Montag, 30. Juni 2014

Unterwegs nach Mali | Aussendungsfeier von Christiane und Alfred Meier am 6. Juli 2014


Die Rückkehr nach Mali haben wir im Visier. Die Flugtickets liegen schon in der Schublade. Doch bevor wir am 15. August 2014 in den Flieger steigen, wollen wir gemeinsam mit euch die Aussendung feiern. Diese Feier wird in der FeG Friedberg/Hessen stattfinden und zwar 

am  6. Juli 2014   
um  18.00 Uhr

 Wir sind der Gemeinde in Friedberg für ihre Gastfreundschaft und ihr offenes und engagiertes Herz für die Weltmission sehr dankbar. Die Predigt zur Aussendung wird der Präses des Bundes Freier ev. Gemeinden Ansgar Hörsting halten. Er ist unser Freund und der Arbeit in Mali durch seine Tätigkeit als ehemaliger Missionsleiter der Allianz Mission sehr verbunden. Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid. Nach dem Gottesdienst laden die Friedberger uns zum Imbiss ein. Wir freuen uns auf die Begegnung mit euch.
 
Adresse: FeG Friedberg, Pfingstweide 38, 61169 Friedberg
Infos zur Anfahrt gibt es hier: Anfahrtsplan

Samstag, 7. Juni 2014

TSR | Letzte Runden

Als wir 2006 von Mali nach Deutschland umzogen, haben wir eine Heimat verlassen. Wir fühlten uns wohl in Mali. Fast 18 Jahre missionarische Arbeit hatten unser Leben enrom bereichert. Deutschland wurde zu unserer Wahlheimat. Deutschland hatte sich verändert. Wir mussten uns erst einmal eingewöhnen als Familie. Neues Haus, neue Nachbarn, neue Schule, weiße Menschen in der Mehrzahl, neue Arbeitsplätze und Kollegen – und immer nur Deutsch reden. Der Prozess der Reintegration dauerte lange. Wir sind dankbar, dass unsere Kinder die Kurve gekriegt haben. Schulabschlüsse erreicht, Ausbildungen und Studien beendet, ins Berufsleben eingestiegen, den ein oder anderen Partner fürs Leben gefunden. Alles spannende Geschichten. Wenn wir Mitte August Deutschland verlassen, um wieder nach Mali zurückzukehren, dann tun wir das mit einem guten Gefühl. Unsere Kinder engagieren sich im Leben und in der Gemeinde. Sie verstehen sich gut, helfen einander und haben gute soziale Netzwerke aufgebaut. Das wird schon. 
Jetzt drehen wir unsere letzten Runden und schauen gespannt nach Afrika. 
Abschied nehmen ist immer so eine ambivalente emotionale Kiste. Der hat immer zwei Seiten: Freude auf die Zukunft, auf neue Begegnungen, auf neue Ziele und gleichzeitig liebe Menschen zurücklassen. Grüne Wiesen und gute Luft in Deutschland und staubige Hitze in Mali usw. 
Doch wir sind davon überzeugt, dass die großen Herausforderungen in Mali es mehr wert sind angepackt zu werden, als an der relativen Gemütlichkeit in Deutschland festzuhalten. 
Abschiedskaffee mit lieben Kollegen. Aussteigen aus einer Arbeitswelt, die meist zufriedenstellend, mal herausfordernd war. Zig Unterrichtsstunden gestaltet, Abläufe verstanden und nachvollzogen, für Neuerungen gekämpft, den Kopf geschüttelt und auch mal lieber nichts gesagt. 
Und in diesen Tagen: Letzte Unterrichtsstunden. Luftballons und Grußkarten von Seminaristen und Kollegen. Worte des Dankes und gute Wünsche. Letzte Prüfungen und Korrekturen, Notenlisten. Einen dicken Haken setzen hinter acht Jahre Arbeit am Theologischen Seminar Rheinland. 
Was bleibt? 
Mit Theologie das Leben von Menschen prägen, zur Eigenständigkeit verhelfen, das waren meine Ziele. Den eigenen Lebenshorizont einbringen und Erfahrungen teilen. Vermitteln, dass Theologie mit verantwortlicher intellektueller Arbeit verbunden ist und, dass Theologie auch Spaß macht, wenn sie ins Leben fällt und sich so Konturen und Perspektiven herausbilden, die Gottes Handschrift zeigen. 
Die meiste Zeit habe ich damit verbracht, Unterricht vorzubereiten und zu gestalten, in Fächern, die mir am Herzen liegen. 
Historische Theologie, die mich demütig sein lässt in meinen Ambitionen, gegen die Arroganz der Spätgeborenen. Geschichte, die meinen Horizont erweitert und Ehrfurcht und Respekt vor den vielen Lehrmeister des Lebens aus vergangenen Tagen hervorbringt. 
Missionswissenschaft, das Herz aller Theologie. Die reichhaltige und von Höhen und Tiefen geprägte Geschichte der Ausbreitung des Christentums. Das Nachdenken, wie Mission aus der Mitte des Herzens Gottes theologisch begründet werden kann. Das Nachsinnen über den Umgang mit Kulturen und die vielen Fragen, wie die gute Botschaft Gottes glaubwürdig, in Ehrfurcht vor dem Leben der anderen ehrlich kommuniziert und gelebt werden kann. 
Ich hatte es mit motivierten Studierenden zu tun, die Interesse gezeigt und viel nachgefragt haben. Unter ihnen gab es durchaus auch akademische Typen, in der Minderheit  zwar, und dann die mehrheitlich eher an der Praxis Interessierten. Es sind mir auch solche begegnet, von denen ich bis heute nicht sagen kann, was sie geritten hat, eine theologische Ausbildung zu absolvieren. Forget it! Ich muss ja nicht alles checken. 
Beim Korrigieren so mancher Prüfung und Durchlesen von unzähligen Hausarbeiten habe ich mir auf die Oberschenkel geklopft, weil da wirklich gut durchdachte und gewinnbringende Sachen dabei waren. Manchmal habe ich herzlich gelacht über schiefe und lustige Formulierungen und angesichts akademischer Querschüsse und gähnender Leere die Augen verdreht. Frank Ribery auf dem linken Flügel der Reformation – nicht schlecht. Aus dem Fegefeuer wird ein Pflegefeuer und den iroschottischen Missionaren wird eine Irokesenfrisur verpasst. Kreativ-köstlich. Und – nicht beantwortete Fragen auf Prüfungsbögen haben ja auch einen Vorteil: man muss sie nicht lesen und korrigieren. Zeitersparnis.
Wichtig waren mir auch die persönlichen Gespräche mit vielen Studierenden. Wir haben unser Leben geteilt, sind zu missionarischen Einsätzen im In- und Ausland unterwegs gewesen, haben Partys gefeiert, gegen den Ball getreten, Lebensperspektiven ausgelotet. Das hat mir Spaß gemacht. Es ist nicht immer leicht, das Rollenspiel zwischen Lehrer und Schüler zu durchbrechen und sich einfach als Menschen auf einer Ebene zu begegnen. Manchmal ist es gelungen. 
Ich danke meinen Kollegen, für engagierte Sitzungen, persönliche Gespräche und die gemeinsame Zeit.
Auch unter den Seminaristen habe ich Freunde gewonnen, die schon längst das Seminar verlassen haben, mittlerweile verheiratet sind, im Beruf stehen und Familien gegründet haben. Das bleibt in Erinnerung und ich schätze das sehr. 
Am 22. Juni ist mein letzter Arbeitstag. Dann fällt der Hammer. Wir werden unser Haus bestellen und Kisten packen und Afrika ins Visier nehmen … am 6. Juli findet die Aussendungsfeier statt. Noch ein paar Tage Urlaub. Abschied. In den Flieger steigen … 
Ich danke allen, die die letzten Jahre zu einer reichen, lustigen, herausfordernden und sinnvollen Zeit gemacht haben.
Alles hat seine Zeit – Erinnern, Dankbar sein und Weitergehen.

Sonntag, 1. Juni 2014

Christus für die Welt - neues Buch zum 125-jährigen Jubiläum der Allianz Mission



Erhard Michel, Johannes Reimer, Elmar Spohn (Hrsg.). 2014. Christus für die Welt. Theologische Beiträge zur Mission und Gemeindegründung.
Reihe: Geschichte und Theologie der Freien Ev. Gemeinden. Witten: SCM Bundes-Verlag; 344 Seiten. Preis 14,95 €.

Die Allianz Mission feiert Geburtstag. 125 Jahre wird sie alt. Inspiriert duch einen charismatischen schwedischen Evangelisten (Franson) und gegründet von engagierten Geschäftsleuten (Polnick u.a.) im Jahre 1889, hat sich die Allianz Mission seit den 1960er Jahren zur Partnermission des Bundes Freier Ev. Gemeinden entwickelt. Mit 100 Langzeit- und 40 Kurzzeitmissionaren, die in 23 Ländern weltweit unterwegs sind, gehört die Allianz Mission zu den größeren Missionsgesellschaften in Deutschland. Zu einem Geburtstag gehört, dass man sich über die lange Geschichte und Gottes Treue auf dem zurückgelegten Weg freut. Und dazu bestehet aller Grund. Es ist aber auch wichtig, die verschiedenen Aspekte missionarischer Arbeit theologisch zu reflektieren - kritisch, konstruktiv und an der biblischen Norm orientiert. Und das Ergebnis liegt jetzt vor: eine interessante missionstheologische Fundgrube mit Beiträgen zur Theologie und Praxis der Mission. Die Autoren sind u.a. als Missionare tätig, arbeiten in der Geschäftsstelle der AM oder betätigen sich als Dozenten im Bereich der Missionswissenschaft. Und sie ticken theologisch nicht alle gleich, fühlen sich aber alle dem missionarischen Auftrag verpflichtet und sind mit Herz und Seele dabei. 

Einige Beiträge aus dem Sammelband stammen aus meiner Feder:
  • "Gottes Tanz in der Welt" beleuchtet die Bedeutung des trinitarischen Gottesbildes, also des Glaubens an den dreieinigen Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist, für die Mission. 
  • Ein weiterer Artikel trägt den Titel "Evangelisation - ohne geht es nicht. Anmerkungen zur Theologie der Evangelisation im missionarischen Kontext". Hier wird deutlich wie sehr der Begriff Evangelisation ganzheitlich und unter Einbeziehung der alttestamentlichen Perspektive gedeutet wird und sich nicht nur auf die Verbalverkündigung der Botschaft von Kreuz und Auferstehung Jesu reduzieren darf. 
  • Einen mehr missionspraktischen Beitrag habe ich gemeinsam mit meinem Freund und langjährigen Missionarskollegen aus malischen Zeiten Karsten Pascher und einem meiner Schüler am Theologischen Seminar Rheinland Tobias Becker verfasst. Der Artikel "Nur eine Jagd nach Spenden? Anmerkungen zur Theologie und Praxis des Fundraising im Kontext missionarischer Arbeit" beleuchtet die Herausforderungen und theologischen Grundlagen der Suche nach Spenden. Es werden aber auch praktische Vorschläge unterbreitet, die über die individuellen Bemühungen des Missionars in dieser Angelegenheit hinausgehen.
Ergänzt wird die theologische Diskussion zum Thema Mission mit einem Blick auf die Entstehungsgeschichte der Allianz-Mission.
Also - es lohnt sich, das Buch zu bestellen und es zu lesen. Viel Freude dabei!