Dienstag, 7. Januar 2014

Mali | zurück vom Einsatz, mit vielfältigen Erfahrungen im Herzen, Staub in den Klamotten und unangenehmen Geräuschen in der Darmgegend



Unser starkes Team: Oben:Elli, Christiane, Yannik, Niko, Danni, Mitte: Daddi, Lukas, Janina, Lisa Janina, Tabea, Lena, Unten: Marco, Damaris, Micha, Alfred
Zwei Wochen Missionseinsatz in Mali liegen hinter uns. Wir sind geschafft, aber nicht am Boden. Am 22. Dezember 2013 sind wir mit einem Programm im Koffer und sauberen Klamotten am Körper gestartet und am 6. Januar 2014 mit einem Herz und Kopf voller Erfahrungen und afrikanischem Staub in den Kleidern wohlbehalten zurückgekehrt. 15 Leute waren dabei und haben in komprimierter Form erlebt, wie umfassend und ganzheitlich Mission sein kann.
  • sich zusammenfinden und kennen lernen, zusammenleben im Team, 
  • gemeinsam spielen, arbeiten, singen und beten, 
  • flexibel auf veränderte Situationen reagieren, Rollen übernehmen, die neu sind, 
  • mit der mangelnden Kenntnis der Sprache hadern und damit klar kommen, 
  • Flitzekacke im 4 Stundentakt samt Fieber, trockener und verstaubter Hals, 
  • sportlich an die Grenzen kommen, 
  • sich an über 30 Grad mitten im Winter gewöhnen, 
  • malische Gastfreundschaft genießen und lernen, Luxus nicht nur materiell zu definieren, 
  • den beißenden Qualm verbrannten Plastiks in der Nase,
  • ein Kind, das dich anlacht und deinen Vornamen nennt, den es sich vom Vortag gemerkt hat,
  • sich körperlich schwach fühlen, obwohl man mit Kopf und Herz voll motiviert ist, 
  • Predigen vor fremden Menschen aus einer völlig anderen Kultur, 
  • mit Gefangenen in einer Zelle intensive Zeit teilen …
Gott hat geredet in der persönlichen Stille, beim Lobpreis und den Bibelarbeiten in der Gruppe, in persönlichen Gesprächen, beim Gang durch die staubigen Stadtviertel und durch den Anblick der Menschen und ihrer Nöte, durch Gespräche und gemeinsame Zeit. Mali ist kein Land für Romantiker und idealistische Schöngeister – aber ein Land für Menschen, die es zulassen, dass Gott durch den Blick armer und zerlumpter Kinder redet und die sich von geistlicher Not und menschlicher Armut nicht abschrecken, sondern herausfordern lassen. Ganzheitliche Mission ist eben kein theoretisches Gerede, oder das Schlagwort eines Dozenten, mit denen er seine Studierenden plagt. Ganzheitliche Mission kann echt und umfassend am eigenen Körper erfahren werden. Pläne im Kopf, Liebe im Herzen, der Blick für Menschen, Dreck an den Füßen und virale Effekte im Bauch lassen Mission zu einem ganzheitlichen Erlebnis werden. Ganzheitliche Mission ist auch keine künstlich hergestellte Balance aus Wort und Tat. Du tust das, was gerade dran ist: wer Reis braucht, der bekommt Reis - das Wort kommt später; du finanzierst die Operation eines Menschen, den du gar nicht kennst und mit dem du vielleicht nie wirst reden können - vielleicht tut das jemand anderes, wenn du schon längst weg bist; der Sportler erhält ein Training und wenn es passt, dann redest du und verbindest die Lektion mit Werten fürs Leben - es passiert ganz natürlich, so wie Gott es zulässt.

Die beiden Wochen waren eine sehr reiche und intensive Zeit. Die inhaltlichen Ziele wurden fast vollständig erreicht. Wir konnten das tun, was wir geplant und uns vorgenommen hatten. Manchmal mussten wir etwas schieben und flexibel auf Veränderungen eingehen.Viele Details haben wir erst kurzfristig vor Ort per Handy abgestimmt. Doch am Ende hat es gepasst. Was haben wir gemacht? Was ist gelaufen?

Fünf Gottesdienste in Gemeinden aus Bamako und Umgebung gestaltet: Micha, Alfred und Daddi haben gepredigt, Christiane und Janina haben übersetzt, Marco und Danni haben aus ihrem Leben als Christen erzählt



Gefangene in zwei unterschiedlichen Gefängnissen besucht: Mit Pastor Enoc S. haben wir ein Männergefängnis in Kati und ein Jugendgefängnis in Bamako besucht und Reis für die Gefangenen mitgebracht. WIr haben über Neuanfang, Vergebung und Vertrauen gepredigt.Essen gibt es meist nur einmal am Tag. Viele Gefangene sind unterernährt und krank. Einem jugendlichen Gefangenen haben wir eine OP ermöglicht.

Volleyball trainiert: Niko, Elli, Lukas und Danni waren auf dem staubigen Platz in Bamako-Sanfil tätig und haben mit Volleyballteams aus christlichen Gemeinden der Hauptstadt Volleyballregeln eingeübt. Das Zusammenspiel wurde immer besser, die Leute immer motivierter. Das Turnier am Abschlusstag hat viele der Teilnehmer motiviert, in ihren Stadtvierteln weitere Volleyballteams aufzubauen.


Fußball mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gespielt und Werte fürs Leben mitgegeben: Micha, Marco, Daddi, Alfred und Yannik waren hier engagiert. Es war ein Wunder, wie sich der staubige Fußballplatz in Bamako-Sanfil von Tag zu Tag neu belebte. Zunächst waren es eine Handvoll Kinder, dann kamen Jugendliche und Erwachsene hinzu. Mit allen Altersklassen haben wir Trainingseinheiten und kleine Fußballspiele gestaltet. Kinder spielten mit Bällen und hatten tierischen Spaß mit einem Schwungtuch. Am Abschlusstag, beim großen Finale, war der Platz voller Menschen und Tanz. Die Teams wurden durch lautes, rhythmisches Getrommel angefeuert. Das Wichtigste war: wir haben Vertrauen aufgebaut, Kontakte und Beziehungen geknüpft und hier und da über den sportlichen Bereich hinaus Gespräche über Gott und die Welt geführt. Am Schluss wurden Adressen ausgetauscht und gemeinsame Fotos geschossen. Wir dürfen gerne wiederkommen. Einer der Trainer lud uns zu einer Juniorenmannschaft ein, die in der ersten Liga Malis spielt. Das nächste Mal sollen wir eine Seniorenmannschaft der ersten Liga trainieren. So sind Kreise entstanden und Kontakte vertieft worden. 

Kindermissionarische Einsätze durchgeführt: unsere Damen Tabea, Damaris, Lisa, Janina, Lena und Christiane waren in zwei Gemeinden im Großraum Bamakos unterwegs, haben durch Pantomime, mit Händen und Füßen aber auch mit klaren Worten in Bambara biblische Geschichten erzählt und mit den Kindern gebastelt und gespielt. Bis zu 80 Kinder waren dabei.

Einige aus unserem Team mit den Verantwortlichen der sportmissionarischen Organisation EPHRATA in Bamako
Christiane und mir hat es sehr viel Spaß gemacht, mit der Gruppe unterwegs zu sein. Das mögen wir, wenn Leute etwas wagen, sich ausprobieren, Horizonte entdecken. Es ist super, zu sehen, wenn aus dem Gefühl der Unsicherheit vielfältige und bereichernde Erfahrungen entstehen. 

Reaktionen
Unsere Kollegin Regina Damm, Missionarin der Allianz Mission aus Bamako schreibt im Rückblick auf unseren Einsatz: 
"Das Sportmissionsteam ist vor einigen Tagen abgereist. Wir sind sehr dankbar für ihren Einsatz und für die vielen Begegnungen auf dem Sportplatz, in Gemeinden, in Gefängnissen. Sie haben vielen Menschen von Jesus erzählt oder Gemeindeleute neu motiviert. Betet bitte mit dafür, dass die angesprochenen Menschen sich mit Jesus befassen, von Gottes Wort bewegt werden und zum rettenden Glauben kommen."

Etienne Théra, ein Jungendleiter, der am Volleyballtraining teilgenommen habt schreibt in einer Mail:
"Euer Aufenthalt in Mali war ein wirklicher Segen für EPHRATA und auch für die Gemeinden. Danke für alle Ermutigung. Ich werde weiter für euch beten. Alle von EPHRATA werden weiter für euch im Gebet einstehen. Ich habe in meiner Gemeinde am Sonntag von der Fortbildung, dem Turnier und den erhaltenen Sportgeräten berichtet. Die Geschwister waren sehr glücklich. Wir haben schon Pfosten für das Volleyballnetz hergestellt und wollen jetzt damit beginnen, andere Jugendliche auszubilden. Ich werde euch über den Verlauf unserer Arbeit auf dem Laufenden halten. Seid herzlich im Namen Jesu gesegnet.  


Enoc Sagara, Pastor aus Bamako und Koordinator der Gefängnisseelsorge im Namen der Ev. Allianz in Mali, schreibt : «  Wir sind dem Herrn dankbar für euren Aufenthalt in Mali. Ich hoffe, ihr seid wohlbehalten wieder in Deutschland angekommen und dass die Müdigkeit verschwunden ist. Vielen Dank für die finanzielle Unterstützung, die die Operation eines Gefangenen aus dem Jugendgefängnis ermöglicht hat. Der medizinische Eingriff ist gut verlaufen und dem jungen Mann geht es erheblich besser. Danke, dass ihr weiter an Mali denkt.“
 

Umfassende Berichte zu den einzelnen Aktivitäten unseres Malieinsatzes gibt es hier: http://malisport-unterwegs.blogspot.de/

Mali | Sportmissionar gesucht



Aufgabenfelder
Der Sportmissionar ist in einem malisch-deutschen Team tätig und arbeitet in den Bereichen Sport, Ausbildung und Jugendarbeit.

Persönliche Kompetenzen
  • teamfähig, flexibel, kommunikativ, organisatorisch begabt, pädagogische Fähigkeiten
  • identifiziert sich mit den Grundsätzen der Allianz Mission, der UEPEM (malischer Gemeindeverband) und des ISC (International Sport Coalition)
Fachliche Kompetenzen
  • Sprachkenntnisse: Französisch (Sprachschule in Europa nach Annahme der Bewerbung, unterstützt von der Allianz Mission)
  • Bambara, eine der malischen Nationalsprachen, wird vor Ort gelernt
  • sportmissionarische Ausbildung und/oder abgeschlossene Ausbildung im Bereich Sport (Sportwissenschaft, Lehramt)
  • Trainerlizenz für eine der im Einsatzland relevanten Sportarten (Fußball, Basketball, asiatische Kampfsport, Volleyball)
  • 3 od. 1-monatige Ausbildung ISLT (Int. Sport Leadership Training) 
  • praktische Erfahrungen im Bereich Sport
Verantwortung
  • für Aufgaben, die im Leitungsteam Sportmission angetragen werden
  • rechenschaftspflichtig gegenüber Koordinator des Leitungsteams Sport und dem Landesleiter der Allianz Mission in Mali 
Aufgaben des Sportmissionars der Allianz Mission in Mali
Organisation: 
  • arbeitet in einem noch aufzubauenden Leitungsteam SPORTMISSION
  • kooperiert mit der malischen sportmissionarischen Organisation EPHRATA und assistiert bei der Durchführung von deren Projekten und Events
  • hält den Kontakt zur ISC/SRS aufrecht und profitiert von deren know how
Schulung: 
  • bildet Trainer und lifes coaches aus
  • bietet auf Wunsch von Schulen Sport AG an
  • unterrichtet sportmissionarische Kurse an der FATMES
Profisport: 
  • pflegt zusammen mit EPHRATA Kontakte zu Profivereinen
Kirchliche Jugendarbeit: 
  • bringt sich punktuell in die Jugendarbeit der Gemeinde ein (Konferenzen, Aktionen) 
Anstellung
  • Die Anstellung erfolgt im Rahmen eines unbefristeten Arbeitsvertrages mit der Allianz Mission e.V., Dietzhölztal.
  • Die Allianz Mission verantwortet in Kooperation mit Gemeinden die Entsendung und Betreuung des Missionars. 
Finanzierung
  • Mind. 2/3 der anfallenden Personal- und Arbeitskosten müssen durch Spenden von Freunden und Gemeinden aufgebracht werden. 
  • Die Verwaltung der Gelder erfolgt durch die Geschäftsstelle der Allianz Mission, Dietzhölztal.
Sportmission im Netzwerk


SRS – Sportler ruft Sportler, sportmissionarische Organisation mit internationaler Erfahrung, Altenkrichen 
Ephrata – sportmissionarische Organisation in Mali, Bamako 
TSR – Theologisches Seminar Rheinland, sportmissionarische Ausbildung, Wölmersen/Ww. 
AM – Allianz Mission, seit 1985 in Mali tätig in den Bereichen Gemeindearbeit, theolog. Ausbildung, Entwicklungsarbeit, Dietzhölztal 
UEPEM – Union des Eglises Protestantes Evangéliques au Mali, malischer Gemeindeverband, Bamako 
FATMES – Faculté de Théologie et de Missiologie Evangélique au Sahel, theologische Ausbildungsstätte, Bamako
Bewerbung




Allianz Mission, Jahnstr. 53, 
35716 Dietzhölztal, 
Mail: info@allianz-mission.de, 
Tel. 02774-93140 
   


 Nach dem Einreichen der Bewerbungsunterlagen werden folgende Schritte vollzogen:
  • Prüfung der Bewerbung
  • Einladung zu einem informellen Bewerbungsgespräch
  • bei positivem Bescheid, Einladung zu einem Assessement-Center
  • Entscheidung über die Annahme seitens der Gremien der Allianz Mission
  • Berufung zum Kandidaten der Allianz Mission 
Informationen über Mali
  • größtes Land in der westafrikanischen Sahelzone
  • 12 Mio. Einwohner
  • demokratisch-republikanische Verfassung
  • Hauptstadt Bamako, ca. 1,2 Mio. Einwohner
  • ca. 55 % junge Menschen unter 20 Jahren  
  • Meltingpot von ca. 30 verschiedenen Volksgruppen
  • 81 % der malischen Bevölkerung über 15 Jahre sind Analphabeten
  • Sprachen: Französisch 10 %, Bambara 40 %
  • Nationalsport: Fußball
Politische Situation 
Nach einem Staatstreich im März 2012 wird das Land von einer Übergangsregierung der nationalen Einheit regiert. Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in 2013.
Der Norden des Landes war seit Anfang 2012 von Rebellen und radikalen Islamisten besetzt. Die französisch-malische Armee sowie Truppen aus westafrikanischen Ländern haben die Islamisten zurückgedrängt und sichern die zurückeroberten Gebiete ab. Die Islamisten möchten in Mali das islamische Gesetz (Scharia) durchsetzen). Die Situation im Süden des Landes und in der Hauptstadt Bamako ist jedoch zzt. ruhig und das Leben verläuft normal.Christen können ihren Glauben frei bekennen und sich ungehindert treffen.