Donnerstag, 18. Juli 2013

Mali | zwischen Hoffnung und Entsetzen


Der Wahlkampf in Mali ist in seiner heißen Phase. 28 Politiker hatten ihre Kandidatur zur Präsidentschaftswahl am 28. Juli angemeldet. Ein Kandidat ist inzwischen abgesprungen. Die Zeit sei viel zu kurz, die Wahlen seien schlecht vorbereitet und der Druck der Franzosen auf die Einhaltung der Fristen viel zu groß, so die Begründung. In weiten Teilen der Bevölkerung hält man die Termine der einzelnen Wahlgänge für zu früh angesetzt. Der amtierende Übergangspräsident Traoré hat letzte Woche jedoch bekräftigt, dass er selbst und nicht die französische Regierung den Termin festgelegt und befürwortet habe. Inzwischen sind zahlreiche Wahlbeobachter in Mali eingetroffen. Die Kandidaten sind auf einen fairen Wahlkampf eingeschworen worden. Die erste Woche des offiziellen Wahlkampfes ist zufriedenstellend verlaufen. Die Armee wird geschult und auf ihre neutrale Rolle bei den Wahlen vorbereitet.
Inzwischen sind die Banken in Gao, Timbuktu und Mopti wieder geöffnet worden. Normalität kehrt zurück. Der Gouverneur der Region Kidal, die zuletzt noch umkämpft war, ist zurück in seinem Amtssitz und bereitet die Wahlen gemeinsam mit den Sicherheitskräften vor.
Bei Patrouillen im sandig felsigen Gelände des nördlichen Mali ist die Leiche eines Weißen entdeckt worden. Es handelt sich um Philippe Verdon, einen Franzosen, der im November 2011 von radikalen Islamisten entführt worden war.  Aus Paris ist nach der Autopsie des Leichnams zu hören, dass Verdon mit einem Kopfschuss getötet wurde. Diese Tatsache ist ein harter Schlag für die betroffene Familie, die bis zuletzt auf eine Freilassung gehofft hatte – aber auch für die Freunde und Angehörigen der übrigen noch festgehaltenen Entführungsopfer irgendwo in einer Felsgrotte des Sahel oder in der sandigen Sahara.
Für die Malier ist die hohe Teuerungsrate, der enorme Anstieg der Lebenshaltungskosten das zentrale Thema des Wahlkampfes. Ein kleine Dose Trockenmilch kosten inzwischen 7 € und für 5 kg Kartoffeln müssen 5,85 € gezahlt werden. Die Spritpreise sind in den letzten Monaten um 50 % gestiegen. Das führt dazu, dass alle Waren, die aus größerer Distanz angeliefert werden müssen, sich zusätzlich verteuern. Hinzu kommt, dass viele Preise (z.B. Gas, Benzin,  Reis und Hirse, Zucker und Mehl) von zentraler Stelle aus festgesetzt werden und der freie Markt dadurch keine Chancen zu einer vernünftigen Preisbildung hat. Subventionierte Lebensmittel aus dem Ausland werden mit einem künstlichen Aufschlag versehen und dadurch teurer als im Land produzierte Waren. Dies ist z.B. beim Reis der Fall, so Alphaly, ein malischer Journalist. Die Vermutung liegt nahe, dass die künstlichen Gewinne in den Geldbeutel der politischen Elite fließen. „Die große Mehrheit der bekannten Händler sind in Wirklichkeit nur die Namensgeber für die politische Elite. Die wahren Aktionäre sind die Entscheidungsträger der letzten 20 Jahre. Das führt dazu, dass die Subventionen absolut keine Auswirkungen auf den Verkaufspreis haben und die einfache Bevölkerung leer ausgeht“, so die gängige Meinung eines jungen malischen Juristen. Die einfachen Leute in Mali setzen ihre Hoffnung, wie schon so oft, auf eine neue Regierung, die zugunsten der Mehrheit der Bevölkerung entscheidet und eine vernünftige Preispolitik betreibt, die das Leben erträglich macht.

Montag, 15. Juli 2013

Mission ist kein Luxus, den man sich leistet


Gottes Mission in der Welt ist radikal, herausfordernd und zielführend.
Mission ist kein Luxus, den sich Christen und Kirchen leisten, um zu unterstreichen, wie ernst sie es mit dem Glauben meinen. Auch wenn christliche Mission von einigen Zeitgenossen kritisiert oder für überholt angesehen wird, gehört sie zum Kerngeschäft der Nachfolger Jesu. Warum? Weil Jesus sich selber „auf die Socken gemacht hat“. Er war als Gesandter, als Missionar, unterwegs in der Sendung seines Vaters. Er hat sie begonnen und zu Ende gebracht und dafür einen Preis gezahlt. Und Christen werden eingeladen, sich in diese Sendung einzuklinken. Mission ist also nicht einfach ein Job, den sich die einen aussuchen, und den die anderen dankend ablehnen. Mission ist eine Mentalität, eine Einstellung zum Leben, die darüber entscheidet, ob man wirklich verstanden hat, was es bedeutet Christ zu sein.
Lukas 10,1-12 ist ein Text, der die Sendung der Jünger sehr radikal und eindringlich beschreibt. Und hier stellt Jesus selber einige Dinge unmissverständlich klar. 
Jesus beruft und setzt Leute ein, die gehen (V. 1a). Missionare sind von Jesus selber autorisierte, bevollmächtigte Leute. Ihr Auftrag hat eine rechtliche Grundlage. Die 72 Jünger repräsentieren die Gesamtheit der Nationen, die Ökumene, den bewohnten Erdkreis. Das ist der globale Rahmen, den es auszufüllen gilt. Die konkrete Platzanweisung entspricht dem, was Jesus selber für sinnvoll hält (V. 1b). Es sind Städte und Dörfer, wo Jesus selber hingehen würde. 
Es ist Gottes Ernte. Mission ist Gottes Unternehmen. Wenn Christen sich in der Weltmission engagieren, dann wirtschaften sie nicht für sich selber. Es geht um die Ausbreitung von Gottes Herrschaft in dieser Welt. Und da gibt es viel zu tun.
Es beginnt damit, dass Jesus seine Leute hineinnimmt in das Gebet für Arbeiter (V. 2). Aber dabei bleibt es nicht. Nur beten, das funktioniert nicht. Beten und Arbeiten ist angesagt. Wer betet ist ein potentieller Arbeiter (V.2b.3), einer der geht und sich in Gefahr begibt, in die Einsamkeit. Er findet sich wieder in einer menschlich gesehen, unmöglichen Situation – wie Schafe unter Wölfen.
Ohne Geld, Koffer und Schuhwerk ziehen sie los (V.4). Ganz schön radikal und herausfordernd! Missionare müssen sich fragen, wie radikal sie ihre Sendung wahrnehmen. Die Armut der Jünger ist eine Herausforderung an das Vertrauen in Gott. Wird die Versorgung ausreichen, oder werde ich unterwegs verhungern? Wird Gott es hinbekommen, genügend Leute zu mobilisieren, die es als eine Ehre betrachten, bei der globalen Mission Gottes dabei zu sein? Werden sich genug Personen finden, die Missionare unterstützen und die Mission Gottes so zu ihrem Anliegen machen? 
Die Anweisung Jesu fordert aber auch heraus, sich von Menschen und deren Versorgung abhängig zu machen. Die radikale Aussage Jesu ist dennoch kein Freibrief für Gemeinden, dem Missionar das Maß seines Verzichts vorzuschreiben, während sie zu Hause bleiben und weiterhin im Luxus leben. Es stellt sich vielmehr die Frage: Haben Gemeinden begriffen, dass es ein Privileg ist, sich an der Mission Jesu und der seiner Missionare zu beteiligen, dabei selber zu verzichten, damit das Einbringen der Ernte ermöglicht wird? 
Was gilt es zu beachten beim Unterwegssein? 
Der Gesandte soll den Frieden Gottes ausstrahlen, wenn er in der Fremde unterwegs ist. Missionare genießen die Gastfreundschaft derer, für die sie arbeiten. Und heute gilt: Missionare arbeiten für die Menschen, zu denen sie gesandt sind, und auch für die, von denen sie gesandt sind.
Jesus gibt konkrete Anweisungen: 
DRINGLICH: Missionare sollen die Zeit nicht verplempern (kein langer Gruß) (V.4b). Eile ist angesagt. 
ANGEPASST: Wenn Jünger im Namen Jesu weltweit unterwegs sind, dann sollen sie nicht wählerisch sein. Sie passen sich kulturell an. Sie essen das, was ihnen vorgesetzt wird (V.8). 
TATKRÄFTIG: Jünger Jesu gehen auf Menschen zu, sehen ihre Bedürfnisse und heilen die Kranken (V9a). 
VERKÜNDIGEND: Jünger Jesu proklamieren das in Jesus angebrochene Reich Gottes (V.9b). 
ZIELSTREBIG: Jünger Jesu lassen sich von negativen Reaktionen nicht aufhalten. Sie schütteln den Staub aus den Klamotten und gehen weiter (V.10).
Und was bleibt?
Es ist ein großes Privileg, ein Mitarbeiter Jesu zu sein. Der missionarische Job ist herausfordernd und radikal. Hindernisse werden überwunden und von negativen Reaktionen lassen sich Missionare nicht aufhalten.  Es geht um Gottes Herrschaft, die in Jesus Christus schon längst angebrochen ist.

Mittwoch, 10. Juli 2013

Partnerschaft in Afrika | so kann es einem gehen












"Glaubt ihr, dass auch wir Afrikaner gute Ideen haben?". "Seid ihr bereit, uns euer Geld anzuvertrauen?" Kritische Fragen eines afrikanischen Gesprächspartners, der offenbar mit Leuten aus dem Westen zu tun hatte, die Afrikanern wenig zutrauten. Es liegt auf der Hand, dass eine Atmosphäre, die von Misstrauen und übertriebenem Hang zur Kontrolle geprägt ist, keine gute Basis für partnerschaftliche Kooperation ist. In Begegnungen mit afrikanischen Partnern merke ich, selbst nach über 50 Jahren politischer Unabhängigkeit der meisten afrikanischen Staaten, dass der Schmerz der Kolonialisierung und des gewaltsamen westlichen Imperialismus immer noch vorhanden ist. Hinzu kommt, dass Afrikaner hier und da negative Erfahrungen mit westlichen Partnern, auch Missionaren, gemacht haben und verletzt wurden. Diese negativen Erlebnisse werden mitgeschleppt und auf andere Partner projeziert. Die Verletzungen heilen möglicherweise sehr langsam. Schade aber verständlich ...
Die Seele Afrikas ist verletzt, so hat es ein afrikanischer Soziologe aus dem Senegal formuliert. Afrikaner reagieren unterschiedlich auf das Trauma des Kolonialismus. In der postkolonialen Phase und nach so vielen Jahren der Auseinandersetzung mit den Folgen des gemeinsamen, schmerzlichen Weges der euro-afrikanischen Partnerschaft kristallisieren sich drei Verhaltens- und Reflexionsmuster heraus.

Die Pessimisten: Sie üben scharfe Kritik am Kolonialismus und Neokolonialismus in allen seinen Formen. Sie lehnen eine Anpassung an das westliche Wertesystem kategorisch ab. Sie artikulieren größtes Misstrauen gegenüber westlichen Idealen, auf deren Grundlage andere Völker unterdrückt wurden. Sie machen den Europäern den Vorwurf, sie hätten den afrikan. Kontinent bewusst und systematisch abhängig gemacht und manipuliert und damit in die Krise getrieben. Auch der Neokolonialismus wird stark kritisiert. Er gründet auf Profitgier und auf skrupelloser Ausbeutung. In der Missionsarbeit wird diese pessimistische Haltung darin deutlich, dass westlichen Initiativen und Projekten mit Skepsis begegnet wird. Es würde deutlich, so manche Äußerungen, dass Christen aus dem Norden den afrikanischen Partnern im Süden wenig zutrauen. Dies mündet in Bevormundung und in überzogene Kontrolle.
Folge: Afrika muss sich vom Westen distanzieren und sich auf eigene Werte besinnen, basierend auf einem positiven Selbstbildnis 

Die Optimisten: Die Besinnung auf afrikanische Werte wird groß geschrieben. Gleichzeitig befürworten sie eine aktive, selektive Aneignung westlicher Werte. Darin bestehe, so die Optimisten, die einzige Möglichkeit des Überlebens. Die Gefahr der Unterwerfung unter die vom Westen dominierten Mechanismen der Globalisierung besteht jedoch und muss abgewendet werden. In der Begegnung mit Optimisten ist ein offener Dialog über Motive, Ideen und Strategien möglich. Wichtig ist aber, dass der westliche Partner signalisiert: ich will wirklich eure Kultur, Werte und Prioritäten verstehen. Für den afrikanischen Partner ist bedeutsam, dass er spürt, es wird nicht mit verdeckten Karten gespielt und er hat wirklich die Freiheit zu entscheiden und seine eigenen Vorstellungen einzubringen.
Folge: Westliche Ansätze haben eine Chance, wenn die Möglichkeit besteht, dass Afrikaner sich freiwillig dafür entscheiden können und sie an ihre eigenen Werte und Kultur anpassen können. 

Die Neutralisten (Neooptimisten):
Ihnen geht es weder um Assoziation (Anpassung, Einbindung)  noch um Dissoziation (Ablehnung). Die Neutralisten denken pragmatisch. Die Herkunft des Denkmodells, welches das Überleben Afrikas sichert, ist nicht entscheidend, sondern ob sich dieses Modell eignet, den wirtschaftlichen und technischen Fortschritt der Länder Afrikas positiv zu fördern. Die Neurtralisten warnen vor ideologischen Positionen, die eine evolutionäre Stagnation als Folge mit sich bringen. Sie sagen: Auch die Kultur des Westens gerät angesichts der rasanten Entwicklung ins Wanken, warum sollte Afrika da an präkolonialen Werten festhalten oder blind westliche Denkmodelle übernehmen. Der pragmatische Ansatz ist in vielen Fällen vorteilhaft. Er ist in der Regel frei von Vorbehalten und ideologischen Grundsatzdiskussionen. Man schaut sich an, was geht. Mal ist es die afrikanische, mal eher die westliche Idee, die am besten geeignet ist. Wichtig ist am Ende: es ist unser gemeinsamer Entschluss, es so zu machen.
Folge: Den Kulturen und Herausforderungen der Welt auf Augenhöhe begegnen auf der Grundlage eines positiven Selbstbildnisses.

Die genannten Optionen helfen uns ganz praktisch, in den Begegnungen mit Afrikanern herauszufinden, wie unsere Gesprächspartner eingestellt sind und auf westliche Initiativen reagieren, ob sie zum Dialog bereit sind, oder eher auf Konfrontation aus sind. In jedem Fall ist es wichtig, dass westliche Missionare mit der kolonialen Vergangenheit Afrikas und den psychologischen Nachwirkungen vertraut sind und sensibel reagieren. Lokale, afrikanische Initiativen fördern ist die beste Art, zu zeigen, dass wir nicht als Eroberer kommen, die westliche Ideen für das non plus ultra halten, sondern als Begleiter, die gelernt haben in Demut zuzuhören und sich nicht aufzudrängen.

Sonntag, 7. Juli 2013

Afrika | da geht noch was



Zwischenrufe eines Hotelgastes

Respect, mon frère africain!
Deine Völker sind reich, reich an Farben, Sprachen und Kulturen.
Sie haben sich den Respekt zurückgeholt,
Sie sind aufgestiegen und haben ihre Stimme erhoben,
haben sich befreit von Ketten, die Fremde ihnen angelegt hatten.
Die Lebensumstände sind nicht einfach, Afrika,
Krieg und Flucht, heiße Luft und verstaubte Erde zermürben deine Kraft.
Dennoch behältst du dein Lachen.
Du bist ein Künstler des Lebens,
ein Meister der Gelassenheit.

Eh bien, mon frère africain!
In deinem Land sehe ich Villen, die ihres gleichen suchen,
in bester Lage, mit Blick aufs Meer,
ich sehe, dass bei dir viel Geld zu Hause ist.
Und ein paar Straßenzüge weiter,
links und rechts der großen Alleen und Boulevards,
dort reiht sich ein Schlagloch ans andere,
ärmliche Häuser aus löchrigen Steinen zusammengeschustert,
mit rostigem Wellblech bedeckt.

Explique-moi, mon frère africain!
In den Hallen von Hotels sitzen sie mit schickem Anzug,
eine Krawatte um den Hals und protzige Uhren tragen sie,
ausgestattet mit der neusten Ausgabe von I-Pad & Co..
Draußen wartet der Chauffeur, um sie abzuholen in einem 4runner,
fein geputzt und klimatisiert, das neuste Modell.
Hochgebildet sehen sie aus, nehmen teil an Seminaren,
tragen Batches um den Hals und unter ihrem Arm einen offiziellen Ordner,
angefüllt mit neusten Daten, und ich frage mich:
Was tun sie wirklich für ihr Vaterland,
wo Gegensätze das Leben prägen,
und wo ihre Väter und Mütter unter Seufzen ihr täglich Brot verdienen?
Wer geht in die Dörfer? Wer atmet den Staub der Straßen ein?
Ist dir der Schritt zu groß, der Cut zu stark,
raus aus dem Kongresszentrum rein ins Leben,
das für viele deiner Landsleute ein Überlebenskampf ist?

Le-voici, mon frère africain.
Auch andere sehe ich, im angeregten Gespräch vertieft.
Ein Mediziner, so erfahre ich, nicht grau in grau,
die bunten Farben Afrikas trägt er.
Sein Lachen steckt an.
Ein Krankenhaus hat er aufgebaut,
klein angefangen und große Wirkung erzielt.
Er zeigt, wie es gehen kann.
Ein Freund, kommt mir in den Sinn,
der seine Karriere aufgegeben,
und seinen Rang als Offizier verließ,
die Schulbank hat er fern der Heimat gedrückt,
und er kommt zurück, weil sein Land ihn braucht.
Seine Reden sind klar, er weiß was er will.
Und er regt sich auf, wenn Intrigen und Korruption den Kreis des Lebens stören.

Ca ne te dérange pas, mon frère africain?
Eliten gibt es auch bei dir. Und du weißt, wie sie sich an der Macht halten.
Sie schieben sich die Münzen hin und her,
eine Hand wäscht die andere und das Geld waschen sie gleich mit.
Der Elite, ihr ist es egal, dass ihr Land in den Statistiken ganz unten rangiert,
so lange ihr Einkommen gesichert ist und die Klinken ihrer Türen golden glänzen.

Tu te ne révolte pas, mon frère africain?
Wann stehst du auf, wann änderst du was?
Du hast den Durchblick,
du weist, wie der Hase läuft und wo die Schlange kriecht.
Wer zertritt ihr den Kopf?
Wer durchbricht den Kreislauf der korrupten Schleimerei?
Liegen die Missstände im System, dann decke sie auf und ändere es.
Plakate verändern nicht die Welt.
Es sind die Menschen, die auf die Straßen gehen,
die sich erheben und Rechenschaft fordern.

Permets-moi, mon frère Africain!
Ich wünsche mir, dass du dein offenes Lachen behältst,
den Rhythmus und die Freude beim Tanz,
dass du die Dinge locker siehst und Gelassenheit bewahrst.
Ich wünsche mir aber auch, dass du einen Schritt weiter gehst,
bestimmt deine Meinung sagst,
auch wenn dann zuweilen das Lächeln der Ernsthaftigkeit weicht,
dass du dich versöhnst mit deiner Vergangenheit,
Hände reichst und Zukunft baust.
Dem weißen Mann die Stirn bieten, das ist wichtig,
aber nicht alles kannst du abschieben auf les Blancs und die temps colonial du passé.
Auch denen, die heute bei dir zu Hause tun und lassen, was sie wollen,
zu ihrem eigenen Vorteil entscheiden,
auch ihnen gilt dein Zorn,
auch denen musst du aufrecht gegenüber treten.