lundi 14 avril 2014

Passion leben | Gedanken zu Karfreitag

Passion gelebt,
nicht aufgegeben.
Das Gesicht nicht abgewandt,
die Hände nicht davorgehalten.

Passion gelebt,
nicht aufgegeben
Gott unter Menschen.
Alles in Bewegung gesetzt,
Distanzen verkürzt,
Grenzen durchbrochen.

Passion gelebt,
mitten dabei im Leben.
Von zerbrochenen Seelen
in Spannung versetzt,
zwischen Hoffen und Bangen.

Passion gelebt
Gott unter Menschen.
Nicht dort oben geblieben,
hinter Wolken versteckt,
verborgen hinter einer Idee.

Passion gelebt
erniedrigt, hinabgestiegen.
Tränen vergossen,
gezittert, gefleht,
den Weg gegangen.
Gelitten, geblutet,
das Leben erobert.

Passion gelebt,
nicht aufgegeben.
um Menschen gerungen.
Die nicht vergessen,
die im Niemandsland sind.

Passion gelebt,
nicht aufgegeben.
Menschen gehört,
die an den Rand gedrängt
und dort lautlos schreien.

Passion gelebt,
mit Leidenschaft leiden.
um Menschen ringen,
die nach Hause bringen,
die verloren und hilflos sind.

Passion gelebt,
nicht aufgegeben.
Erblindeten Seelenfenstern,
vernebelt, verblendet,
Zugänge zum Licht eröffnen.

Passion gelebt,
nicht aufgegeben.
Gesichter erkannt,
Visionen eröffnet,
Farben geschenkt.

Passion gelebt,
Gott mitten im Leben,
den Menschen ganz nah.

Autor: Alfred Meier

Mission | Partnerschaft in der Weltmission und das liebe Geld

Die Zeiten der Bevormundung durch die westlichen Missionare sind vorbei. Die Gemeinden und Christen aus dem globalen Süden werden zunehmend selbstbewusster. Sie machen längst die Erfahrung, dass sie selber Gemeinden gründen und leiten können. Sie formulieren ihre strategischen und theologischen Positionen und tragen diese bewusst in persönlichen Gesprächen, Leitungsgremien und auf internationalen Konferenzen vor. Das ist gut so. Es gehört zu einer der wichtigsten Aufgaben von Missionaren, Eigenständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Selbstbewusstsein zu fördern. 
Oftmals wird der Reifungsprozess durch die „Reibung im Dialog“ mit den Missionaren gefördert. Auch politische Entwicklungen, wie jüngst in Mali, wo viele Missionare das Land verlassen haben, führen dazu, dass nationale Gemeindeleiter selbstbewusster werden und die Erfahrung machen: es geht auch ohne die Missionare. 
Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Partnern aus den Gastländern gestaltet sich dann einfach, wenn der Dialog auf Augenhöhe geführt wird, wenn man sich auf das Begleiten, das Predigen, den theologischen Lehrdienst und das gemeinsame Bibelstudium konzentrieren kann – wenn keine Machtspiele betrieben werden und das Gerangel um Posten in den Gremien ad acta gelegt wird. Und – wenn Geld keine entscheidende Rolle spielt. In einem Land wie Mali, das zu den ärmsten der Welt gehört, ist es jedoch verständlich, wenn das Bemühen um materielle Absicherung des kirchlichen, sozialen und persönlichen Lebens einen wichtigen Stellenwert einnimmt. Von daher sind Fragen, wo Geld und Absicherung eine Rolle spielen, nicht immer zu vermeiden. Dennoch gilt ...
Macht (wer entscheidet) und Geld (wer finanziert) und das zu große Gefälle zwischen reichen und armen Partnern sind entscheidende Faktoren, die die Zusammenarbeit belasten können  - so habe ich es zumindest in Afrika beobachtet.
Die Kooperation wird auch dann schwierig, wenn ein Partner bestimmen will und der andere die vorwiegend finanzielle Verantwortung für die getroffenen Entscheidungen übernehmen soll; und wenn einheimische Partner ihre Ideen deshalb nicht verwirklichen können, weil ihnen der westliche Partner die finanzielle Unterstützung und damit seine Zustimmung verweigert. 
Zur Eigenständigkeit gehört neben dem theologischen Selbstbewusstsein und der missionarischen und strukturellen Initiativfähigkeit auch die Frage, wie die einheimischen Gemeinden selber ihre materielle Versorgung organsieren wollen. Diese Frage darf im Autonomieprozess nicht ausgeklammert werden - auch wenn die Gemeinden in vielen Ländern des globalen Südens vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen stehen. In diesem Prozess lernen wir zu teilen und auch zu leiden.  
Pastoren stehen in der Gefahr, ihren privilegierten Kontakt zur Missionsgesellschaft zu nutzen, um "direkt" von deren Finanzkraft zu profitieren. Dabei besteht das Risiko, dass die Gemeindebasis außen vor gelassen wird und die soziale Distanz zwischen Pastor und Gemeinde vergrößert wird. Die finanzielle Unterstützung seitens der Missionsgesellschaft darf den Prozess der Sensibilisierung in den Gemeinden nicht unterlaufen. Denn - geistliche Reife zeigt sich auch darin, wie Christen in den Gemeinden die Arbeit "ihres Pastors" materiell (Geld, Naturalien u.a.) unterstützen. Andererseits muss die Missionsgesellschaft Geduld aufbringen und den Prozess der finanziellen Autonomie wohlwollend und assistierend begleiten. Es ist ohne Zweifel ein Ausdruck der Zusammengehörigkeit der Gemeinde Jesu, wenn reiche Gemeinden mit den armen Gemeinden teilen lernen, sei es auf nationalem oder internationalem Level.
Aber ...

Partnerschaft in der internationalen Missionsarbeit verliert ihren Reiz und ihre geistliche Dimension, wenn sie auf den finanziellen Bereich reduziert wird.

Wenn Missionare und Mitarbeiter aus dem Westen jedoch vorwiegend als Geldbeschaffer dienen sollen und Missionsgesellschaften tendenziell Projekte begutachten und Anträge auf Bezuschussung kirchlicher Arbeit entweder akzeptieren oder ablehnen sollen, dann verliert die Zusammenarbeit in der Weltmission ihre ganzheitliche, integrative und auch geistliche Dimension. Dieser Reduktionismus führt zu einer Dienstleistungsmentalität, die es zu vermeiden gilt. Fragen der Finanzierbarkeit von Projekten sollte eingebettet sein in das gemeinsame Unterwegssein, das geprägt ist von geistlicher Gemeinschaft, gemeinsamer Arbeit, dem gemeinsamen Ringen um die richtigen, der gesellschaftlichen Situation angemessenen Vorgehensweise und vom gemeinsamen Feiern.
Mir fallen auf Anhieb drei wegweisende Entscheidungen ein, an denen ich als Verantwortlicher der Missionsgesellschaft beteiligt war und die den einheimischen Partnern nicht gepasst haben. Und alle Entscheidungen hatten mit Geld zu tun. Wenn es um theologische Fragen ging, oder darum, wo eine Gemeindearbeit gestartet werden sollte und wie wir das gemeinsam umsetzen können, dann glich die Zusammenarbeit dem "Ziehen an einem Strang". Sobald Geld im Spiel war, bestand die Gefahr, dass sich die gemeinsame Arbeit in ein "Tauziehen" verwandelte.
Was bleibt? Die faktische Reduzierung der Partnerschaft auf Finanzfragen hinterlässt ein ungutes Gefühl in den Beziehungen.

jeudi 10 avril 2014

Mission | Partnerschaft in der Weltmission ist eine Frage des Vertrauens

Seit dem Zusammenbruch des 2. Weltkrieges und der politischen Aufbruchsstimmung der 1960er Jahre in den Ländern des Globalen Südens zerbröckelt die westliche Dominanz. Das Selbstbewusstsein der Kirchen des Südens steigt. Keine Missionsgesellschaft kommt mehr daran vorbei, ihre Arbeit in den jeweiligen Gastländern partnerschaftlich zu gestalten. Die Allianz Mission genießt in den Gastländern ein hohes Ansehen - eine unmittelbare Folge langjähriger konstruktiver Kooperation. 
Die Zusammenarbeit zwischen AM und ihren Partnern in den Gastländern lässt sich folgenden Typen zuordnen:

  • Kooperation mit anderen Missionsgesellschaften (Mali: Wycliff-SIL; Frankreich: ReachGlobal Europe in Toulouse)
  • Partnerschaft mit einem bereits vor Beginn der Arbeit der AM bestehenden einheimischen Gemeindeverband (Tansania: Afrika-Inland-Kirche)
  • Partnerschaft mit einem von der AM mitbegründeten nationalen Gemeindeverband   (Mali: UEPEM - malischer Gemeindeverband)
  • Zusammenarbeit mit überkonfessionellen Organisationen (Ev. Allianzen)
  • Kooperation mit internationalen oder nationalen Nicht-Regierungs-Organisationen (Philippinen: Lernzentren)
  • Punktuelle oder langfristige Zusammenarbeit und Gestaltung projektorientierter Plattformen zur Erreichung gemeinsamer Ziele (Mali: Verein zur Förderung der theologischen Ausbildung in Bamako)
  • Assistierende Kooperation mit Gemeinden in Deutschland im interkulturellen Bereich (internationale Gemeinden, Migrantengemeinden, integrative Gemeinden)
Die Gefahr besteht nach wie vor darin, dass von Partnerschaft gesprochen wird, in der Praxis aber der jeweilige Partner, sei es eine Missionsgesellschaft oder ein nationaler Gemeindeverband, zur Erreichung der eigenen Ziele benutzt wird. Damit Partnerschaft gelingt, müssen Missionare und einheimische Mitarbeiter einander Vertrauen schenken und sich auf Augenhöhe begegnen. Nach der Übergabe der Studienleitung der FATMES (theolog. Ausbildungsstätte in Bamako) an einen afrikanischen Kollegen im Jahre 2006 schrieb der damalige Vorsitzende der Ev. Allianz in Mali: „Es ist mir in all den Jahren das erste Mal begegnet, dass ein westlicher Missionar einem afrikanischen Bruder eine solch große Verantwortung übertragen hat. Das ist ein Zeichen großen Vertrauens.“  Vertrauen zeigt sich auch darin,
  • dass Spendengelder aus Deutschland im Rahmen ihrer Zweckbestimmung von einheimischen Partnern eigenständig verwaltet werden können. 
  • dass Strategien nicht einfach in Deutschland am grünen Tisch geschmiedet werden, sondern partnerschaftlich abgesprochen und gemeinsam umgesetzt werden.
Partnerschaft lebt entscheidend davon, Leben und Arbeit zu teilen und voneinander zu lernen. Nicht absolute Unabhängigkeit der Partner ist Ziel der Missionsarbeit, sondern eine Kooperation, die vom Geben und Nehmen und gegenseitiger Abhängigkeit geprägt ist. Der jeweils stärkere Partner hat darauf zu achten, dass der schwache Partner nicht untergeht, sondern in Ehren gehalten wird (1. Kor. 12,22f). Es ist übrigens nicht ausgemacht, dass Missionsgesellschaften immer die stärkeren Partner sind, nur weil sie über mehr Finanzen und gut ausgebildete Missionare verfügen. Partnerschaft ist letztlich in Jesus Christus begründet. Er ist die gemeinsame Mitte, an der alle Partner Anteil haben.

lundi 7 avril 2014

Mission | Partnerschaft in der Weltmission und der sanfte Rückzug


Partnerschaft gestaltet sich in klassischen Pioniersituationen, wo eine Arbeit von Null aufgebaut wird, anders als in Situationen, wo westliches Personal eingeladen wird, sich als Mitarbeiter in schon bestehende Strukturen einzugliedern. In der Pioniersituation sind visionäre Initiativen gefordert. Innerhalb bestehender Strukturen sind Begleitung und gabenorientiertes Arbeiten erforderlich. Die missionarische Gemeindearbeit der Allianz Mission in Mali startete Ende der 1989 Jahre. Es war eine Pionierarbeit, die in Abstimmung mit der Ev. Allianz gestartet wurde. Malische Mitarbeiter und Pastoren wurden von Anfang an in die gemeinsame Arbeit integriert. Bereits 1992 haben wir gemeinsam entschieden, dass es einen eigenständigen Gemeindebund geben soll. Im Jahre 2002 wurde der Bund dann selbständig und als Körperschaft vom malischen Staat anerkannt. Im Laufe der Jahre ist ein selbständiger Gemeindebund von 30 Gemeinden entstanden, der heute von 17 malischen Pastoren betreut wird.
Anfang der 2000er Jahre habe ich mir in Mali folgende Frage gestellt: Wie soll sich ein Missionar verhalten, wenn er in einer Pioniersituation entscheidende Impulse gegeben und die Strategie vorgezeichnet hat, wenn er als Vertreter der Missionsgesellschaft Präsenz gezeigt, visionären Einfluss ausgeübt und mitunter unpopuläre Entscheidungen getroffen hat und jetzt die Zeit gekommen ist, sich zurückzunehmen? Mein persönliches Stichwort an dieser Stelle lautet: sanftes Moratorium. Moratorium (Aufschub, Abwarten, Rückzug, Gewähren von Entwicklungsspielräumen) ist ein Begriff, der sich in der Missionsgeschichte seit den 1960er und 1970er Jahren etabliert hat. Er bezeichnet den Wunsch der Gemeinden und Partner des globalen Südens, die Geldzahlungen aus dem Westen und die Entsendung von Personal zunächst einmal aufzuschieben oder auszusetzen. Angesichts der Überlagerung der Missionsarbeit durch westliches Geld und die Bevormundung der Missionare war und ist dieser Wunsch voll und ganz nachzuvollziehen. Vielmehr sollten lokale Initiativen entstehen und die Gemeindestrukturen selbständig werden. Man brauchte Luft zum Atmen und Zeit, auf eigenen Beinen zu stehen. 

Sanftes Moratorium heißt: Ich initiiere zum gegebenen Zeitpunkt meinen eigenen Rückzug. Ich nehme bewusst meinen Hut und ziehe mich aus verantwortlichen Positionen zurück mit dem Ziel, die einheimischen Partner zur Übernahme von mehr Verantwortung herauszufordern.

Meine Erfahrung zeigt mir, dass irgendwann der Punkt erreicht ist, wo es gut ist, sich selber als Pionier, Visionär und Strukturgeber zurückzunehmen – nicht länger auf Entscheidungsebene mitzuwirken, die eigenen Impulse zurückzuhalten und stattdessen die einheimischen Partner „machen zu lassen“. Es ist wichtig, diesen Zeitpunkt möglichst nicht zu verpassen oder zu lange hinauszuzögern. Ich habe versucht, diese Haltung in der Zusammenarbeit mit den Gemeinden konsequent umzusetzen. Wenn Arbeiten anlässlich eines Deutschlandaufenthaltes zu übergeben waren, bin ich nicht mehr in die gleiche Arbeit oder in die gleiche Funktion zurückgekehrt. Als Vertreter der Allianz Mission in Mali habe ich im Jahre 2003 auf den Direktorposten verzichtet und mich aus der nationalen Kirchenleitung zurückgezogen, der ich qua Amt angehörte. Eine weitere Folge war der Rückzug aus den Gremien der regionalen Gemeindebezirke (Distrikte). Stattdessen habe ich den Gemeindepastoren lediglich angeboten, auf lokaler Ebene weiter in den Gemeinden zu predigen und Gemeindegründungsprozesse zu begleiten. Das hat bis zu unserer Rückkehr nach Deutschland im Jahre 2006 gut funktioniert. Im Verhältnis zu den Gemeinden galt für mich von da an: Nicht mehr initiieren, sondern begleiten. Ich habe meinen Arbeitsschwerpunkt auf die überkonfessionelle (d.h. alle Gemeinden Malis einschließende) theologische Ausbildung verlagert. 
Vor vielen Jahren fragte ich einen malischen Freund: Welche Eigenschaften sollte ein Missionar aus dem Westen haben? Was sind deine Vorstellungen?
Er sagte mir: „Ich wünsche mir Leute, die sie selber bleiben und die Dinge in ihrem Zusammenhang verstehen, Leute, die es wagen, Entscheidungen zu treffen und dazu stehen, auch wenn sie sich dabei mal unbeliebt machen oder Missverständnissen ausgesetzt sein können. Ich wünsche mir Missionare, die sich ganzheitlich engagieren, im materiellen und sozialen Bereich und auch im geistlichen. Ich bevorzuge Missionare, die eine langfristige Vision verfolgen, die mehrere Bereiche des gemeindlichen Lebens abdeckt." Die in der Äußerung enthaltenen Leitgedanken finde ich bis heute überzeugend und ich habe sie mir während der letzten Jahre immer mal in Erinnerung gerufen.
Es ist verständlicherweise schwer für einheimische Partner nachzuvollziehen, dass ein Missionar, der in einer Pionierphase „Entscheidendes zu sagen“ hatte jetzt nur noch ein normaler Mitarbeiter, ein Begleiter und Bruder sein möchte. Das nimmt man ihm nicht so ohne Weiteres ab. Es gibt an dieser Stelle Ängste, der Einfluss könnte wieder aufflammen und die eigenen Standpunkte überlagert werden. Einheimische Partner müssen an dieser Stelle lernen, dass der Missionar nicht an seinen Positionen festhält, sondern bereit ist, sich rauszuhalten und dabei auch noch glücklich ist. Und der Missionar muss Standhaftigkeit beweisen und sich nicht in Rollen hineindrängen lassen, wo sein Einfluss als Geldbeschaffer, Strategiegeber, Big Brother und „Colt für alle Fälle“ instrumentalisiert und damit missbraucht wird.  

Begleitung und Förderung durch Bildung sind wichtiger als das Mitmischen in offiziellen Gremien.

Nicht mehr „entscheidend“ eingreifen zu können bedeutet nicht: Jetzt ist der Missionar arbeitslos! Es gibt genügend Bereiche, innerhalb und außerhalb bestehender Strukturen, wo es Bedarf an Visionen, Pioniergeist sowie frischen Ideen und Strategien gibt, z.B. im Bereich Sport und Gemeinde, Ausbildung, Betreuung von AIDS-Kranken u.a. Auch der Aufbau einer theologischen Ausbildungsstätte gehört dazu, wo Leute für ihre Tätigkeit in Gemeinden, im Lehrdienst und in der Gemeindegründungsarbeit ausgebildet werden. Hier agiert der Missionar im Verhältnis zu den Gemeindeverbänden im zweiten Rang. Er steht im Hintergrund, damit Multiplikatoren gefördert und begleitet werden, die in Gemeinden die „Politik mitbestimmen“ und in der Gesellschaft Akzente setzen können.

"Unsere Missionare sind welche von uns und auch Menschen"

Wir erhielten vor einigen Tagen eine Mail von einer unserer Partnergemeinden, die uns auf unserem Weg nach und in Mali begleitet. Einige kreative Köpfe aus der Gemeindeleitung und andere Leute, denen Weltmission ein Anliegen ist, haben einen Slogan kreiert, der uns sehr angesprochen hat: 

"Unsere Missionare sind welche von uns und auch Menschen".  

Der Satz sagt einiges aus. Bei unseren vielen Begegnungen mit offenen und interessierten Menschen in Gemeinden während der letzten Monate haben wir das immer wieder gespürt: Menschen möchten mit ihrem Engagement für die Weltmission ein Gesicht verbinden und Anteil nehmen. Sie wollen wissen, was uns motiviert, was wir tun wollen und wie sie uns konkret unterstützen können. Darüber hinaus haben wir uns immer sehr gefreut, wenn wir gemerkt haben: die Leute interessieren sich für uns als Menschen, für unsere Arbeit, für das Land Mali und die Herausforderungen dort. Sie sehen in uns keine  "herumreisenden Missionare", sondern Menschen mit einer persönlichen Vision, die ihnen wichtig ist.

"... welche von uns"
Die Gemeinde, die den genannten Slogan geprägt hat, möchte, dass wir zu ihnen gehören, nicht als offizielle Mitglieder, aber als Leute, die die Gemeinde fest im Blick hat und die mit uns die gleiche Vision teilt. Einer der Ältesten hat weiter formuliert und den Wunsch geäußert, „dass wir als Gemeinde unsere Mission und unsere Missionare stärker ins Leben und Geschehen holen wollen“. 

"... und auch Menschen"
Natürlich sind Missionare auch nur Menschen. Aber das wird manchmal vergessen. Von daher haben wir uns sehr gefreut, dass bei dem strategischen Input, den Missionare in Sachen Weltmission leisten und dem ganzen Hin und Her zwischen den Kulturen, zwischen Heimat und Fremde, Hitze und Kälte, Erfolg und Rückschlägen auch die menschlichen Bedürfnisse, unsere Familie und persönliche Anliegen nicht aus dem Blick geraten.
In der Gemeinde soll ein neuer Arbeitskreis für Weltmission gestartet werden. Wenn solche Initiativen vom Zentrum der Gemeinde, d.h. der Gemeindeleitung ausgehen, dann ist das „Gold wert“. Wir wurden in der Mail gefragt: „Habt ihr Wünsche an uns als Gemeinde? Jetzt werden Weichen gestellt, da könnt ihr gerne beitragen, was ihr dazu meint, wünscht, empfehlt, voranbringen wollt.“
Wir wünschen uns, dass Gemeinden sich nicht nur als Beter und Geldgeber verstehen. Wir wünschen uns, dass Gemeinden unsere Partner werden, die Weltmission "auf dem Schirm haben", die nachfragen und sich aktiv beteiligen. Missionare, Missionsgesellschaften und Gemeinden sind Partner in der Weltmission, mit unterschiedlichen Rollen, aber im gleichen Boot.

Was antworten wir Gemeinden, die uns nach unseren Wünschen fragen?
Wenn ihr es einrichten könnt, dann wünschen wir uns, dass ihr …

gut kommuniziert 
  • dass die Infobriefe an die Mitglieder des Missionsarbeitskreises weitergeleitet werden. Am besten wäre es, wenn ihr eine Liste der E-Mailadresse erstellt, so dass wir die Infos direkt an sie schicken können.
  • dass unsere Infobriefe und unser Bild irgendwo sichtbar auftauchen im Gemeindezentrum
  • dass auf Bloginhalte aufmerksam gemacht wird, wo wir etwas ausführlicher über wichtige Themen und Ereignisse berichten,
  • dass unser Blog und unsere Homepage mit der Internetseite der Gemeinde verlinkt wird
  • dass ihr evtl. vor dem Gottesdienst eine Infoschleife (PPT) einrichtet, wo ein Bild von uns und ein wichtiges Anliegen auftaucht, so bleiben wir in Wort und Bild präsent. 
  • dass wir evtl. ab und zu einen kleinen Beitrag im Gemeindebrief schreiben können (oder ihr einen Text vom Blog dort veröffentlicht)
reagiert und betet 
  • dass wir die Adresse des Leiters des Arbeitskreises für Missionsinteressierte erhalten, so dass wir einen konkreten Ansprechpartner haben. Vielleicht müssen wir ab und zu ein persönliches Anliegen loswerden, das nicht in einen Infobrief passt, das aber dringend ist und für das gebetet werden sollte,
  • dass ihr in Gottesdiensten, Hauskreisen und privat regelmäßig betet 
  • dass ihr uns Rückmeldungen gebt und auf unsere Infomails o.a. reagiert
  • dass ihr uns euren Gemeindebrief zur Verfügung stellt 
  • dass ihr uns über wichtige Ereignisse informiert, damit wir für euch beten können
Mission in der Gemeinde thematisiert
  • dass das Thema der Mission in Predigten auftaucht und auch in Hauskreisen thematisiert wird (auch wenn wir schon in Mali sind)
  • dass ein spezieller Arbeitskreis für Weltmission ins Leben gerufen wird
euch kreativ einmischt
  • dass ihr bei der AM nachfragt und euch dort positiv und kreativ einmischt, wenn ihr gute Ideen habt
  • dass ihr euch evtl. mit anderen Partnergemeinden, die uns begleiten zusammen tut, uns evtl. in Mali besucht, um einen konkreten Einblick in unsere Arbeit zu bekommen, evtl. mitarbeitet und Eindrücke aus Mali mit nach Deutschland nehmt.
  • dass eure Gemeinde Mitglied bei der AM wird
Was wir tun können?
Unsererseits sehen wir folgende Möglichkeiten, euch auf dem Laufenden zu halten und an unserem Leben und Arbeiten in Mali Anteil zu geben.
  • infoBRIEF (ca. vierteljährlich an alle, die uns ihre Mail- und/oder Postadresse mitgeteilt haben)
  • mali KURZINFO - eine Infomail mit aktuellen Gebetsanliegen und dringenden Infos (ca. zweiwöchentlich)
  • Blog (www.alfredmeier.blogspot.de)  mit ausführlicheren Berichten und Bildern über unsere Arbeit, Eindrücke aus Kultur und Infos aus Politik und Gesellschaft
  • Facebook - Verknüpfung der Blogeinträge im sozialen Netz, Chatroom für persönlichen Austausch
  • Homepage (www.camali.jimdo.com) mit hilfreichen Hintergrundinformationen über Land und Leute und unsere Arbeitsbereiche sowie Projekte
  • Besuche und missionarische Einsätze organisieren für Leute, die sich sinnvoll einbringen können