihnen sagt, wie, wann und was zu tun ist. Sie lassen sich von Gottes Perspektive begeistern, sie fangen Feuer und tragen das Licht des Evangeliums durchs Land. Das hat die Gemeinde in Bamako-Coura begriffen. 
Wir wünschen der Gemeinde, dass die Leute begeistert bleiben, sich aufmachen und dass Segen entsteht, dass die gesamte Gemeinde in Bewegung kommt und neue Gemeinden entstehen.

samedi 21 février 2015

Bamako | zu Besuch in der Straßenkinder WG


Jeden zweiten Donnerstagnachmittag verbringen wir Zeit mit Straßenkindern, die im Osten Bamakos in einer Wohngemeinschaft leben und von einem Pastorenehepaar aus Burkina Faso betreut werden. Unterwegs haben wir ein paar Tüten Obst für die Kinder eingekauft. Zwei Tage vorher hatte Christiane mit dem Leiter telefoniert, um unseren Besuch anzukündigen. Dabei erfuhr sie, dass ein einjähriges Kind, das seit seiner Geburt an AIDS erkrankt ist, Fieber hat und die Medikamente zur Behandlung ausgegangen sind. Wir haben von dem uns für die Arbeit zur Verfügung stehenden Geld einen kleinen Betrag für diesen Arbeitszweig reserviert und konnten die fehlenden Medikamente besorgen. 
Der Nachmittag verlief super. Christiane hatte eine Andacht zu Psalm 23 und Johannes 10 vorbereitet. Die Kinder waren sehr engagiert bei der Sache und haben sich am Gespräch beteiligt und auf die Fragen geantwortet. Wer ist ein guter Hirte? Die Kinder hatten konkrete Vorstellungen und es fiel ihnen nicht schwer, das Bild vom guten Hirten auf das Leben zu übertragen.
Beim anschließenden Spielen draußen auf der Straße kamen einige Nachbarskinder dazu. Wir hatten Spaß und sind gehörig ins Schwitzen gekommen. 
Die Kinder haben in ihrer WG die Möglichkeit, Verantwortung zu lernen und einen geregelten Alltag zu erleben. Wir beten, dass diese Prägung ihnen hilft, später im Leben klar zu kommen und dass sie Jesus Christus als Herrn ihres bisher so holprig verlaufenen Lebens kennen lernen.

mercredi 18 février 2015

Sabalibougou | Bauarbeiten gehen weiter


Die Bauarbeiten an der Christlichen Schule in Sabalibougou machen weiter Fortschritte. Die uns zur Verfügung stehenden restlichen Finanzen haben wir in den Bau der Umgebungsmauer investiert, die das Grundstück schützt. Der zweite Klassenraum für das neue Schuljahr ab Oktober konnte vorher bereits fertiggestellt werden. Herzlichen Dank allen, die uns dabei geholfen haben.

Der Direktor der Schule Ezekiel S. (Mitte) ist nach wie vor sehr motiviert. Wir bewundern die große Geduld mit der er jeden Tag unterrichtet und sich um die schulunerfahrenen Erstklässler kümmert. 
Wir bemühen uns, in Mali und in Deutschland weitere Partner für die Schule zu finden. Erste Kontakte mit einer christlichen Schule in Deutschland wurden geknüpft. Wir sind dankbar für die offene Tür und hoffen, dass eine langfristige Partnerschaft entsteht.
Die Spielnachmittage werden jeden Mittwoch nach wie vor gut besucht. Langsam kommt etwas mehr Disziplin in die Geschichte. Wir bieten verschiedene Spielstationen an, so dass jeder zum Zuge kommt und wir bei der Anzahl der Kinder den Überblick nicht verlieren. Bevor wir raus gehen und spielen, erarbeiten wir mit den Kindern eine biblische Geschichte. Unser Ziel ist es, dass die Kinder Jesus kennen lernen - wer er ist, was er tat, wie er mit Menschen umgegangen ist, wofür er sich engagiert hat). Darüber hinaus bemühen wir uns, aus jeder Geschichte Werte herauszukristallisieren, die für das Leben der Kinder von Bedeutung sind. Außerdem möchten wir, dass sie Freude beim Entdecken der Bibel entwickeln.



dimanche 15 février 2015

Mali | Solidarität und kritische Distanz in der Missionsarbeit

Vertrautes aufgeben und verlassen, Grenzen überschreiten, sich dem Risiko des Hinausgeschleudertseins ausliefern, in ein fremdes Land gehen, sich auf eine fremde Kultur einlassen – das sind wesentliche Bestandteile der christlichen Mission. Ohne diese Faktoren ist Mission nicht zu haben. Sehr wichtig ist zudem die Bereitschaft, sich mit den Menschen zu solidarisieren und dennoch eine kritische Distanz zu behalten, die vor Vereinnahmung und blinder Zustimmung schützt. 
Jesus hat diese spannungsvolle Ambivalenz zwischen Solidarität und Kritik vorbildlich gelebt. Er lädt die Leute, die ihm am nächsten stehen vor seinem Leiden und Sterben zum Abendmahl und hat gleichzeitig den Mut ihnen zu sagen: Einer von euch wird mich verraten. Es wäre besser, wenn derjenige gar nicht geboren worden wäre (Lukas 22,16-23).
Er lässt sich von einem Pharisäer einladen, genießt dessen Gastfreundschaft und wagt es dennoch, ihn wegen seiner schroffen Haltung der Ehebrecherin gegenüber heftig zu kritisieren. So etwas tut ein Gast normalerweise nicht (Lukas 7, 36-50).
Paulus bezeichnet sich bewusst als Diener (Sklave) Christi. Den Gemeinden dient er jedoch freiwillig, ohne ihr Sklave zu sein (1Kor 9, 19). Dadurch behält er die notwendige Distanz, um sich in seinen Briefen ermutigend, aber auch kritisch zu äußern. 
Als Missionare sind wir auch nur Gäste, Gäste, die aus dem Westen kommen, Gäste mit Privilegien. Zu unserem Selbstverständnis als Missionare gehört es, dass wir uns mit der Situation im Gastland solidarisieren, uns freuen an dem, was gut läuft und leiden an dem, was im Argen liegt.
Doch trotz aller Solidarität, der Dankbarkeit, Gastrecht zu genießen und Akzente setzen zu können … wir brauchen auch die konstruktive Distanz, die uns in Liebe und Entschiedenheit Kritik üben lässt.

Was uns ermutigt und hoffnungsvoll stimmt?
  • Unerfahrene Männer und Frauen übernehmen Verantwortung. Sie sind bereit zu lernen und sich in der Gemeindearbeit für Jesus zu engagieren.
  • Leute, die eine Leidenschaft für Gemeinde und Mission entwickeln und bereit sind, sich dort ehrenamtlich zu engagieren. Sie fangen an und warten nicht darauf, dass irgendjemand eine Projektkasse gründet.
  • Malische Kollegen, die Worten Taten folgen lassen, Initiativen starten, Ideen verwirklichen und Projekte ins Leben rufen, die sich sehen lassen können.
  • Gemeinden, die trotz der politischen Krise und dem Erstarken des radikalen Islam ihren Kurs behalten und keine Mühen scheuen, ihren Glauben in der Öffentlichkeit zu zeigen.
Woran leiden wir? Was geht uns auf den Geist? Was enttäuscht uns?
  • Altgediente malische Leiter geraten aneinander. Beziehungen verhärten sich. Die gemeinsame Arbeit leidet. Mit dem Mund wird gelobt, im Herzen geflucht (Psalm 62,5). Und in der Praxis - Widersacher in den Gremien werden geduldet. Auflaufen lassen. Aussitzen. Vergebliche Mediation. Man wartet, bis die Abwahl erfolgt oder der Ruhestand oder bis irgendein Skandal zum Rückzug zwingt.
  • Es wird gelobt und um Verzeihung gebeten. Die Bitte um Vergebung ist jedoch formal und oft oberflächlich und ermöglicht kaum eine konstruktive Auseinandersetzung in der Sache. Es kommt nicht zur Klärung  von Beziehungen und nicht zur Entschuldigung für konkrete Versäumnisse.
  • Der jungen Generation fällt es schwer angesichts der Querelen hinter den Kulissen, die Leiter noch als Vorbilder anzuerkennen.
  • Der Generationenwechsel in den Gemeinden und christlichen Organisationen läuft sehr schleppend und meist holprig. Alte  hängen an ihren Posten und verteidigen „ihr Königtum“. Den Jungen wird Machthunger und Respektlosigkeit vorgeworfen. Hier geht Energie verloren.
  • Auch in Gemeinden wird Geld unterschlagen oder zu persönlichen Zwecken verwendet. Wenn dieses Verhalten von Pastoren ausgeht, ist das besonders gravierend. Vertrauen wird zerstört – innerhalb der Gemeinde und bei den Partnern in der gemeinsamen Arbeit.
  • Verantwortung wird anderen zugeschoben, statt sie zu übernehmen. Dossiers liegen auf Schreibtischen und verstauben. Arbeiten werden angefangen, aber nicht abgeschlossen. Die Übergabe geschieht in der Erwartung, dass die Nachfolger, den Staub der Vorgänger ausfegen. 
  • In der politischen Krise Malis suchen viele die Schuld bei den Franzosen, die angeblich mit gespaltener Zunge reden und mit den Tuaregrebellen unter einer Decke stecken. Und die der UNO wird parteiisches Verhalten vorgeworfen ..., statt sich an die eigene Nase zu fassen und zuzugeben: Wir kriegen es nicht hin! Die Verhandlungen in Algerien und anderswo dauern schon monatelang an. Es sind innermalische Positionen, die einen Durchbruch verhindern, nicht die mangelnde Transparenz von UNO &Co. Das französisch malische Verhältnis ist wegen der kolonialen Vergangenheit immer noch getrübt. Das Misstrauen scheint wie eingebrannt. Außerdem wird Frankreich durch das Vorgehen in Libyen zur Zeit Gaddafis eine Mitschuld an der Ausbreitung des Islamismus im Norden Malis gegeben. Das mag sein. Aber die rein innenpolitischen Faktoren werden damit einfach vermischt und es wird Frankreich eine umfassende Mitverantwortung an der Misere zu geschustert. Hinzu kommt, dass die westlichen Medien anscheinend ein einseitiges, falsches Bild der Tatsachen zeichnen. Die malischen Journalisten hinterfragen aber genauso kritisch die Unfähigkeit der eigenen Eliten … doch im Zweifelsfall sind es die anderen, die Schuld daran tragen, dass Mali nicht auf die Beine kommt. Es gibt ernstzunehmende malische Christen die sagen: Wir fürchten uns mehr vor dem langfristigen schädlichen Einfluss Frankreichs auf die Sahelregion als vor der "Handvoll radikaler islamistischer Terroristen". Frankreich wurde vor einigen Monaten als Retter in letzter Sekunde gefeiert – jetzt sollen sie sich zum Teufel scheren. Ihr lieben Malier – wir verstehen das nur schwer.
  • So viele Ideen und  Vorhaben werden geäußert, gute, konstruktive Dinge. Ich könnte dies, man sollte jenes … Das Problem ist, dass den vollmächtigen Worten nur zaghafte oder keine Taten folgen. Viel warme Luft. 
  • Es werden Arbeitskreise gebildet. Dazu werden Leute benannt, vorher aber nicht gefragt, ob sie bereit sind, oder genügend Zeit haben. Ergebnis: es gibt Kommissionen, die aber nicht arbeiten.  Jeder verlässt sich auf den anderen und die Arbeit bleibt liegen.
Die genannten Phänomene können überall auftauchen, gleich in welchem Land und in welcher Kultur. Doch - überall lassen sie einen faden Beigeschmack zurück. Überall sind wir gefordert, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern in kritischer Solidarität unsere Arbeit zu tun. Wir beten, dass das auf eine liebevolle und konstruktive Art und Weise gelingt. Wir beten um ehrliches Auftreten. Wir beten um Barmherzigkeit, denn jeder kann schuldig werden und selber zum Ärgernis für andere werden.

samedi 7 février 2015

Mali | Schick, Schock, Check – neureiche islamische Geistliche und ihr zweifelhafter Lebensstil

Die zweifelhafte Theologie des Wohlstandevangeliums gibt es nicht nur auf dem christlichen Sektor. In Mali treten mittlerweile einige islamische Marabout (Mischung von Imam und Wundertäter) in Erscheinung, die nach dem gleichen Schema Kommerz und Koran miteinander verbinden und dabei steinreich werden.
In Afrika gibt es protestantische Pastoren, die vor Jahren auf einem klapprigen Motorrad oder in einem schrottreifen Auto ihren Dienst begannen und mittlerweile in einer schwarzen Luxuslimousine samt getönten Scheiben und Chauffeur durch die Lande reisen. Nun werden nicht alle Mitglieder ihrer Gemeinden auf Anhieb steinreich. Durch das Vorbild einiger „geistlicher Leiter“ wird jedoch der These Vorschub geleistet: Wer richtig glaubt, wird (irgendwann) richtig reich!
Der traditionelle Marabout hat in Mali eigentlich ein friedliches Leben zu führen, weit ab von der Hektik des kommerziellen Treibens und  materialistischer Ambitionen. Er soll Wort Gottes lehren, Menschen heilen und Ratschläge erteilen. Doch die junge aufstrebende Generation der Marabout in Mali hat hier eine andere Vorstellung entwickelt. Sie organisieren große Meetings, meist an islamischen Festtagen wie z.B. dem Geburtstag des Propheten (Mawlid-an Nabi). Entsprechende Plakate sind uns in Bamako begegnet Die Gläubigen erscheinen mit ihren Kranken und erhoffen sich durch das Befolgen der Lehren und Riten und die Gabe von Geld entsprechend Heilung und geistlichen Segen. In einigen Fällen kassieren die Protagonisten zehn Prozent der Einkünfte ihrer Sympathisanten. Das geistliche Wissen und die besondere Verbindung zu Allah und der geistlichen Welt werden sozusagen materiell vertickt – auf Kosten der Gläubigen. Vielfach werden auch kommerziell angefertigte Produkte gewinnbringend veräußert. Man sagt: Diese therapeutischen Mittelchen bergen geistliche Kräfte, machen Menschen gesund und bringen es sogar fertig, böse Geister zu vertreiben. Solche Reden und Praktiken ziehen natürlich die Massen an. 
Die neureichen Herren Marabout wie M. Traoré, O. Coulibaly, C. Ba. Haidara, I. Sacko & Co. besitzen einen ganzen Fuhrpark von Luxuskarossen, unterhalten eigenes Wachpersonal und sind gefragte Leute in der Öffentlichkeit. Der Inhalt ihrer Botschaft ist eindeutig: Das geistliche Niveau eures Glaubens spiegelt sich in eurer materiellen Situation. D.h. – wer reich ist, ist ein guter Muslim. Wer arm ist, der ist auch geistlich eine arme Socke.

Ein malischer Journalist bringt das Gehabe der besagten Leute auf den Punkt : « Ils aiment le chic, ils vivent pour le choc et ils adorent les chèques, ces jeunes marabouts d’aujourd’hui. » (Die jungen Marabout von heute lieben das schicke Leben, sie schocken durch ihr luxuriöses Auftreten und mögen Checks).

Dangassa | der ungewöhnliche Weg einer basisökumenischen Zusammenarbeit


Das ist schon sehr ungewöhnlich. Diese Art von Zusammenarbeit ist von einem konstruktiven ökumenischen Geist geprägt. Mission macht’s möglich.
In Kamerun kommt ein lutherischer Gemeindeverband auf die Idee, nicht nur Missionare in die entlegenen Gebiete des eigenen Landes zu entsenden, sondern in ein anderes afrikanisches Land, wo die Zahl der Christen noch sehr niedrig ist. Auf der Suche nach einem Partner für dieses Unternehmen stoßen sie auf eine dänisch lutherische Missionsgesellschaft. Gemeinsam entscheiden sich die Dänen und die  kamerunische Kirchenleitung, sieben Missionare ins westafrikanische Mali zu entsenden. Ziel ist nicht die Gründung eines eigenen Gemeindeverbandes, sondern die Zusammenarbeit mit schon bestehenden Kirchen. Fünf Missionare arbeiten mit der kleinen lutherischen Kirche Malis in der westlich gelegenen Region Kayes zusammen. Hier gibt es neben einigen kleinen Gemeinden auch eine Bibelschule, die Malier gemeinsam mit norwegischen lutherischen Missionaren gegründet haben. Darüber hinaus kommt es zu einer Partnerschaft zwischen den Kamerunern, die in Mali den Namen Mission Fraternelle Luthérienne au Mali (MFLM) tragen und unserem Partnerbund UEPEM (Union des Eglises Protestantes Evangéliques au Mali).
Den beteiligten Personen war schon klar, dass es neben der unterschiedlichen Kirchenstruktur auch theologische Unterschiede gibt. Die Lutheraner taufen Kinder, die UEPEM als ein klassischer evangelikaler Gemeindeverband, der durch die Allianz-Mission gegründet wurde, praktiziert "nur" die Glaubenstaufe. Die Gründung von Gemeinden in noch vernachlässigten Gebieten Malis stand aber an erster Stelle. Die Lutheraner haben bei den „Vertragsverhandlungen“ auf einen ihrer wichtigsten theologischen Kernpunkte verzichtet und sich in den Dienst der UEPEM gestellt. Die sprichwörtlich lutherische „Freiheit eines Christenmenschen“ ist im malischen Kontext missionarisch geprägt. Das ist erfreulich und ungewöhnlich zugleich. Hier wird deutlich: Mission dominiert Bekenntnis und Dogma. 
Mission macht basisökumenische Zusammenarbeit über Länder- und Bekenntnisgrenzen hinweg möglich. 
Das lutherische Bekenntnis wird dadurch freilich nicht außer Kraft gesetzt, aber es wird der missionarischen Zielsetzung untergeordnet.

Der kamerunische Pastor Prospère C. und seine Frau arbeiten schon seit 2008 mit der UEPEM zusammen und betreuen in Dangassa eine kleine Gemeinde. Sie haben darüber hinaus Kontakte zu einigen Nachbardörfern. 
Heute haben wir gemeinsam mit Pastor Enoc S. Dangassa und unserem Pastorenkollegen einen Besuch abgestattet. Dangassa liegt knapp 100 südlich von Bamako und ist durch eine 45 km lange Piste mit der Nationalstraße verbunden. 



Die Fahrt war entsprechend verstaubt, doch auch idyllisch. Wir durchkreuzten klassische Dörfer der Malinké und winken Insassen eines hoffnungslos überfüllten Kleinbusses zu. Draußen herrschen Temperaturen von knapp 40 Grad und es weht ein staubiger Wind. Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass hier auf dem Land das Leben einen Gang langsamer tickt als in der malischen Metropole Bamako.

In Dangassa leben ca. 7.000 Menschen. Die Häuser sind meist aus Bankosteinen (Erde) erbaut, aber in einem guten und sauberen Zustand. Typisch für die Gegend sind die strohbedeckten Rundhütten.
Prospère hat einen ehemaligen Muezzin aus einem Nachbardorf zum Treffen geladen. Er erzählt uns seine bewegende Bekehrungsgeschichte. Eine katholische Krankenschwester hat ihm bei einem Besuch auf der Krankenstation den christlichen Glauben erklärt und ihm geholfen, Christ zu werden. Jetzt wird er von unserem lutherischen Pastorenkollegen weiter betreut,  der ihm Eckpunkte des christlichen Glaubens und die Bibel erklärt. Gott ist groß und arbeitet souverän über unsere denominationellen Bindungen hinweg. Der Mann muss sich von seiner Familie Fluchworte anhören und ist von seinem Onkel auch schon verprügelt worden. Doch für ihn gibt es kein Zurück und er besucht regelmäßig den Gottesdienst der ca. 25-köpfigen Gemeinde in Dangassa. Zwischendurch tauschen wir Ideen aus, wie wir Prospère und seine Frau in ihrer missionarischen Arbeit von Bamako aus unterstützen können.
Nach dem Mittagessen besuchen wir einen alten Mann, von dem Prospère nicht genau sagen konnte, ob er schon Christ ist oder nicht. Wir plaudern und erklären ihm den Weg zu Jesus. Während des Gesprächs spricht er ein Gebet und vertraut sein Leben Jesus an. Das war sehr bewegend. Ein alter Mann, der vielleicht noch fünf Jahre zu leben hat oder zehn, macht klare Sache mit Jesus. Ihm ist gleich, was seine Kinder, Enkelkinder und Nachbarn zu seiner Entscheidung sagen.
Als wir schließlich ins Auto steigen und die buckelige Staubpiste zurück zur Hauptstraße in Angriff nehmen, sind wir zwar alle etwas müde, aber auch sehr ermutigt. Auch der kamerunischen Missionarsfamilie mit ihren vier Kindern, die weit weg vom Schuss arbeitet, hat unser Besuch gut getan.

Dieser Tag hat uns deutlich gemacht, wie viele missionarische Möglichkeiten es in Mali gibt, trotz aller politischen Schwierigkeiten und der islamischen Dominanz. Bamako ist gesättigt mit Gemeinden verschiedenster konfessioneller Couleur. Doch im ländlichen Bereich im 100-km-Radius Bamakos gibt es sehr viele strategisch wichtige Dörfer, wo es noch keine Gemeinden gibt und nur wenige Christen. 

mardi 3 février 2015

Sabalibougou | malerisch ätzende Staublandschaft


Während in Deutschland der Winter in vielen Gebieten Einzug gehalten hat und niedrige Temperaturen herrschen, fahren wir in Mali bei weit über 30 Grad unter meist blauem Himmel über staubige Straßen. Heute Morgen waren wir nach Sabalibougou unterwegs. Eine Dunstglocke aus Staub hing über dem Tal und dem Kanal, der parallel zum Niger verläuft. Uns begegnen Fußgänger, Rad- und Motorradfahrer, die sich durch die ätzende Staubwand hindurch wühlen. Sie alle müssen gebührenden Abstand halten, um nicht die volle Ladung des aufgewühlten Staubs der vor ihnen fahrenden Fahrzeuge ab zu bekommen. 

Wir halten an und nehmen eine Schülerin mit, die ihre Nase mit der Hand verdeckt und am Straßenrand steht. Heute wird sie nicht so verdreckt in der Schule ankommen. 
Die Bäume und Sträucher am Wegesrand tragen herbstliche Farben. Die Blätter sind an sich grün, doch der Staub verwandelt die Umgebung in ein ocker-braunes Gemälde. 
Die Straße nach Sabalibougou ist nicht asphaltiert. Bis es soweit ist, müssen wir wahrscheinlich noch lange warten. Jedes Jahr reißt der Regen die Piste auf und verwandelt sie in eine Schlammlandschaft. Schwere Fahrzeuge hinterlassen Schlaglöcher und tiefe Spurrillen. Mühsam werden die nach der Regenzeit wieder zugeschüttet und die Straße wieder in einen einigermaßen befahrbaren Zustand gebracht. 
Eine Sisyphusarbeit ...

dimanche 1 février 2015

Sabalibougou | der Bau der christlichen Schule macht Fortschritte

Büro des Direktors der Schule
Die christliche Schule Pas à Pas (dt. Schritt für Schritt) in Sabalibougou ist eine hervorragende Möglichkeit Kinder Wissen zu vermitteln und mit Werten zu prägen. Die Eltern sind ermutigt und die Schule ist mittlerweile ein fester Bestandteil im Dorf. Die Schule unterstützt die Christen bei ihrem missionarischen Zeugnis im Dorf.
Der zweite Klassenraum vor der Fertigstellung                                           Christiane mit Kindern aus dem Dorf
Auch im nächsten Schuljahr wollen wir wieder 30 bis 35 Kinder neu einschulen. Um dieses Ziel zu erreichen müssen wir im Dorf Werbung machen und den Bau des zweiten Klassenraums vorantreiben. Unser Schulkomitee ist Gott und unseren Freunden dankbar, dass wir durch einige Zuwendungen aus Deutschland und Mali in der Lage waren, den nächsten Bauabschnitt zu beginnen.

Der Ausbau des zweiten Klassenraums:
Klassenraum mit Bodenplatte, Fenstern und Türen
Mittlerweile wurde das Büro des Schuldirektors fertiggestellt und im zweiten Klassenraum ein Betonboden gegossen. Die Wandtafel aus Zement wurde auch schon angefertigt. Hier fehlt nur noch ein spezieller Anstrich. Außerdem werden für das nächste Schuljahr noch Schulbänke benötigt. Auch das Dach aus einer Metallkonstruktion und Metallblechen ist fertiggestellt.
            Veranda - Eingang zum zweiten Klassenraum                                                    Christiane beim Unterricht
Letzte Woche wurden zudem Fenster und Türen montiert und einige Holzbänke repariert.

Die Entwicklung ist insgesamt sehr ermutigend. Das findet auch Pastor Enoc. S., der Initiator der Schule. Vielen Dank für alle Gebete und praktische Unterstützung.
      Pastor Enoc S., der Gründer der Schule                                        Der 3. Klassenraum im Rohbau