samedi 5 décembre 2015

Bamako | jetzt rollt der Ball


Das war ein gelungener Einstieg. Ein junger christlicher Geschäftsmann ergreift mit ein paar Freunden die Initiative und gründet einen christlichen Fußballverein. Zu den Spielern gehören aber nicht nur Christen, sondern auch eine ganze Menge Muslime. Das ist eher selten in Mali und darum allen Lobes wert. Alfred wurde von der Vereinsspitze als Schirmherr ernannt. Heute Nachmittag waren wir zur offiziellen Einweihungsfeier nach Doumanzana, einem östlichen Stadtteil Bamakos geladen. 
Ein paar Hundert Leute waren anwesend – junge und alte und die Vertreter aus Religion und Politik. Das malische Staatsfernsehen und ein christlicher Radiosender dokumentierten den Event und führten Interviews.

Der Ehrengast der Veranstaltung war Salif Keita, der bekannteste malische Fußballer, der 1972 mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet wurde. Auch der Imam des Stadtviertels war anwesend. Nach lauter Musik startete die erste Hälfte des Fußballspiels. In der Halbzeitpause hatte Alfred neben dem Vorsitzenden des Vereins, eine kurze Rede zu halten. Dabei hat er die Bedeutung des Sports für die Erziehung und die Persönlichkeitsbildung hervorgehoben. Der Sport verbindet und überwindet kulturelle und religiöse Grenzen, so wie Gott, der Schöpfer aller Menschen, Grenzen überwindet, um uns zu begegnen und unser Leben zu bereichern und zu verändern. Der Vergleich zwischen Sport und Gottes Handeln leuchtete ein. Der Reporter vom Staatsfernsehen wollte wissen, wie wir die Rolle der Schirmherrschaft füllen wollen und welche Verbindung es zwischen Sport und Religion gibt. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um die Initiative der Christen hervorzuheben. Der Imam kam diesmal nicht zu Wort.

So stellen wir uns Sportmission vor. Christen gehen in die Stadtviertel, bieten eine Plattform auf der Grundlage des gemeinsamen sportlichen Interesses und nutzen die Gelegenheit, in diesem natürlichen Rahmen junge Sportler zu fördern und ihre christliche Überzeugung zu teilen. Die Tür ist offen. An uns als Schirmherr wird man natürlich auch mit materiellen Erwartungen herantreten. Was soll's. Wir werden unser Bestes tun. MIt "Gold und Silber" werden wir erst einmal zurückhaltend sein und eher mit Bällen oder einem Tornetz aushelfen. Was die Verantwortlichen des Vereins in erster Linie erhoffen, ist missionarischer Input, geistliche Begleitung, Ermutigung und Hilfe beim Aufbau eines Netzwerkes engagierter Partner, die den Club unterstützen können. Von finanzieller Unterstützung war bsher keine Rede. Das ist ein gutes Zeichen.

Unser Status erlaubt es uns, jederzeit unsere Ideen zu äußern, bei den Spielen oder beim Training aufzutauchen und unsere Werte zu teilen. Diese Gelegenheit wollen wir nutzen
Es war ein gelungener, lauter und bunter Start. Jetzt hoffen und beten wir, dass die Mannschaft an sportlicher Qualität zulegt und erfolgreich in die nächste Saison starten kann. Das Spiel ging 1:0 aus. Unser Club, der von der malischen Fußballförderation offiziell anerkannt ist, hat den ersten Sieg eingefahren. Das war ein guter Anfang. 
Die Teilnahme am malischen Cup und der Meisterschaft in der 3. Division stehen auch schon auf dem Zettel.

MALI | wir schauen mal zurück

Wir lassen das Jahr 2015 langsam zurück. Nächste Woche werden wir uns nach Deutschland aufmachen, um dort den Resturlaub zu verbringen. Wir freuen uns auf die Begegnungen in unseren Familien und mit unseren Kindern. Die Koffer sind noch nicht gepackt. Die Tage sind noch mit Arbeit und Sitzungen gefüllt. Die Klausurtagung mit unseren Kollegen wird heute zu Ende gehen. Am Samstag fährt Alfred zu einer Veranstaltung, bei der ein christlicher Fußballverein der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Am Sonntag steht der letzte Gottesdienst mit Predigt in unserer kleinen Gemeinde in Sabalibougou auf dem Programm und nachmittags noch eine Sitzung mit den Leuten von der sportmissionarischen Arbeit. Der Wochenanfang steht noch einmal im Zeichen der Schule in Sabalibougou und der FATMES – noch einmal Sozialkunde und vier Stunden Griechisch. Dann packen wir und freuen uns auf den Flug nach Deutschland.
  • Wenn wir auf das letzte Jahr zurückblicken merken wir, wie viel es hier in Mali noch zu tun gibt. Menschen fragen nach Gott und wollen Jesus kennen lernen. Ihnen zu helfen und sie zu begleiten ist uns ein großes Anliegen. Vorwiegend junge Menschen haben sich für ein Leben mit Jesus entschieden. Sternstunden.
  • Wir sind gesund und von Malaria verschont geblieben - auch dank des bitteren Artimisiapulvers, das wir jeden Morgen herunterschlucken.
  • Die junge Gemeinde in Sabalibougou stabilisiert sich. Wir haben Kontakte zu Jugendlichen und Trainern im Dorf, die sich wünschen, dass wir uns engagieren. Das sind hervorragende Möglichkeiten, Evangelium und Leben zu teilen, ohne sich aufdrängen zu müssen.


  • Studierende an der FATMES (theolog. Fachschule für Theologie und Mission) fragen, sind wissbegierig und bereiten sich auf ihre Arbeit in der Gemeinde und Mission vor. Der Bau geht voran und wir hoffen, dass auch im kommenden Jahr die finanziellen Mittel zur Fertigstellung des Gebäudes zur Verfügung stehen.
  • Wir bekommen mit, dass ehrwürdige malische Herren in christlichen Organiationen „es nicht miteinander können“, entmutigt sind und dass sie geneigt sind, die Brocken hinzuwerfen. Und dann denken manche: der Missionar soll es richten. Das ist eine Gefahr, da die Auseinandersetzung in der Sache nur verdrängt wird. Statt aufzuarbeiten werden unliebsame Rollen an andere delegiert. Ob wir bei diesem Spielchen mitmachen sollen?
  • Wir freuen uns über die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit unserem Kollegen Enoc S. Der Mann ist engagiert, der denkt und handelt integriert, er kommuniziert – da haben wir ein gutes Gefühl. Andererseits merken wir aber auch, wie sehr uns die „Funktionäre“ in den Strukturen unseres Gemeindebundes auf die Nerven gegangen sind und uns mit ihren Befindlichkeiten und schwerfälligem Arbeiten ermüden.
  • Die Beschäftigung mit den Sicherheitsfragen nahm in den letzten Monaten einen nicht geringen Platz in unseren Köpfen und Herzen ein. Die nach wie vor unsichere Situation im Norden des Landes und der schleppend verlaufende Friedensprozess geben uns zu denken. Zwei Schritte nach vorne, zwei zurück. Stillstand. Neue Fronten. Auch im Zentrum und Süden des Landes gibt es immer wieder Anschläge, die die Leute in Angst und Schrecken versetzen. In Bamako hatten wir in diesem Jahr zwei große Anschläge mit islamistisch terroristischem Hintergrund, die weltweit für Schlagzeilen sorgten. Keiner weiß, wo sich gerade was zusammenbraut, wer gerade was mit wem ausheckt und wo sich islamistische Terroristen gerade aufhalten.
  • Irgendwann stellt sich dann die Frage, wie lange Mali noch so sicher sein wird, dass es verantwortbar ist, hier weiter zu leben und zu arbeiten. Auf jeden Fall merken wir, dass es wichtig ist, unsere Arbeit so zu gestalten, dass sie nicht von uns abhängig ist. Wir müssen noch stärker integriert arbeiten und Selbständigkeit fördern – und neue Arbeiten nur dann beginnen, wenn sich Malier von Anfang an voll und verantwortlich engagieren.
  • Unser Leben ist bisher nicht bedroht. Dafür sind wir Gott von Herzen dankbar. Dennoch merken wir, dass die latente Gefahr, die sich irgendwo da draußen zusammenbraut, unsere Seele belastet. Sie ist da, aber noch nicht so nahe, dass wir in Panik geraten müssten. Wir werden vorsichtiger, schauen uns um, verfolgen die Pressemeldungen, die Nachrichten der Sicherheitsdienste und reden mit Maliern. Wir ändern unsere Tagesabläufe, um unberechenbarer zu werden. Keiner von uns geht oder fährt alleine in die Stadt. Wir passen aufeinander auf – und wissen uns in dem allen in Gott geborgen.
  • Die Arbeit mit den Gefangenen mussten wir ab November vorerst einstellen. Im Gefängnis sitzen Jihadisten ein, die im Norden Malis gefangen genommen wurden. Die Gefängniswärter haben alle Hände voll zu tun, die Sicherheit in der Anstalt zu gewährleisten. Man befürchtet Tumulte und Befreiungsversuche der Genossen, die sich noch in der Natur herumtreiben. Die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Gefängnis wurden verstärkt und uns wurde von Besuchen bis auf weiteres abgeraten. Schade.
  • In den Monaten August bis Anfang November waren zwei Praktikanten bei uns in Bamako, die wir betreut und begleitet haben. Die Zeit haben wir genossen, viel geredet und voneinander gelernt. Auch ihr Aufenthalt war von Krisenmanagement und spontanen Programmänderungen geprägt. Dennoch waren es hilfreiche Erfahrungen, weil sie die reale Welt missionarischer Arbeit in einem Krisenland aufgezeigt haben.
  • Wir haben uns über die Skypekonferenzen mit unseren Kindern gefreut und über die kleinen Videoclips, die uns unsere Kinder zugeschickt haben. So konnten wir die Entwicklung unseres Enkelkindes über die Entfernung etwas verfolgen und bekamen mit, wie der kleine Paul die ersten Gehversuche startete, mit dem Ball kickt, seinen Vater verprügelt und sich kaputt lacht. Wir haben uns jetzt ein Jahr lang nicht gesehen und werden uns ihm als Großeltern wohl noch mal neu vorstellen müssen.
  • In diesem Jahr haben wir einige Zeit mit unseren Kindern verbracht, die uns besucht haben. Das hat uns gut getan. Hier haben wir gemerkt, wie sehr sich unser Leben verändert hat, dass wir unsere Kinder vermissen und den natürlichen Austausch mit Menschen, die uns nahe stehen und die wir lieben.
  • Wir haben uns über alle Rückmeldungen auf Rundbriefe und Mails gefreut, und auch über die großzügige finanzielle Unterstützung unserer Arbeit. Das zeigt uns: wir sind hier nicht alleine; Menschen beten für uns; uns wird der Rücken gestärkt.
Wir haben gelernt, unsere Herzen und Leben ganz an Gott anzubinden. Er hat uns gerufen und hinauskatapultiert in seine Welt. Menschen können enttäuschen, wir selber machen Fehler und die Umstände sind manchmal entmutigend und erdrückend. In diesen Zeiten ist es wichtig zu wissen, wo wir Antworten auf unsere Fragen finden können: Wem können wir ausnahmslos vertrauen? Wer hält uns? Wer erneuert unseren Mut? Wer schenkt Ausdauer und Stehvermögen? Nicht Menschen - Gott allein, der Große Meister seiner weltweiten Mission.
Die Advents- und Weihnachtszeit macht es uns neu bewusst. Jesus kam und er wird wieder kommen. Er hat Anfang und Ende im Griff. Keiner macht ihm was vor. Unser Gott, der große Weltenherrscher bestimmt Tag und Stunde. Er legt Anfang und Neubeginn fest - nicht die Terroristen, denen das eigene und fremde Leben keinen Deut wert ist. Gott allein - ER ist das Fundament unseres Lebens und Grund unserer Hoffnung auf bessere Zeiten - hier und jetzt und auch in dem, was danach kommt, wenn unsere Reise in dieser Welt beendet sein wird.

mercredi 2 décembre 2015

Sabalibougou | die Toilette steht

Es ist ein kleiner weiterer Schritt beim Ausbau der Infrastruktur an der kleinen christlichen Schule in Sabalibougou. 
Dank der kontinuierlichen Unterstützung unserer Freunde konnten wir die Schultoilette erweitern. Es handelt sich um ein einfaches Plumpsklo mit Dusche mit freiem Abgang der entsprechenden Düfte nach oben – ganz so, wie es die meisten Kinder von zu Hause gewohnt sind. Das Ausheben des 2 Meter tiefen Lochs war bei dem felsigen Untergrund eine recht mühsame Arbeit. Die zusätzliche Toilette war dringend notwendig. Bei 90 SchülerInnen ist eine Latrine einfach zu wenig. Im sozialkundlichen Unterricht bringt Christiane den Kindern bei, wie sie auf Hygiene und Gesundheit achten können. Viel zu oft kam es vor, dass die Kinder ihr „kleines Geschäft“ einfach hinter einem Busch oder ganz ungeniert auf dem Schulhof erledigten. Dafür gibt es jetzt keine Ausrede mehr. Es bleibt zu hoffen, dass die Lehrer jetzt mehr darauf achten, dass die Kinder die neuen „sanitären Anlagen“ auch nutzen.

vendredi 20 novembre 2015

Bamako | die Angst gehört dazu, aber sie bestimmt uns nicht

Quelle: RFI Afrique
Die versuchte Geiselnahme in einem Luxushotel der malischen Hauptstadt Bamako ist zu Ende. Aber nicht einfach so. Am Ende dieses Tages zählen wir 20 Tote oder mehr. Dazu gehören Hotelpersonal, Geiselnehmer und Hotelgäste. Vor der Befreiung durch malische und internationale Spezialeinheiten waren ca. 180 Menschen der Willkür der Terroristen ausgesetzt. Islamisten haben sich mittlerweile zu der Aktion bekannt. 
Ob es sich hier um Ableger des Islamischen Staates handelt oder um in Westafrika seit längerem agierende Terrorzellen, das ist noch nicht klar. Zwei Gruppen haben sich bisher offen zum Anschlag bekannt. Die eine nennt sich Al-Mourabitoun, eine im Norden Malis ansässig Rebellengruppe und zum anderen die Front de Libération du Macina, deren Anführer ein radikaler Imam aus Mali ist. Wer sich mit wem verbündet hat, darüber kann nur spekuliert werden. Letztlich dienen die Anschläge der gemeinsamen Sache. Islamisten weltweit werden sich wieder ins Fäustchen lachen und die Meinung vertreten, ihrer Sache sei ein Dienst erwiesen worden. Die genauen Motive der Täter sind noch unklar. In Bamako sollte in diesen Tagen eine Konferenz der Frankophonie stattfinden. Im Hotel befanden sich europäische und asiatische Geschäftsleute, Techniker, Abgesandte des europäischen Parlaments und Beschäftige von Fluggesellschaften. Der Anschlag trägt auf alle Fälle eine antiwestliche Handschrift - typisch für einen radikal salafistischen Hintergrund der Täter.
Gestern hatte es eine Solidaritätskundgebung für die Opfer der Attentate von Paris gegeben. Und heute gibt es schon wieder Opfer islamistischen Terrors. Dazu passt, dass ein namhafter Anführer der Rebellengruppen vor einigen Tagen seinen Rücktritt vom Friedensprozess angekündigt und zu einer weiteren Radikalisierung seiner Bewegung und zu Anschlägen gegen französische Einrichtungen aufgerufen hatte. Neben der lokalen Dimension der Ereignisse spielen möglicherweise auch die Vorkommnisse in Paris und die Europa weiten Terrorwarnungen eine Rolle. Weltweit Terror und Angst zu verbreiten ist an der Tagesordnung. Der malische Präsident war zzt. des Anschlags im benachbarten Ausland unterwegs und spricht in einer ersten Stellungnahme von „besorgniserregenden Umständen“ in Bamako. Es ist nicht klar, ob die Sicherheitskräfte alle Terroristen neutralisieren konnten, oder ob sich noch der ein oder andere im Hotel verschanzt oder die Flucht ergriffen hat. Die Staatsanwaltschaft mutmaßt, dass es Komplizen gegeben habe. All das ist nicht beruhigend.

In Mali weiß man längst, dass die im Namen Allahs und des Islam verübten Attentate dem Ruf der Religion schaden. Natürlich ist es wichtig, zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden und auch zwischen Muslimen und radikalen Jihadisten, die nur ihre Lesart des Koran gelten lassen. In Mali sieht man dennoch die Muslime in der Pflicht, sich von den Gewalttaten ihrer „Glaubensbrüder“ zu distanzieren und zwar durch konkrete Taten. Wer sagt, isalmistischer Terror hätte nichts mit dem Islam zu tun, der entbindet die moderaten Muslime von ihrer Pflicht, die Situation entschärfende Maßnahmen zu ergreifen. Verbale Distanzierungen reichen nicht aus.
Weltweit werden die terroristischen Attacken der Islamisten verurteilt, ebenso von den meisten politischen Parteien in Mali und den Unterzeichnern des Friedensabkommens im Juni. Bezeichnend ist, dass bei der Durchsicht der Presseerklärungen und Berichte bisher keine offizielle Stellungnahme des Bedauerns seitens der malischen Islamverbände zu lesen ist.
Lediglich der ägyptische Imam der großen sunnitischen Moschee Al-Azhar erklärte in einer auch in der malischen Presse veröffentlichten Erklärung: "Der Terrorismus hat keine Religion. Es sei daher ungerecht, die kriminellen Anschläge, Explosionen und Zerstörungen mit dem Islam in Verbindung zu bringen, nur weil die Attentäter Allah-uh Akbar rufen". 
So lange es den Muslimen selber jedoch nicht gelingt, den Extremismus von Al-Qaida und IS in den Griff zu bekommen und die Hassprediger aus den Moscheen abzuziehen, so lange werden solche Erklärungen reine Theorie bleiben. 


Der Islamismus hat sehr wohl etwas mit dem Islam zu tun. Beide Aspekte sind voneinander zu unterscheiden, aber sie gänzlich voneinander trennen kann man aus historischen und theologischen Gründen nicht. Der heutige radikalpolitische Islam ist eng verbunden mit der radikalen Koranauslegung der Wahabiten, die schon im 18. Jahrhundert eine gewaltsame Missionierung und Reinigung des Islam befürworteten. Wir sollten also nie vergessen, dass sich der islamistische Terror vor allem auch gegen die Muslime richtet, die den Koran weniger radikal auslegen. Die Zerstörung muslimischer Mausoleen im Norden Malis und die Anwendung der Scharia bei populärislamisch geprägten Menschen beweist diese Tendenz.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert kam eine antiwestliche Haltung hinzu, als Reaktion auf den kolonialen Imperialismus. Radikaler Sunnismus und gewaltbereiter Salafismus bilden auch heute den Nährboden für agressive Missionsversuche und Terrorismus gegen westliche Einrichtungen und Bürger. 
Mit anderen Worten sind die folgenden Ursachen mit verantwortlich für die aktuelle Entwicklung:  
  • die radikale Auslegung des Islam seitens der Sunniten (u.a. radikaler, gewaltbereiter Jihad)
  • die Vision eines umfassenden Kalifats und konsequente Anwendung der Scharia (als Ausdruck innerislamischen Reinigungsprozesse und Antwort auf westliche Dekadenz)
  • die islamistische Reaktion auf die provokative westliche Politik im 20. und 21. Jahrhundert (Kolonialismus in Nordafrika und im Nahen Osten, Krieg und zweifelhafte Demokratisierungsversuche wie z.B. in Afghanistan und im Irak, wirtschaftlicher Druck usw.) 
Der innerislamische Reinigungsprozess hat längst internationale Züge angenommen. Ungläubige, gegen die es vorzugehen gilt, sind aber nicht nur Gegner eines radikalen Sunnismus innerhalb des Islam, sondern auch Nichtmuslime. Da wo die Scharia angewandt wird, gibt es letztlich keine Existenzberechtigung mehr, weder für Christen noch für freiheitlich denkende Menschen in demokratischen Gesellschaften. Da, wo die Scharia und der Prophet Mohammed nicht als der "letzte Prophet" anerkannt werden, muss seitens der radikalen Salafisten mit dem Schlimmsten gerechnet werden. 
Natürlich gibt es die Möglichkeit die Koranverse, die zur Gewalt gegen Ungläubige aufrufen, unter Berücksichtigung ihres historischen Kontextes anders auszulegen. Aber dafür wäre es nötig, eine historisch-kritische Exegese des Koran seitens der Islamgelehrten zu befürworten und zu praktizieren. 

Wie hat die Kirche auf kriminelle Handlungen im Namen ihrer Religion reagiert?
Auch in der Geschichte der Kirche gibt es ziemlich dunkle Flecken.

  • Karl der Große (8./9. Jh.) z.B. hat die Sachsen unter Berufung auf den römischen Katholizismus "zwangsbekehrt" - und wer nicht spurte, wurde umgebracht. 
  • Die Kreuzzüge (11./12. Jh.) wurden als christliche Pilgerfahrt zur Erlangung des Totalablasses und als Antwort auf die angebliche islamische Aggression im Heiligen Land begründet.
  • Die spanische Mission in Lateinamerika (ab 16. Jh.) wurde im Namen einer überlegenen christlichen Religion durchgeführt, die Gewalt, Zwangsbekehrungen und Vernichtung der Heiden rechtfertigte. 
  • Die christlichen Buren (ab 17. Jh.) haben mit einer bestimmten Auslegung der Geschichte Israels (Josua und der Kampf gegen die Kanaaniter z.B.) ihr gewaltsames Vorgehen in Südafrika begründet. 

Zu behaupten, das hätte nichts mit dem Christentum und der Bibel zu tun, würden Historiker und verantwortlich denkende Christen nicht akzeptieren. Was uns geholfen hat, aus der historischen Falle und der falschen Auslegung der Bibel herauszukommen, war die Besinnung auf die Tugenden der Vergebung und Selbstkritik (u.a. die kritische Infragestellung der kirchlichen Oberhoheit durch die humanistische Philosophie), das korrigierende Vorbild Jesu (radikale Rückbesinnung auf das Evangelium) und eine kontextbezogene historisch-kritische Exegese der Heiligen Schriften. Dieser Dreischritt von Tugend, Besinnung auf das Vorbild des Begründers der Bewegung und eine differenzierte verantwortliche Auslegung der Heiligen Schrift war ein hilfreiches Korrektiv. Dazu sind die Muslime (bisher) nicht in der Lage oder willens.

Fest steht: Wenn die Terrorakte wirklich nichts mit dem Islam zu tun haben, dann müssten Journalisten verbal abrüsten und dürften nicht mehr von "islamistischen Attacken" reden. Das tun sie nicht - zu Recht. Denn, so sagte ein versierter malischer Islamkenner und Pastor: "Nicht alle Muslime sind Terroristen, doch die Terroristen, die sich weltweit zu den meisten Attacken und Greueltaten bekannt haben sind Muslime, so auch die, die letztens in Bamako zugeschlagen haben." Weiter führt er aus: "Die Terrorakte sind für die Islamisten Ausdruck ihres Jihad und damit Bestandteil ihrer Religion. Es ist zugegebenermaßen eine extremistische und nicht von allen Muslimen geteilte Auslegung des Koran, auf die sie sich stützen - doch zu behaupten, das Ganze wäre lediglich Terror, der nichts mit Koran und dem Islam zu tun hätte, ist Augenwischerei und theoretisches Geplänkel. Wenn Leute ein Hotel stürmen und Allah-uh Akbar rufen, dann ist klar, dass sie ihre Taten im Namen ihrer Religion und ihres Gottes ausüben." 
Die Auswirkungen der Schrecken und Angst verbreitenden terroristischen Aktionen sind schon jetzt im öffentlichen Leben sichtbar - verstärkte Verschleierung der Frauen, Zunahme der Koranschüler, Korankurse für Erwachsene und volle Moscheen. Das alles geschieht weniger aus innerer Überzeugung, sondern aus Angst. Die Leute sagen sich: "Wenn ich in die Hände von Islamisten gerate, dann sollen sie wenigstens denken, dass ich ein ernsthafter Muslim bin." Einige auswendig gelernte Koranverse und die korrekte Wiedergabe des islamischen Glaubensbekenntnisses können möglicherweise lebensrettend sein. (Schahada: "Ich bezeuge: Es gibt keinen Gott außer Allah und ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist." [arab. aschhadu an la-ilaha-ill-allah wa aschhadu anna muhammadan rasulullah]). Es liegt auf der Hand: der terroristische Jihad fördert die Dawa (Missionierung und Reinigung des Islam nach Innen).
Hinzu kommen neben der verbalen Apologetik islamischer Postionen (in Medien, öffentliche Predigten) auch andere wahabitische Missionsstrategien hinzu. Islamische Mission baut auf Geld und auf moralischen und auch von Gewalt begleitete Repressalien in der Öffentlichkeit. So verriet uns ein malischer Islamkenner: "Wahabitische Imame setzen Prämien für junge Muslime aus, denen es gelingt, christliche Frauen zu verführen und zu heiraten. Dies dient dazu, das "Haus des Islam" weiter zu füllen. - Muslime erhalten Geld, viel Geld aus den arabischen Staaten mit der Auflage, die Menschen in ihrem Umfeld zum Wahabitentum zu bekehren und neue Moscheen zu bauen."

Die Regierung hat inzwischen Maßnahmen zur stärkeren Kontrolle beschlossen. Die Kontingente der Sicherheitskräfte vor wichtigen Gebäuden und auf den Straßen werden verstärkt. Unsere Gesprächspartner fragen: "Was tut die Regierung, um die in den Stadtvierteln und Hinterhöfen Bamakos befindlichen Moscheen, Koranschulen und Geschäfte der radikalen Dawa zu durchsuchen und möglicherweise zu verbieten? Jeder von uns weiß, dass es sie gibt, doch keiner geht konsequent gegen sie vor."

Die Frage ist: Wie reagieren wir auf die jüngste Entwicklung? Was sollen wir denken, wie sollen wir handeln?

Menschen, die andere Menschen im Namen ihrer Religion oder aus anderen Motiven umbringen, sind nicht „nur Menschen“. Sie sind theologisch formuliert „ziemlich große Sünder“ oder aus dem Affekt heraus gesagt „absolute Arschlöcher und armselige Typen“. Dennoch sind Hass und Rache zwar verständliche, aber keine hilfreichen Reaktionsmechanismen. Und so bitten wir Gott, dass er unsere Herzen frei macht und uns hilft, auch für Terroristen zu beten und unsere Arbeit gelassen weiter zu tun. Und wir beten für die politisch Verantwortlichen und Sicherheitskräfte, dass sie richtige Entscheidungen treffen – und effektiv handeln.

Unser Wunsch ist, dass die malischen Gemeinden die Zeichen der Zeit erkennen und mutiger und mit mehr Elan in der Öffentlichkeit ihren Glauben an Jesus Christus, den alternativlosen Herrn dieser Welt, bezeugen.

Wir wollen die Zeit, die uns in Mali bleibt, zu konstruktivem Engagement nutzen und dort mithelfen, wo wir benötigt werden. Wir wollen in Menschen investieren, damit sie Jesus kennen lernen und mithelfen, die künftige Generation malischer Leiter auszubilden.

Wir wollen realistisch und aufmerksam sein und uns dabei nicht von der Angst bestimmen lassen. Dass Angst zu unserem Leben dazugehört, das hat Jesus selber seinen Jüngern schon vorhergesagt (Joh. 16,33). Doch er hat auch hinzugefügt, dass „er die Welt überwunden hat“. Unser Glaube ist in diesen Tagen herausgefordert. Lassen wir unser Leben von der Angst bestimmen oder von dem, der die Welt überwunden hat? 
Wer das Leben ernst nimmt, der wird sich eingestehen müssen: Es gibt keine absolute Sicherheit, weder in Europa noch bei uns in Mali. Wir haben Angst, Angst vor unheilbaren Krankheiten, vor Unfällen, und auch vor Terrorakten … Doch diese Angst darf nicht zu unserem Ratgeber werden; sie darf nicht unsere Tagesordnung bestimmen und unser Herz erfüllen. Sie darf nicht zum Ausgangspunkt unserer Entscheidungen werden. Bestimmend für unser Leben ist der Wille Gottes. Und es ist nicht selbstverständlich, dass wir diese Priorität immer klar sehen und nicht doch in von Angst geprägte Mechanismen verfallen.

Malier begreifen langsam aber sicher, dass Leute aus dem Westen anderen Gefahren und Bedrohungen ausgesetzt sind, als sie selber. Wir hoffen, dass sie daraus für die Arbeit in den Kirchen und christlichen Organisationen, in denen sie mit Missionaren zusammen arbeiten, die richtigen Schlüsse ziehen. Unsere Arbeitsstrategie wird sich noch mehr als bisher darauf einstellen müssen, dass wir Malier ermutigen, mehr Verantwortung und Eigeninitiative zu übernehmen. Wie sich die aktuelle Entwicklung auf die Arbeit der Allianz Mission in Mali langfristig auswirken wird, das wird sich herausstellen. "Wir sind nirgends mehr sicher", schreibt ein malischer Journalist, "weder zu Hause, noch auf den Straßen, noch an unseren Arbeitsplätzen. Auf absehbare Zeit in einem ruhigen und friedlichen Mali zu leben, ist eine Illusion".

mercredi 18 novembre 2015

Sabalibougou | meine Trommel macht was mit

Die Kinder spielen im Gottesdienst in Sabalibougou eine große Rolle. Einen eigenen Kindergottesdienst können wir aus räumlichen Gründen und wegen Mitarbeitermangel leider noch nicht anbieten. Deshalb sind die Kinder bei den Erwachsenen mit dabei und bringen sich mit ihren Möglichkeiten ein - besonders beim gemeinsamen Gesang und bei der Begleitung der Lieder. Wenn der Rhythmus mal nicht so getroffen wird, wie nötig und die Abstimmung zwischen den Sängern und den Trommeln nicht funktioniert, dann steht einfach jemand auf, scnappt sich die Trommel und versucht es besser zu machen. Der junge Mann hat seine Sache am letzten Sonntag hervorragend gemacht. Selbstvergessen und die Gemeinde mitnehmend, hat er seiner Trommel das Fell gegerbt. Fantastisch.


vendredi 13 novembre 2015

FATMES | neues Wörterbuch zum Neuen Testament in Arbeit

Gemeinsam mit unserem Kollegen Dr. Dembelé möchten wir für Studenten und Bibelschüler in Mali ein Wörterbuch herausgeben. Es umfasst die Sprachen Griechisch, Französisch und Bambara. Die erste Version besteht schon seit 2004, die Christiane und Alfred mit einem Team von Muttersprachlern erstellt haben. Jetzt arbeiten wir an einer Revision des Textes.
Neben den griechischen Wörtern sollen die Umschrift und die Übersetzung ins Französische erscheinen. Hinzukommen biblische Referenzen, die helfen, die Bedeutung der Begriffe umfassend zu verifizieren. Das Besondere an dem Wörterbuch ist die Übersetzung in die malische Sprache Bambara. Das ist ein Novum. Die Bedeutung liegt darin, dass wir die Studenten schon beim Erlernen der griechischen Sprache und des entsprechenden Vokabulars, ermutigen wollen, eine direkte Verbindung zu der Sprache herzustellen, in der hauptsächlich gepredigt wird – in Bambara. Dr. Dembelé hat eine eigene Übersetzung ins Bambara beigesteuert. Jetzt gilt es, die Varianten zu harmonisieren. Zum Glück gibt es technische Hilfsmittel, um den Berg an Daten zu verarbeiten und in Form zu bringen. Das Projekt bringt sehr viel Arbeit mit sich, aber es macht auch sehr viel Freude. Vielleicht werden wir bis Mitte nächsten Jahres fertig und das Buch kann in der  zweiten Jahreshälfte 2016 erscheinen. Das Wörterbuch umfasst ca. 450 Seiten und soll zu einem für die malischen Studenten erschwinglichen Preis produziert werden.

Dr. Dembelé ist der Vorsitzende der Ev. Allianz in Mali und gleichzeitig Dozent für Systematische Theologie an der FATMES. Wir kennen uns schon viele Jahre. Wir hoffen, dass sich die Arbeit langfristig lohnt und das Buch auf Resonanz stößt.

mardi 10 novembre 2015

Sabalibougou | Leben in der Bude

Kindergarten (22 Kinder)
Das neue Schuljahr ist jetzt 6 Wochen alt. Bei der letzten Lehrersitzung gemeinsam mit dem Schulkomitee haben wir uns über den neuesten Stand informiert. Die staatliche Schulverwaltung hat sich bisher sehr positiv über das Schulprojekt geäußert. Die Anerkennung bis zum 6. Schuljahr ist schon auf dem Weg. Knapp 90 Schüler und Schülerinnen sind mittlerweile an Bord. Die Regierung legt großen Wert darauf, dass die Schulbildung der Mädchen nicht vernachlässigt wird. An unserer christlichen Schule in Sabalibougou gibt es ungefähr genauso viele Mädchen wie Jungs. Das ist eine gute Entwicklung. Die Akzeptanz im Dorfviertel nimmt zu. Neulich trafen wir den Vater eines Schülers, der uns grüßte und mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht sagte: "Das ist unsere Schule!" Ein hoher Grad an Identifikation seitens der Eltern und Kommunalbehörden ist wichtig für die Nachaltigkeit der Schule. Einige Familien können für die Schulgebühren nicht aufkommen. Für diese Zwecke haben wir eine Kasse, aus der Stipendien bezahlt werden können.
Die Erstklässler und die Kindergartenkinder müssen sich erst noch an den neuen Tagesrhythmus gewöhnen. Aber das sieht gut aus. Der Bau einer zweiten Schultoilette ist gerade im Gang. Dank der Unterstützung von Freunden aus Mali und Deutschland gehen die Bauarbeiten Schritt für Schritt vorwärts. 

Doch das Wichtigste an einer Schule sind die Kinder und ihre Lehrer.


2. Klasse (33 Kinder)


1. Klasse (34 Kinder)

dimanche 8 novembre 2015

Sabalibougou | Gott geht auf Menschen zu

Während wir uns gestern noch über die schwerfälligen Wege gemeindeinterner Strukturen geärgert haben, können wir uns heute umso mehr freuen. Gott geht unkonventionelle Wege, an Strukturen und Gremien vorbei und kommt dabei an sein Ziel. Mitten auf diesen Wegen begegnet er Menschen und ruft sie zu sich. Um kurz vor 11 Uhr ruft uns Pierre an, ein junger Christ aus unserer Gemeinde in Sabalibougou. „Kannst du schnell kommen. Ich habe hier einen Freund aus der Nachbarschaft, der sich für ein Leben mit Jesus entscheiden möchte.“ Ein seltsamer und gleichzeitig erfreulicher „Notruf“. Alfred und Lukas machen sich fertig und fahren hin.
Der 14-jährige Teenager möchte, dass seine Bekehrung im Dorf nicht an die große Glocke gehängt wird und sein Name genannt wird. Deshalb treffen wir uns an einem relativ neutralen Ort an der christlichen Schule im Dorf. Wir hatten während der Bibeltreffs Pierre dazu ermutigt, den Kontakt mit seinen nichtchristlichen Freunden aus dem Dorf zu pflegen und ihnen einfach das weiterzugeben, was er selber vom christlichen Glauben weiß. Wir hatten unsere Telefonnummern ausgetauscht und ihm angeboten, uns zu kontaktieren, wenn er Hilfestellung benötigt. Heute war der Tag. Wir trafen uns. Auf Bambara erklärte Alfred im Laufe des Gesprächs, auf was es Gott im Umgang mit Menschen ankommt, was ihn motiviert, warum Jesus in die Welt kam und wie ein Mensch Christ werden kann. Im Gespräch stellte sich heraus, dass Pierre schon gute „Vorarbeit“ geleistet hatte. Es müssen nicht immer die pastoralen Profis sein, die Gespräche über den Glauben führen. Jeder Christ ist Zeuge Jesu und kann das weitergeben, was er verstanden und erlebt hat. Im Gespräch gingen wir einige Bibelstellen durch und haben dann ein Bekehrungsgebet gesprochen. Ab heute gibt es in Gottes Reich einen neuen Jünger Jesu.

Es macht nichts aus, wenn Menschen, die im islamischen Kontext zum Glauben finden, nicht direkt an einem Gottesdienst teilnehmen. Gemeinde kann auch zu Hause oder auf der Veranda eines neutralen Gebäudes oder unter freiem Himmel an einen Baum angelehnt unkonventionell und ohne ausgefeilte Liturgie stattfinden. Jesus hat seine Jünger in erster Linie in die Gemeinschaft mit ihm berufen und nicht in eine religiöse Organisation. Und jetzt beten wir kräftig, dass der Teenager im Glauben Fuß fasst und seiner Entscheidung und Jesus treu bleibt. Der Anschluss an die Gemeinde hat noch Zeit.

samedi 7 novembre 2015

Nicht entmutigen lassen auf steinigen Wegen

« Wenn es eben geht, versuche ich meine pastorale Freiheit auszuschöpfen und Pläne und Ideen so zu realisieren, dass ich sie nicht unbedingt mit den Gremien des Gemeindebundes abstimmen muss“. Dieses Statement stammt nicht von einem gefrusteten westlichen Missionar, dem der langsame Arbeitsrhythmus malischer Kirchengremien und die mangelhafte Kommunikation auf den Senkel gehen. Ein „hoher Funktionär“ unseres malischen Partnerbundes der UEPEM (Union des Eglises Protestantes Evangéliques au Mali) hat diesen Satz so formuliert. Das hat uns hellhörig gemacht. Er trifft ungefähr das Gefühl, was sich auch in unseren Herzen und Köpfen in der letzten Zeit immer wieder breit gemacht hat. Strukturen und Gremien sind in einem Gemeindebund durchaus wichtig. Ohne klare Entscheidungen und Absprachen kehrt das Chaos ein. Ein Problem sehen wir allerdings darin, wenn Entscheidungsträger mit der Umsetzung einer Idee nichts zu tun haben und dennoch alles unter Kontrolle haben wollen. Unzählige Sitzungen werden organisiert. Es wird diskutiert. Es werden Protokolle geschrieben, die kaum einer liest oder in Staub und Aktentaschen Versteck spielen. Die Kommunikation kommt so ins Stocken und Missverständnisse sind damit vorprogrammiert. Am Ende sind diejenigen gefrustet, die anpacken wollen und auf „grünes Licht“ warten. Wenn zuviel Kontrolle und Rechenschaftspflicht das Vertrauen in die Initiativen und die Bewegungsfreiheit engagierter Mitarbeiter überlagern, dann geht die Freude an der Arbeit verloren.
Strukturen und Gremien erfüllen keinen Selbstzweck. Sie sind dazu da, Mitarbeiter zu ermutigen, deren Ideen und Arbeit zu koordinieren und kreativ zu begleiten. Strukturen sind um der Menschen willen da und nicht umgekehrt. In Mali kommen uns manchmal Zweifel, ob dem so ist. Es kann nicht sein, dass eine Initiative erst dann gut ist und als durchführbar gehalten wird, wenn irgendein Vorsitzender oder Gremienmitglied sein Ja gegeben hat. 
Am Beispiel des Versuchs, die Arbeit der Sportmission in die Gemeindestrukturen zu integrieren, haben wir gemerkt, wie ineffizient und schwerfällig die Strukturen unseres Partnerbundes sind. Den anfangs zitierten Satz unseres Kollegen können wir gut nachvolliehen. Jedoch liegt die Lösung nicht im Alleingang.
Ideen isoliert von bestehenden Gemeindestrukturen oder malischen Partnern umzusetzen ist für uns als Missionare keine Alternative. Wir halten an der grundsätzlichen Bedeutung des integrierten Arbeitens fest. Missionare kommen und gehen. Nicht integrierte Initiativen stehen irgendwann isoliert in der staubigen Landschaft und gehen unter. Deshalb müssen wir den oft mühsamen Weg der Absprachen mitgehen und Gott dabei bitten, dass am Ende die Freude an der gemeinsamen Umsetzung gemeinsamer Ziele das Gefühl der Entmutigung übertrumpft.

mercredi 4 novembre 2015

FATMES | Phase der Konsolidierung


Das neue Studienjahr hat offiziell am 20. Oktober mit einem öffentlichen Gottesdienst begonnen. Anwesend waren neben Studenten und Dozenten Vertreter der verschiedenen Gemeindebünde und der Ev. Allianz Malis. Im 4. Studienjahr (Masterprogramm) sind zzt. 7 Studenten eingeschrieben, zwei Studierende im 2. und zwei weitere im 1. Studienjahr. Daneben gibt es eine Reihe von Personen, die das Fernschulangebot der FATMES nutzen. Zwei Kandidaten haben ihre Masterarbeit vorgelegt und warten auf deren Anerkennung.
Die FATMES im Jahre 2015 kann keine großen Zahlen vorweisen. Das hat mehrere Gründe:

  • Die Sensibilisierung der potentiellen Studienanwärter in den Gemeinden läuft nicht optimal.
  • Interessierte Jugendliche zögern mit der Einschreibung, weil sie wissen, dass mit dem Pastorendienst finanziell keine großen Sprünge zu machen sind.
  • Obwohl die FATMES in Kooperation mit einer Universität aus der Elfenbeinküste ein Theologisches Abitur anbietet und damit Kandidaten mit einem niedrigeren schulischen Niveau eine Brücke zum Bachelor-Studium bietet, wird dieses Angebot angesichts des immer stärker sinkenden schulischen Niveaus in Mali nur von wenigen genutzt. Die Durchfallquote beim Abitur lag in diesem Jahr landesweit bei 83 %.

In diesem Jahr werden einige Kurse auf Modularbasis unterrichtet. Das bedeutet, dass ein Kurs in ein bis zwei Wochen stattfindet, statt auf zwei Unterrichtsstunden pro Woche auf das Trimester verteilt zu werden. Damit erhoffen wir uns eine stärkere Konzentration auf ein Thema. Auf der anderen Seite hat eine einfache praktische Erwägung zu diesem Schritt geführt. Da die meisten Dozenten der FATMES auf Honorarbasis arbeiten, nicht fest an der FATMES angestellt und öfters anderweitig unterwegs sind, können wir mit dem Modularsystem dem jeweiligen Zeitplan der Lehrer gerecht werden und den Stundenplan so effektiver gestalten.


Neben der großen Herausforderung, noch mehr Jugendlichen und Mitarbeitern aus den Gemeinden die Vorteile des Lernens an der FATMES schmackhaft zu machen, steht ein weiteres großes Projekt auf dem Zettel. Das Curriculum (Studienprogramm) wurde seit Beginn der FATMES im Jahre 2002 nicht überarbeitet. Eine Studienreform ist längst überfällig. Ende des Monats treffen sich alle Dozenten deshalb zu einem Tag der Reflexion. Ausgehend von den Berufsbildern, für die Studierende ausgebildet werden (Pastor, Gemeindegründer, Bibelübersetzer, Seelsorger, Missionare und Evangelisten usw.), sollen Kompetenzen beschrieben und ein dem malischen Kontext noch besser angepasstes Studienprogramm mit Studienschwerpunkten, Pflichtkursen, praxisbezogenen Workshops und fakultativen Fächern geschnürt werden. Das ist zwar sehr viel Arbeit, aber notwendig und lohnenswert.
In diesem Jahr unterichtet Alfred die Fächer Evangelisation und Erweckung, Griechisch und Missionsgeschichte. Auch die Registrierung und Reorganisation der Bibliothek mit ihren zzt. 5.000 Büchern geht weiter. Hier bringt sich Christiane an zwei Tagen der Woche mit viel Engagement ein. Staubige Bücher zu registrieren erfordert sehr viel Konzentration und Motivation.
Im Übrigen geht der Bau am Gebäude der FATMES in die nächste Runde. Wir haben schon über die Fertigstellung des Rohbaus der ersten Etage berichtet. Jetzt geht es darum Gelder zu finden, die helfen, den Verputz des Gebäudes und die Elektroinstallation anzugehen (ca. 5.000 €).
Die FATMES wird in vielerlei Hinsicht noch für einige Jahre eine Baustelle bleiben. Das ist im afrikanischen Kontext so – geduldig kleine Schritte gehen, gemäß den vorhandenen Möglichkeiten handeln, viele mit ins Boot nehmen und so langsam das Niveau steigern. Wir können in Mali den Erfolg unserer Arbeit nie vorhersagen, oder gar garantieren. Was wir tun können ist, unsere Arbeit in Treue tun und an den Überzeugungen und Visionen festhalten. Der Rhythmus der Umsetzung ist wichtig, aber in Mali sekundär.

jeudi 15 octobre 2015

Sabalibougou | neues Schuljahr mit ungewöhnlichen Zahlen

Das hätten wir uns Ende des letzten Schuljahres nicht träumen lassen. Als wir letzten Dienstag zur christlichen Schule nach Sabalibougou fuhren war es leicht am Regnen. Die Schüler trudelten nur langsam ein und füllten nach und nach die Bänke. Zurzeit haben wir drei Klassenräume, die dank großzügiger Hilfe der christlichen Schule in Darmstadt fertiggestellt werden konnten. Außerdem haben wir auch in Mali Unterstützer des Schulprojekts gefunden, die geholfen haben, Bänke zu reparieren und finanzschwachen Familien mit Stipendien unter die Arme zu greifen.

Im Klassenraum des ersten Schuljahres haben wir 40 neue Kinder gezählt. Und noch immer kommen Eltern mit ihren Kindern zur Einschreibung. Eigentlich sind die maximalen Aufnahmekapazitäten jedoch schon erreicht. Im zweiten Schuljahr sind es 33 Schüler. Hinzukommen 17 Kinder, die das Schulalter noch nicht erreicht haben. Spontan hat das Schulkomitee entschieden, eine Art Vorschul-Kindergarten einzurichten. Eine Leiterin wurde bereits eingestellt. Vor zwei Jahren stand auf dem Schulgrundstück ein Rohbau, ohne Dach und Türen und das kleine Häuschen des Wächters. Seitdem ist die Infrastruktur ausgebaut worden. Heute zählen wir 90 Kinder, die für gehöriges Leben in der Bude sorgen. Letztes Jahr hatten sich die Eltern sehr zufrieden geäußert und versprochen, weiter Werbung für die Schule in ihrem Viertel zu machen. Den Worten folgten Taten. Wir sind froh zu sehen, wie sich Hesekiel S, der Direktor der Schule, für die Kinder und den guten Ablauf einsetzt. Er hat viel Geduld mit Kindern und Eltern und wir sehen ihm an, dass ihm die Arbeit Freude bereitet.
Christiane unterrichtet das Fach Sozialkunde in den beiden ersten Schuljahren. Wir beten dafür, dass das Kollegium (4 Lehrkräfte) gut zusammen arbeitet. Leider konnten wir noch nicht mit der Spiele-Sport-AG auf dem Schulhof starten. Dort hat die Familie des Wächters Erdnüsse angepflanzt. Die müssen erst noch geerntet werden.

Weitere drei Klassenräume sind im Bau. Der Rohbau ist fast fertig. Die nächsten Baumaßnahmen bestehen darin, die Betondecke für das zweite Gebäude zu gießen und das erste zu verputzen.

jeudi 10 septembre 2015

Steppentanz - unser neues Buch ist erschienen

Christiane und Alfred Meier. 2015. Steppentanz – mit Gott unterwegs in Mali. 244 Seiten.
Unser erstes Buch ist frisch aus der Druckerei eingetroffen. Bei Interesse bitte einfach eine Mail an uns senden und die Postanschrift mitteilen: Buchbestellung

Der Aufbau des Buches spiegelt die Vielseitigkeit unseres missionarischen Dienstes in Westafrika. Er zeigt aber auch die Art und Weise, wie wir mit den gemachten Erfahrungen und Beobachtungen umgehen. Praxis und Theorie, Aktion und Reflexion bilden somit ein Ganzes und fließen ineinander.

Wir erzählen Geschichten, präsentieren Texte im journalistischen Stil, aber auch poetische, persönlich zeugnishafte und sachlich reflektierende. Wir haben Graphiken eingefügt, um komplexere Zusammenhänge besser zu illustrieren. Die Texte werden aufgelockert durch Fotos und Karten, damit sie lebendiger werden. 
Wir laden die Leser ein, uns beim Arbeiten und Nachdenken über die Schulter und ins Herz zu schauen. Wir hoffen, dass für jeden etwas Interessantes und Inspirierendes dabei ist. Folgende Themen werden u.a. im Buch aufgegriffen:

FATMES | wichtiger Bauabschnitt fast beendet

Die Bauarbeiten an der FATMES (Gebäude der Fachschule für Theologie und Missiologie) in Bamako gehen mittlerweile wieder zügig voran. Während der Regenzeit waren die Arbeiter mit ihrer Feldarbeit beschäftigt und der Bauleiter hatte ein wenig den Überblick verloren. Dadurch gerieten wir in Verzug. Die finanziellen Mittel reichen jedoch aus, um die Betondecke der ersten Etage zu gießen. Die Betonmaschine und der Seilzug stehen schon bereit. Sand und Kies müssen noch angeliefert werden. Dank der großzügigen Unterstützung unserer Freunde und den Spenden einiger Partnerorganisationen sind wir in den vergangenen Monaten ein großes Stück vorwärts gekommen. 
Nach der Regenzeit wollen wir je nach finanziellen Möglichkeiten die nächste Phase angehen:
  • Einsetzen von Fenstern und Türen
  • Putzarbeiten
  • Elektroarbeiten
  • Einrichten der sanitären Anlagen
  • Estrich und Fußboden
  • Malerarbeiten
Der Studienleiter der FATMES und der Sekretär unseres Trägervereins haben in den vergangenen Monaten für einen reibungslosen Einkauf der Baumaterialien gesorgt. Das Team funktioniert super. 
Die FATMES dient nicht nur der Ausbildung von Theologiestudenten. Sie steht mit ihrer Bibliothek und den Seminarräumen auch den Gemeinden für Seminare und verschiedene Treffen zur Verfügung. Einige der Räume der ersten Etage sollen an Organisationen vermietet werden. Der zu erzielende Erlös soll helfen, Strom- und Wasserrechnungen sowie anfallende Reparaturen zu begleichen. Damit soll erreicht werden, dass die gesamte Struktur sich selber trägt und mittelfristig ohne Gelder von außen auskommt. Der akademische Betrieb läuft dank der eingehenden Studiengebühren und den Mitgliedsbeiträgen des Trägervereins unabhängig.

mercredi 9 septembre 2015

Sabalibougou | sichtbare Fortschritte beim Aufbau der christlichen Schule


Der Schulhof der kleinen christlichen Schule in Sabalibougou gleicht in diesen Tagen erneut einer Baustelle. Die Arbeiten am Blechdach des dritten Klassenraums sind in vollem Gange. Die Fenster wurden schon montiert. Direkt nebenan gießen Bauhelfer Zementsteine. Sie werden für den Bau des zweiten Schulgebäudes benötigt. Auch die Umgebungsmauer des Grundstücks und die beiden großen Türen sind inzwischen fertiggestellt und montiert.
Die für die genannten Baumaßnahmen notwendigen finanziellen Mittel wurden von einer christlichen Partnerschule aus Darmstadt zur Verfügung gestellt. Die Kinder in Deutschland haben sich vorbildlich mit konkreten Aktionen engagiert und gemeinsam mit ihren Lehrern und Eltern einen Sponsorenlauf organisiert. Als wir von dem Ergebnis hörten, waren wir und alle Mitglieder unseres örtlichen Schulkomitees äußerst positiv überrascht. Herzlichen Dank dafür. Kinder engagieren sich für Kinder – das ist etwas ganz Besonderes.


Jeder Euro wird hier in Mali in den nächsten Bauabschnitt investiert – zeitnah, effizient und unbürokratisch. Die aktuellen Gelder reichen aus, um das Fundament für weitere drei Klassenräume (4. – 6. Schuljahr) zu gießen und die Mauern bis Deckenhöhe hochzuziehen. Der Schulbetrieb wird zu 100 % von in Mali generierten Geldern finanziert. Von dem Schulgeld, das Eltern für ihre Kinder zahlen, werden Lehrkräfte, Reparaturen, Schulmöbel und didaktische Mittel finanziert.
Mali ist ein von Krisen geschütteltes Land. 50 % der Bewohner des Landes sind Kinder und Jugendliche. Die staatlichen Schulen sind hoffnungslos überfüllt. Das pädagogische Niveau ist niedrig. Deshalb investieren wir in die Zukunft malischer Kinder und versuchen einen qualitativ guten Unterricht anzubieten. Das Echo der Eltern während des Abschlussfestes zum Ende des ersten Schuljahres hat gezeigt, dass die Eltern mit den schulischen Ergebnissen sehr zufrieden sind und unser Schulprojekt eine Lücke schließt.
Im letzten Jahr haben sich 38 Kinder für das erste Schuljahr eingeschrieben. Obwohl noch Ferien sind, kommen schon jetzt interessierte Eltern auf uns zu, um ihre Kinder für das nächste Schuljahr anzumelden. Das sind ermutigende Zeichen die zeigen, dass das Schulprojekt der Christen akzeptiert ist.

mardi 8 septembre 2015

Sabalibougou | ein Dorf, dem die Zukunft gehört

Der Ort war noch vor 10 Jahren ein kleines, eher unscheinbares Dorf am Rande des Kanals, der sich südlich des Nigers in Richtung Koulikoro schlängelt. Mit Stroh oder mit Wellblech bedeckte Bankohäuser aus lokalem Erd-Tongemisch prägten die kleine Siedlung. Doch das Bild hat sich erheblich verändert. Heute erstreckt sich das Dorf vom westlich gelegenen Schlachthof ca. 5 km Richtung Osten. Im Süden verläuft eine Hügelkette, die ein Wachstum in die Breite schwierig macht. Die Zugangswege zu den Häusern auf den Hügeln führen über felsigen Untergrund und ...

samedi 5 septembre 2015

Bamako | Ökumene und Mission in Mali

Fünf Tage mit fünfzehn Teilnehmern, Frauen und Männer und zwanzig Stunden Unterricht im Rahmen eines missionstheologischen Seminars, das in der malischen Hauptstadt von einer lutherischen Missionsgesellschaft organisiert wurde, liegen hinter uns. Die Missionare, die unter den malischen Peulh (Ethnie) im Zentrum Malis arbeiten, kommen aus Norwegen, Äthiopien, Nigeria, Benin und Kamerun. Es ist ein multikulturelles Team, das von einem Missionar aus Kamerun geleitet und von einem internationalen Zusammenschluss lutherischer Gemeindeverbände finanziell unterstützt wird. Eine weitere Besonderheit besteht darin, ...

vendredi 4 septembre 2015

Moriba Samake | der fröhlichste Pastor in ganz Mali

Der Mann brachte alle zum Lachen. Ein comedian wie aus dem Bilderbuch. Er war der fröhlichste Pastor, den wir bisher in Mali kennen gelernt haben. Moriba Samake war in den 1990ern einer meiner Schüler an der Bibelschule in Bougouni, wo auch eine ganze Reihe der Pastoren unseres Partnerbundes UEPEM ausgebildet wurden. Heute erhielten wir die traurige Nachricht, dass er plötzlich verstorben ist. Moriba war nach seiner Absolvierung lange Zeit als Pastor in der Gemeinde Silengué (im Südwesten Bamakos.) tätig, die zum befreundeten Gemeindebund der Eglise Evangélique Protestante in Mali gehört. Seit zwei Jahren arbeitete er als Lehrer an der Bibelschule in Bougouni, wo er selber ausgebildet wurde. Das letzte Mal haben wir uns anlässlich eines Jugendkongresses im August 2014 und während des Ehemaligentreffens in Bougouni im Januar 2015 getroffen. Wir haben ihn damals auf seinem Hof besucht und über die alten Zeiten gesprochen. Sein Tod macht uns betroffen. Es ist traurig zu sehen, wenn jüngere Menschen vor ihrer Zeit sterben. Moriba hinterlässt seine Frau und vier Kinder - und eine große Lücke in seinem Gemeindebund. Gott möge uns allen und besonders seiner Familie Trost schenken. Am Sonntagnachmittag findet die Beerdigung in Bougouni statt. 
Moriba - ruhe in Frieden.

dimanche 30 août 2015

Mali | Kinder auf der Suche nach einer besseren Zukunft

Sie spielen auf der staubigen Straße. Sie tragen zerrissene Kleider. Sie lachen. Sie streiten. Sie essen was ihre Eltern ihnen geben können, oder was andere ihnen abgeben. Manche von ihnen gehen in die Schule, andere träumen nur davon in die Schule gehen zu dürfen. Für viele ist die Zukunft eine nebulöse Wolke vieler ungeklärter offener Fragen, auf deren Antwort sie nur in geringem Maß selbst einen Einfluss haben.
Kinder in Mali, das sind fast 50 % der Gesamtbevölkerung dieses westafrikanischen Landes südlich der Sahara. Diese Kinder könnten die Zukunft sein, die Hoffnungsträger ihres Landes, die Entscheider, die Leistungserbringer für eine bessere Zukunft in Frieden und in Demokratie. Die Kinder in Mali wachsen auf in einer Übergangsphase, in einer Zeit nach der großen Invasion islamistischer Kämpfer aus dem Norden und dem Putsch in der Hauptstadt Bamako. Diese Ereignisse haben Mali in seiner Entwicklung um Jahre zurückgeworfen. Es war eine Zeit, ...

vendredi 28 août 2015

Mali | Zeichen der Hoffnung in unsicheren Zeiten

Mali ist in der internationalen Presse fasst zu einem Synonym für politische Instabilität geworden. Die Kriminalitätsrate steigt. Im Norden des Landes kommt es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen mit Todesfolge. Die Malier werfen den Schutztruppen der UNO Parteilichkeit vor. Außerdem wird deren Strategie und Zielsetzung ihrer Meinung nach nicht transparent genug kommuniziert. All das führt zu Misstrauen. Und hinter den Kulissen grassieren nach wie vor die Korruption und das dunkle Geschäft.
Wie sollen wir reagieren? Angesichts der Probleme im System könnte man geneigt sein, die Koffer zu packen und zu resignieren. Wir haben uns dafür entschieden, es nicht zu tun. Denn es gibt noch eine andere Seite.

mardi 25 août 2015

Bamako | die FATMES im Fokus malischer Studenten

Mali braucht Männer und Frauen, die motiviert und gut ausgebildet die Herausforderungen annehmen, sich missionarisch engagieren und die Gesellschaft verändern. Diesem Ziel hat sich die FATMES (Ev. Fachschule für Theologie und Missionswissenschaften) seit ihrem Beginn im Jahre 2002 verschrieben. In dieser Woche hatten wir die Gelegenheit die FATMES bei der jährlichen Konferenz der malischen Studentenmission vorzustellen. Etwa 150 Studenten hatten sich in einem Hörsaal der Katholischen Universität für Westafrika, Bamako eingefunden. Die Leute haben interessiert zugehört und ihre Fragen gestellt. Für Studenten und ehemalige Studenten, die jetzt ihrer Arbeit im Inneren Malis nachgehen sind besonders die Fernkurse eine praktikable Option. Diese Kurse ermöglichen ein dem persönlichen Rhythmus des Lernenden angepasstes Studium auf Bachelor-Ebene. Wir hoffen darüber hinaus, dass sich der ein oder andere für Modularkurse an der FATMES einschreibt.
Unterdessen gehen die Bauarbeiten an der ersten Etage an der FATMES weiter. Wir sind kurz davor, die Decke zu gießen. Dafür wird es höchste Zeit. Die starken Regenfälle der letzten Tage tun einer „offenen Baustelle“ nicht gut. Der Regen setzt den noch nicht verputzen Mauern sichtbar zu, und innen werden feuchte Stellen sichtbar. Wir hoffen, dass es dem Unternehmer gelingt, ein starkes Team zusammenzustellen und den Arbeitsrhythmus zu beschleunigen. Wir sind dankbar, dass das Geld bisher ausreicht, um das nötige Material zu kaufen und die Löhne zu zahlen. Wir danken für alle Gebete und Unterstützung.

mercredi 19 août 2015

Bamako | spannende Praktikumszeit

Seit Ende Juli ist Maike zum Praktikum bei uns in Mali. Wir kennen sie schon seit geraumer Zeit. Sie war eine Schülerin von Alfred in seiner Zeit am Theologischen Seminar Rheinland in Wölmersen. Die Schritte in Richtung Weltmission haben wir als ihre Mentoren begleitet und ihr Einblick gewährt in unsere eigenen Erfahrungen. Inzwischen ist Maike Kandidatin bei der Allianz Mission, und sie bereitet sich auf die noch nicht fest terminierte Ausreise als Missionarin nach Afrika vor.
Wir schätzen an Maike ihre Offenheit für neue Erfahrungen und ihre Lernbereitschaft und die Ehrlichkeit, Fragen zu stellen. Nicht die Anderen sind die Fremden, sondern wir, die Missionare, sind Fremde in einer ganz anderen Kultur. Da ist es logisch, dass Fragen aufkommen. Das Verhalten der Menschen ist ungewohnt und ...

dimanche 9 août 2015

Missabougou | sie kamen in der Nacht

Heute Morgen waren wir zum Gottesdienst in Missabougou, ca. 20 Minuten Autofahrt von unserem Wohnort entfernt. Maike, unsere Praktikantin, hat sich dort kurz vorgestellt, erzählt, wie sie Christ geworden ist und was sie motiviert, ihr Praktikum in Mali zu absolvieren.
Als Abdias D., der Pastor der Gemeinde, Alfred nach vorne bat und ihm einen Stuhl anbot, wussten wir, was auf uns zukommt. Der Gemeindepastor war wegen einer langen und wahrscheinlich auch ermüdenden Sitzung am Vortag nicht dazu gekommen, eine Predigt vorzubereiten. Während eines Liedes fragte er mich hinter vorgehaltener Hand, ob ich nicht für ihn einspringen könne. In dieser Situation ist es unmöglich und unhöflich zugleich, Nein zu sagen. Ich habe akzeptiert und während der nächsten drei Lieder und der Ansagen ein Predigtkonzept im Kopf zurechtgelegt. Gottes Geist wird es schon richten, dachte ich mir. 
Das Gebet des Moses für die kämpfenden Israeliten gegen die Amalekiter stand im Mittelpunkt der Predigt (Ex 17). Das Thema passte wie die Faust aufs Auge der aktuellen Situation  in Mali. 
Die Ereignisse in Sévaré (gewaltsame Befreiung von Geiseln in einem Hotel der Stadt) bringen Christen dazu, sich verstärkt im Gebet vor Gott zu vereinigen, einander die Hände und Arme zu stärken und Gott um Hilfe anzurufen, während die Sicherheitskräfte im Land versuchen, die Ordnung wieder herzustellen. Das verstärkte Aufflammen von Anschlägen im ganzen Land verunsichert alle. 

samedi 8 août 2015

Sévaré | die Lage hat sich entspannt, aber ...

In der Nacht vom Freitag auf Samstag, gegen 4 bis 5 Uhr morgens, ist es malischen Spezialeinheiten mit Unterstützung internationaler Schutztruppen gelungen, vier Geiseln aus dem Hotel in Sévaré zu befreien. Dabei handelt es sich um zwei Staatsangehörige aus der Ukraine, einen Südafrikaner und einen Russen. Doch es hat auch Todesopfer gegeben. Laut offiziellem Statement der Regierung und der UNO hat es wohl insgesamt dreizehn Tote gegeben (darunter vier malische Soldaten, vier Terroristen und fünf Angestellte der UNO-Schutztruppen). Eine Geisel konnte schon vor dem Sturm auf das Gebäude aus dem Hotel fliehen. Es hat acht Verletzte gegeben und sieben verdächtige Personen wurden fesrtegenommen. 
Die Situation in der Stadt normalisiert sich langsam. Die Leute gehen auf den Markt und die Straßen sind wieder belebt. 
Es versteht sich aber von selbst, dass die Bewohner Sévarés nach einem solchen Ereignis einige Zeit benötigen, um wirklich zur Normalität zurück zu finden.

vendredi 7 août 2015

Mali | es knallt mal wieder

Heute Morgen erfuhren wir aus verschiedenen Quellen, die übereinstimmend davon berichten, dass es im Stadtgebiet von Sévaré zu Schießereien gekommen ist. Die Bewohner der Stadt haben sich in ihre Wohnungen zurückgezogen. Das Zentrum der Auseinandersetzungen ist ein Hotel in der Nähe des Militärlagers. Im Hotel halten sich wohl Rebellen auf. Nach der missglückten Geißelnahme von Angehörigen der MINUSMA (Schutztruppe der UNO) bzw. von Hotelgästen sollen sie sich in zwei Hotels verschanzt haben und liefern sich seitdem Gefechte mit malischen Militärs. Das berichteten übereinstimmend Focus-Online und eine malische Internetplattform. Eine weitere Internetmeldung besagt, dass es bisher vier Tote gegeben hat, darunter zwei Militärs, ein Attentäter und ein westlicher Staatsbürger. Wir warten die weitere Entwicklung ab. Teilweise sind die Meldungen widersprüchlich. Es ist von Festnahmen die Rede und von weiteren Durchsuchungen nach Komplizen der Attentäter im Stadtgebiet. Die teilweise nicht kongruenten Meldungen kommen auch deshalb zustande, weil die Journalisten nicht vor Ort sind und auf Meldungen der Bürger (per Handy) und der Militärsprecher angewiesen sind.
Sowohl in Sévaré als auch in Bamako sitzen wir zusammen, tauschen Informationen aus und beten.
Über die genaue Herkunft der Drahtzieher der Ereignisse lässt sich bisher nur spekulieren.

jeudi 6 août 2015

Afrika | dezentral. partizipativ. transparent - Überlegungen zur Entwicklungspolitik

Es wird Zeit, dass Afrika seine Probleme selber löst. Das ist nicht etwa die Aussage eines alternden, resignierten westlichen Entwicklungshelfer, der die Nase voll davon hat, dass für die Entwicklung eines Landes vorgesehene Gelder in dunklen Kanälen verschwinden.
Nein. Es ist die Meinung von Samson R. Akinola, dem Chef der Abteilung für regionale und urbane Entwicklung an der Universität von Osogbo in Nigeria.
Es liegen genug Analysen auf dem Tisch, so argumentiert er, Analysen, die meist von westlichen Experten vorgenommen wurden. Es ist Zeit, dass Afrikaner selber ihre Probleme analysieren und eine Leidenschaft dafür entwickeln, sie zu lösen. Hausgemachte Probleme können nur zu Hause gelöst werden.
Ein Problem besteht darin, dass Ausbildungszentren diplomierte Leute produzieren, deren Ausbildung ihnen zwar ein Mehr an Wissen gebracht hat, das aber mit der Lebenswirklichkeit der Menschen in Afrika wenig zu tun hat.
Die Entwicklung findet auch deshalb nicht statt, weil die Erklärungen und Projektentwürfe am Horizont der betroffenen einfachen Menschen auf dem Land oder in der Stadt vorbeigehen. Die einheimischen Sprachen und die traditionellen Denkweisen und Lösungswege werden zu wenig berücksichtigt.  Die in klimatisierten Hotels durchgeführten Seminare und Workshops und die dort erarbeiteten Strategien erreichen meist nicht die Basis.

mercredi 5 août 2015

Sabalibougou | im kleinen Kreis unter interessierten Leuten

Es ist Ferienzeit und natürlich Regenzeit. Diese Kombination führt dazu, dass das Programm in den Schulen ruht und in den Gemeinden auf Sparflamme brennt. Die sonntäglichen Gottesdienste fallen jedoch nicht aus. Wenn die Christen aus den Gemeinden nicht gerade auf Reisen sind oder, in den ländlichen Gebieten, mit der Feldarbeit beschäftigt sind, dann geht es auch mit den wöchentlichen Veranstaltungen weiter. Dazu gehören die Treffen in den Frauenkreisen, die Chorproben der Jugendlichen und die Bibelgesprächskreise.
In Sabalibougou treffen wir uns nach wie vor regelmäßig mit den wenigen Christen zum Bibeltreff am Mittwoch. Letzte Woche war Maike H. dabei. Sie absolviert gerade ein 6-wöchiges Praktikum in Mali, was abschließender Bestandteil ihrer Ausbildung am Theologischen Seminar Rheinland ist.

vendredi 31 juillet 2015

Literaturarbeit | die erste Ausgabe 2015 ist auf dem Markt

Die erste Nummer dieses Jahres ist auf dem Markt. Die Zeitschrift für Theologie und pastorale Fortbildung ESPERANCE steht nach mehrjähriger Pause Pastoren und ehrenamtlichen Mitarbeitern in den malischen Gemeinden erneut zur Verfügung. Die Zeitschrift ist erschwinglich und hat einen Umfang von jeweils 40 Seiten. Sie wird unter dem Label der ACCM (Christlicher Verein für Kommunikation) herausgegeben. Ein Redeaktionsteam von 5 Personen ist für die Bearbeitung der Texte, die Formatierung und den Druck verantwortlich. Abdias Diarra, der Leiter der ACCM, hatte mich vor einigen Monaten gebeten, im Team mitzuarbeiten. Die Zeitschrift ist bereits in den Jahren 1997 bis 2006 erschienen. Die Arbeiten wurden wegen Mitarbeitermangel dann allerdings eingestellt. 
Das Besondere ist, dass der Leitartikel jeweils auch in Bambara übersetzt wird. Wir erhoffen uns damit, mehr Leser zu erreichen. Wir finden, dass wir im Bereich der theologischen Aus- und Fortbildung auf die Amtssprache Französisch nicht verzichten können, weil sie einen Horizont eröffnet, den nationale Sprachen in Mali bisher nicht bieten können. Allerdings ist es wichtig, den Zugang zur Welt der nationalen Sprachen stärker zu fördern. Die Artikel reflektieren Erfahrungen aus der missionarischen und pastoralen Arbeit in Mali. Als Autoren wirken Pastoren, Lehrer und Missionare mit.
Jetzt hoffen wir, dass die Zeitschrift auf großes Interesse stößt und wir im Laufe der nächsten Wochen und Monate viele Abonnenten finden werden.

samedi 25 juillet 2015

FATMES | neue Edition im Visier

Wir nutzen die Ferien und die unterrichtsfreie Zeit, um das nächste Studienjahr vorzubereiten. Im August werden einige Dozenten der FATMES ein Fortbildungsseminar mit missionstheologischen Themen mitgestalten. Eine norwegische lutherische Missionsgesellschaft im Inneren des Landes ist der Organisator.
Außerdem sind wir dabei Studienmaterial für unsere Studenten zu revidieren und in einer eigenen Edition FATMES zu publizieren.
Das bringt Einiges an Arbeit mit sich. Die Texte müssen verfasst, revidiert und formatiert werden. Aber es macht sehr viel Spaß.
Drei Bücher sind zunächst vorgesehen:
  1. Wörterbuch Griechisch - Französisch - Bambara (398 Seiten)
  1. Kompendium zur griechischen Grammatik und Syntax und ein Vokabelregister mit den gebräuchlichsten Wörtern zur besseren Vorbereitung auf Prüfungen (125 Seiten)
  1. Sammelband mit missionstheologischen Texten von Konferenzen aus dem evangelikalen, ökumenischen und katholischen Spektrum zwischen 1966 bis 2012 (300 Seiten)
Die Texte und Materialien werden schon in anderer Form seit einigen Jahren an der FATMES genutzt, müssen aber neu aufgelegt werden. Das Wörterbuch haben Christiane und ich gemeinsam mit einigen Maliern zwischen 1995 und 2004 Jahre erstellt. Das Kompendium ist Anfang der 2000er entstanden, als Alfred Griechisch an der FATMES unterrichtete. Der letzte Band dient als Ergänzung für die verschiedenen missionswissenschaftlichen Fächer.
Die abgebildeten Cover sind Entwürfe. Außerdem müssen wir noch überlegen, wo wir die Dokumente drucken lassen können.

mercredi 15 juillet 2015

Islamistische Drohungen in Bamako und anderswo

Seit Tagen kursieren in der malischen Presse Meldungen, dass die extrem islamistischen Bewegungen AQMI&CO. militante Kämpfer mit Waffen und Propagandamaterial in die südlichen Landesteile Malis schleusen. Die gemäßigten Muslime fürchten Anschläge während des großen Id El Fidr-Festes, dass am 18. Juli das Ende des Fastenmonats Ramadan krönt.
Im Zentrum Malis und auf dem Weg von Segou nach Bamako sind bereits einige verdächtige Personen festgenommen worden. Bei den Verhören haben die Sicherheitskräfte herausgefunden, wo die Drahtzieher zu suchen sind. Nachdem die extremen islamistischen Bewegungen nach dem unterzeichneten Friedensabkommen am 20. Juni in die Defensive geraten sind und durch französische Spezialeinheiten Rückschläge hinnehmen mussten, haben sie ihre Strategie umgestellt. Ihr Ziel sei es nach wie vor, so die Meldungen, die Scharia (islamisches Gesetz) in ganz Mali einzuführen.
Bereits in den vergangen Wochen hatte es kleinere Anschläge in malischen Dörfern im Grenzgebiet zur Elfenbeinküste gegeben. Diese Ereignisse sind ernst zu nehmen. Die Regierung der benachbarten Elfenbeinküste hat entschprechende Antiterrorgesetze verabschiedet oder verschärft.
Bisher ist in Bamako und Umgebung nichts schwerwiegendes passiert. Polizei und Gendarmerie verstärken jedoch ihre Patroullien. 
Die Unterzeichnung des Friedensvertrages ist längst noch keine Garantie für einen dauerhaften Frieden im Land. Der beginnt in den Köpfen und Herzen der Menschen. Die Herzen der Islamisten zu erreichen und deren Einstellungen zu verändern wird sehr schwierig sein. Die gemäßigten Muslime streiten unterdessen darüber, an welchem Tag der Fastenmonat beendet werden soll und welche Regeln des Gebets eingehalten werden müssen, damit viel Segen Allahs dabei herauskommt.

Auch in anderen Erdteilen verschärft sich die Situation. Das Ende des Ramadan erhitzt die Gemüter und spült extreme Geister an die Oberfläche. Heute erreichte uns folgende Meldung, die im pro-medienmagazin veröffentlich wurde:


Islamischer Staat will Christen aus Jerusalem vertreiben
Die Terrororganisation Islamischer Staat hat Christen in Jerusalem aufgefordert, die Stadt bis zum Ende des Fastenmonats Ramadan zu verlassen. Andernfalls drohe ihnen der Tod.
Se Bis zum 18. Juli sollen Christen Jerusalem verlassen. Das steht auf einem arabischsprachigen Flugblatt, das der Ableger der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS), das „Islamische Kalifat in Jerusalem“, bereits vergangene Woche in einem Viertel im Norden der Stadt verteilte. Laut einer aktuellen Meldung von Radio Vatikan habe der IS den Jerusalemer Christen ein Ultimatum bis zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan, dem Id el Fidr Fest am 18. Juli, gestellt. Andernfalls müssten sie mit dem Tod rechnen. Zuerst sollten die Viertel Schuafat und Beth Chanina von Christen gesäubert werden. Danach ziele der IS auf die Grabeskirche in der Altstadt Jerusalems, die Heiligste Stätte der Christenheit in Israel. Auf den Flyern sei außer der Drohung auch das Symbol des Absenders gewesen: die schwarze Flagge des IS.
„Wir müssen die Drohungen ernst nehmen“, habe Weihbischof William Shomali vom Lateinischen Patriarchat in Jerusalem dem katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ gesagt. Die Flugblätter hätten unter Christen Angst ausgelöst. „Es würde genügen, wenn drei junge Fundamentalisten mit Messern bewaffnet ein christliches Haus überfallen, um Panik in der christlichen Gemeinschaft zu verursachen“, sagte der Geistliche. Der frühere Patriarch Michel Sabbah habe gefasst reagiert. „Wir Christen werden im Land bleiben“, sagte er."

Gebet
Wir beten, dass Gott den Muslimen in Träumen begegnet, die wir mit Worten nicht erreichen können. 
Wir beten, dass Gott unser bescheidenes Zeugnis und das Vorbild unseres Lebens nutzt, um Veränderung im Leben von Muslimen herbeizuführen.
Wir beten dafür, dass es friedlich bleibt und die Christen bei aller Bedrohung und Unsicheit ihren Glauben mutig bekennen.