mercredi 11 décembre 2013

Nelson Mandela | Unterdrücker sind Gefangene ihres eigenen Hasses

„Ich wusste ganz klar, dass der Unterdrücker ebenso frei sein muss wie der Unterdrückte. Ein Mensch, der einen anderen Menschen seiner Freiheit beraubt ist Gefangener seines Hasses, er ist eingesperrt hinter den Gittern seiner Vorurteile und seiner Engstirnigkeit. (... ) Als ich die Türen des Gefängnisses durchschritt, war dies meine Mission: Zugleich den Unterdrückten und den Unterdrücker befreien.” (Nelson Mandela)

Bildquelle: www.jeuneafrique.com

samedi 7 décembre 2013

Mali | Angespannte Situation in Kidal, Anführer der Putschisten in Haft



Leider ist es in Kidal (Nordmali) in den vergangenen Tagen zu einem Zwischenfall gekommen. Gegner der Regierungspolitik hatten in Flughafennähe der Stadt Kidal gegen die Ankunft des Ministerpräsidenten demonstriert. Die malische Armee hat versucht, die Demonstranten mit Warnschüssen zurückzudrängen. Bei den Auseinandersetzungen gab es einige Verletzte und ein Todesopfer. Daraufhin hat der politisch-militärische Flügel der Befreiungsbewegung der Tuareg (MNLA) den Waffenstillstand gekündigt und zum Kampf gegen die malische Armee aufgerufen. Einige Zeit später hat sich in der Stadt Menaka (östlich von Gao) ein Selbstmordattentäter vor einem Militärcamp in die Luft gesprengt. Ihr seht: „Eine politische Lösung ist im Norden Malis noch nicht in Sicht.“ Die Regierung in Bamako lässt verlautbaren: „Die Tür für Gespräche ist weiter offen!“ Versöhnung tut not und unser Gebet ist gefragt.
Die Situation in der Hauptstadt Bamako und in den südlichen Landesteilen ist weiterhin ruhig.
Der Anführer der Putschisten, der mittlerweile zum General beförderte Sanogo ist inzwischen in Untersuchungshaft und wird wegen der Vorgänge zwischen März und Mai 2012 von der mallischen Justiz verhört. Vor einigen Tagen hat man in der Nähe der Kaserne in Kati (15 km von Bamako) ein Massengrab von 21 Soldaten gefunden. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um Angehörige der präsidialen Schutztruppe des gestürzten Präsidenten Amadou Toukmani Touré, die Ende April im Zuge einer Gegenoffensive die Kaserne der Putschisten in Kati angegriffen hatten und anschließend auf bisher unbekannte Weise verschwunden sind.
Die Parlamentswahlen sind landesweit friedlich verlaufen. Der erste Urnengang am 24.11. hat leider keine eindeutigen Mehrheitsverhältnisse geschaffen, so dass die Malier Mitte Dezember erneut abstimmen müssen. Wir hoffen auf klare politische Verhältnisse im Land.

Weitere Einschätzungen zur Situation im Norden Malis gibt es hier: http://www.dw.de/un-mission-in-mali-truppenbesuch-im-w%C3%BCstenstaat/a-17269124

dimanche 1 décembre 2013

Adventus divi | Der königliche Herrscher kommt und wohnt in einem Zelt


Im alten Rom genossen die Kaiser seit Augustus einen göttlichen Status. Kaiserkult nannte man das. So kam es, dass wenn Kaiser nach einer gewonnen Schlacht oder bei einem Großereignis mit Pomp und Gloria auftauchten, Teppiche ausgerollt und Paläste und Prachtstraßen geschmückt wurden. Das gemeine Volk wedelte mit Palm- und Ölbaumzweigen und schrie: Adventus Divi – der göttliche Herrscher kommt. Der Kaiser stieg aus seinem Wagen und die Treppen zum Palast hinauf. Er nahm Platz auf einem Thron und winkte den untergebenen Massen zu. Und die Leute zelebrierten Opfergottesdienste für den Herrscher von Gottes Gnaden.
Macht hoch die Tür, die Tor' macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit. Das ist das wohl bekannteste Adventslied und es darf in keinem adventlichen Gottesdienst fehlen. Und es hätte genauso zu den römischen Kaisern gepasst, sie sich als Söhne Gottes betrachteten.Nach biblischem Verständnis ist der Schöpfer von Himmel und Erde allein König, er ist es, der Menschen ins Leben rief, der sein Volk begleitet ins verheißene Land, der Jesus Christus, seinen Sohn auf die Erde schickte, den Erlöser. Er ist es, der in Gottesdiensten für sein erlösendes Handeln angebetet wird. Ja, unser Gott ist König. Er ist der König aller Könige, der Herr aller Herren. Und wir fragen uns: Wo steigt er ab? Wo ist sein Palast? Wo sind denn die weiten Tore, die wir aufmachen? Wo wird denn die göttliche Herrlichkeit sichtbar? Wie ist Gott in diese Welt gekommen? Wie begegnet er uns? Wo sehen wir ihn? Wie können wir ihm begegnen? 
Nicht erst die Geschichte der Geburt Jesu macht uns deutlich, wie Gott uns begegnet. Die Bibel enthält Sternstunden, die uns davon erzählen, wie Gott zu seinen Leuten kommt und wie er unterwegs ist.
Unser König kommt und wohnt in einem Zelt. 

Campingplatz Wüste: Karges Land und heißer Wind. Gottes Zelt steht in der Wüste 
Die Herrlichkeit Gottes kam herab – auf den Berg Sinai, mitten in der Wüste. Adventus Divi – der göttliche Herrscher kommt. Und die Leute unten im Tal sehen, wie der Berg leuchtet, so als ob ein Brand ausgebrochen wäre. Gott bittet Mose, in die Wolken hineinzusteigen, um ihm zu begegnen.
Der Herr befahl Mose: "Sag den Leuten von Israel, sie sollen mir eine freiwillige Abgabe leisten. Jeder, der etwas geben möchte, soll es herbringen. Mithilfe dieser Gaben sollen die Israeliten mir ein Heiligtum errichten, denn ich will unter ihnen zelten.“ (2.Mose 25) 
Wie bitte: Gott will zelten? Ja, Gott meinte es ernst. Der Gott der Schöpfung und der Herr der Befreiung aus der Unterdrückung, der große Wanderer durch die Zeiten. Er will zelten.
Und Gott sagte zu Mose: Ich zeige dir jetzt das Modell meiner Wohnung und der dazugehörigen Geräte, damit ihr es genau nach diesem Muster herstellen könnt.“ Was kam dabei heraus: das Zelt der Begegnung, die Stiftshütte, ein mobiles Heiligtum. Gott selber ordnet den Bau eines großen Zeltes an, einen Ort der Begegnung, eine Heiligtum mitten in der Wüste.

2.Mose 33,7-11: „Von da an schlug Mose jedes Mal, wenn das Volk Rast machte, außerhalb des Lagers ein Zelt auf. Er nannte es das Zelt der Begegnung mit Gott. Wer von den Leuten im Volk eine Weisung oder Entscheidung des Herrn suchte, musste dorthin gehen. Immer wenn Mose zu diesem Zelt ging, standen alle auf und traten an den Eingang ihrer Zelte. Sie blickten ihm nach, bis er in dem Zelt verschwunden war. Wenn Mose in das Zelt ging, kam die Wolkensäule herab und blieb am Eingang des Zeltes stehen. Dann redete der Herr mit Mose, wie mit einem vertrauten Freund. Wenn die Leute von Israel die Wolkensäule über dem Zelt stehen sahen, warfen sich alle anbetend am Eingang ihrer Zelte nieder. Der Herr sprach mit Mose Auge in Auge wie ein Mensch mit einem andern.“   
Gott lässt ein mobiles Heiligtum errichten. Das Zelt der Begegnung ist seine Idee. Die Idee zum Bau des Tempels, das war die Idee von David, einige Hundert Jahre später. Es ist ein großer Unterschied, ob Gott in einem Zelt unterwegs ist, oder in einem aufwendigen Tempel residiert. Die Geschichte mit dem heiligen Zelt der Begegnung zeigt uns: Gott ist ein mobiler, ein beweglicher Gott. Er richtet sich darauf ein, uns zu begegnen und uns zu begleiten. Er benötigt keinen Palast. Adventus Divi – der göttliche Herrscher kommt, und unser Gott wohnt in einem Zelt. Wenn wir Advent feiern, dann erinnern wir uns an diesen mobilen, flexiblen Gott, der sich auf unsere Lebensumstände einstellt und der sich sein Heiligtum von Menschen von einer Oase zur anderen tragen lässt. Er kommt. Er schafft uns eine Plattform der Begegnung mit ihm, mitten auf dem Weg ins neue Land, mitten in der Wüste. Advent - die Zeit der Erinnerung an einen Gott, der nahe zu Menschen kommt.

vendredi 29 novembre 2013

Benin | Zwischen Voodoo-Kult und Erweckung - ein Land im Aufbruch

Benin, ein Land an der westafrikanischen Küste, mit seinen 9 Mio. Einwohner, eingeklemmt zwischen dem großen Nachbarn Nigeria im Osten und Togo im Westen. Dorthin wird die Allianz Mission Familie Anafi und Roumana Sounon entsenden und den Aufbau einer theologischen Ausbildungsstruktur unterstützen. Benin ist ein Land voller Farben und vielfältiger Kulturen und Religionen. Christen (42%) und Muslime (28 %) koexistieren mit den traditionellen Religionen des Voodoo, der Ga und Yorouba. Vooddoschreine sind sehr verbreitet in Benin. Bei der Fahrt durch den Ort Ouidah (östl. von Cotonou) erhaschen unsere Blicke Fetische im Inneren von kleinen Gebäuden am Straßenrand oder auch mitten im Ort. Berge von Federn sind dort zu sehen, die Zeugnis von einem regen Opferkult ablegen. Voodoopriester beherrschen die weiße und schwarze Magie und entsprechende Zaubertricks, die ihnen Macht über Menschen geben. Segen und Fluch liegt in ihren Händen. Die Kenntnis dieser Religionen ist für die theologische Ausbildung von großer Bedeutung um  verantwortliche, kontextrelevante Theologie betreiben zu können.
Doch auch christlichen Gemeinden wachsen in Benin. Die Gottesdienste sind gut gefüllt. Unabhängige Gemeinden entstehen, auf eigene Initiative. Man wartet nicht, bis Missionare aus dem Westen ihre Arbeit starten. Die unabhängigen afrikanischen Kirchen wachsen stark im Süden des Landes. Im Landesinneren und im Norden ist der Islam stärker vertreten und die Missionsarbeit gestaltet sich schwieriger. Wunder und Heilungen gehören wie selbstverständlich zum gemeindlichen Leben. „Das Gebet für Heilung wird nicht in besonderen Veranstaltungen angeboten“, so ein verantwortlicher Pastor des Landes. „Wir beten. Gott heilt, oder er heilt nicht. Ganz einfach.“ Auch für den missionarischen Durchbruch, sind diese Erfahrungen wichtig. Erst wenn Animisten und Muslime merken, dass der Gott der Christen „richtig was drauf hat“, dann öffnen sie sich für die Botschaft des Evangeliums, werden Christen und in Gemeinden integriert. Vieles im religiösen Verständnis Afrikas wird über die spirituelle Power definiert und nicht in erster Linie über die Logik eines Bekenntnisses.
Trotz der geistlichen Aufbruchsstimmung gibt es unter den teilweise selbsternannten und schlecht ausgebildeten Pastoren erhebliche Defizite an gründlicher theologischer Ausbildung. Diese ist aber entscheidend, um den Gemeinden Orientierung zu geben und die Bildung von Sekten zu verhindern. Daher freuen wir uns, hier mit der Entsendung von Familie Sounon einen wichtigen Beitrag leisten zu können.  
Alfred Meier wird als Berater den Dienst von Anafi und Roumana Sounon in Benin mit unterstützen. 
Autor: Alfred Meier
Nach unserer Rückkehr nach Mali im August 2014 geht das natürlich noch besser als aus der Westerwälder Provinz.
(aus: allianzmission, aktuell, Ausgabe Dezember 2013/Januar 2014, S.10)

Allianz Mission | 125 Jahre | das Jubiläum


Ein Festival für alle Generationen. Dankbar, fröhlich, hochwertig, zukunftsorientiert, missionsbegeistert. Ein Erlebnis für junge Leute, Familien und Gemeinden. 
Mit dabei: Yassir Eric | Ansgar Hörsting | Silas Kezakubi aus Tansania | 
Lothar Kosse & Band 
www.imission.am

lundi 11 novembre 2013

Haiyan reißt Tausende in den Tod – Taifun Katastrophe auf den Philippinen



 
Am Wochenende ist der stärkste jemals gemessene Taifun auf südöstliche Teile der Philippinen getroffen, mit einer Windgeschwindigkeiten von über 300 km/h. Ganze Dörfer und Städte vorwiegend in der Provinz Leyte sind zerstört. Zwischen 10.000 und 12.000 Tote, so die vorläufige Bilanz der philippinischen Behörden. Eine unvorstellbare Schneise der Verwüstung. Hunderttausende auf der Flucht. Viele Menschen mussten in den Wassermassen ihre Leben lassen. Die Lebensmittel werden knapp. Hilfstruppen der Regierung und Katastrophenhelfer aus der ganzen Welt machen sich auf den Weg. 
Gestern Morgen war ich auf dem Weg in den Gottesdienst. Die Uhr zeigte 9.20 Uhr an. Auf WDR 2 hörte ich eine Kurzreportage von den schrecklichen Ausmaßen der Katastrophe. Besonders berührt hat mich die um Hilfe schreiende  und verzweifelte Aussage einer jungen Mutter - Jessa Valezuela ist ihr Name. Sie sagte dem Reporter: „Ich habe viele meiner Verwandte verloren. All mein Hab und Gut ist zerstört. Ich konnte meine Tochter nicht mehr halten. Der Wind war zu stark, und irgendwann habe ich ihre Hand losgelassen. Ich konnte nicht anders …“. Ich musste schlucken und mir kamen die Tränen. Habe ich da richtig gehört? Eine Mutter hält ihr Kind an der Hand und der Wind reißt es ihr weg und ... Da fehlen die Worte … 
Auch die Allianz Mission ist mit einigen Missionaren auf den Philippinen vertreten. Unsere Kollegin Wiebke schreibt: "Nach dem verheerenden Taifun „Haiyan“ sind die Menschen im ganzen Land deprimiert und hilflos. Wer nicht selber unmittelbar vom Taifun betroffen ist, hat Verwandte, die Hab und Gut oder gar ihr Leben verloren haben. Da die Kommunikation zusammen gebrochen ist, wissen viele nichts über den Verbleib ihrer Angehörigen in den betroffenen Gebieten. Ein Drittel des Landes ist von der Stromversorgung abgeschnitten, sehr viele Städte und Dörfer sind auf Grund der Verwüstung nur mit Helikoptern erreichbar. Die Überlebenden, zu denen wir noch eine Weile Kontakt hatten, haben seit Tagen keinen Zugang zu Lebensmitteln oder Trinkwasser. Die Lage ist verzweifelt. Gebet tut Not! In allem sind wir dankbar, dass wir als AM-Team bewahrt wurden, da wir während des Taifuns nicht in Manila waren, sondern uns in seiner direkten Bahn befunden haben."
Die Allianz Mission ist mit den Mitarbeitern und Partnern vor Ort im Kontakt und versucht dringend benötige Katastrophenhilfe zu koordinieren. Im Communiqué der Mission heißt es: „Der Taifun „Haiyan“ hat auf den Philippinen zu schlimmsten Verwüstungen und Leid geführt. Große Teile der Infrastruktur in den betroffen Gebieten wurden zerstört, deshalb ist es zur Zeit noch schwierig, einen genauen Überblick zu bekommen. Die Allianz-Mission steht mit den Missionaren, einheimischen Mitarbeitern und Partnern vor Ort in Kontakt, um gemeinsam mit der Katastrophenhilfe des Bundes FeG Soforthilfe zu leisten. 
Spenden können auf unsere Spendenkonten mit dem Vermerk „Hilfe Taifun Philippinen“ gegeben werden.
 

Spar- und Kreditbank Witten
IBAN: DE 86 4526 0475 0009 1109 00, BIC: GENODEM1BFG
Volksbank Dill eG
IBAN: DE10 5169 0000 0000 4380 06, BIC: GENODE51DIL

vendredi 8 novembre 2013

Mali | Missionarischer Einsatz während der Weihnachtsferien

Die Planungen für einen missionarischen Einsatz in Mali während der Weihnachtsferien (22.12.13 bis 6.1.14) sind auf Touren gekommen. Die inhaltichen Elemente dessen, was wir während dieses Einsatzes tun können sind mit unseren malischen Partnern abgestimmt. Am 17. Oktober trafen wir uns als Team zu einem afrikanischen Essen, aus Schüsseln und mit bloßen Händen. Wir haben Infos ausgetauscht und in Arbeitsgruppen Ideen für den Einsatz zusammengetragen. Mit 14 Leuten wollen wir im Bereich Sport und Gemeinde gemeinsam mit unseren Freunden in Bamako, der Hauptstadt Malis, ein Fußballcamp durchführen, eine Volleyball-AG anbieten, bei kreativ-missionarischen Aktionen mit Kindern und Jugendlichen und bei der Gottesdienstgestaltung mithelfen. Außerdem sind Besuche in malischen Gefängnissen geplant. Unsere Freunde in Mali freuen sich auf die Begegnung mit uns. Wir sind dankbar dafür, dass sich die politische Situation in Mali weiter stabilisiert. Betet mit uns für gute Absprachen und die weitere Vorbereitung. Jeder der Teilnehmer übernimmt einen Teil der anstehenden Kosten. Der Rest soll durch Spender und Sponsoren zusammen kommen.  

Konkret benötigen wir finanzielle Unterstützung für: 

  • anteilige Flugkosten
  • Mieten von Sportstätten
  • Verpflegung und Unterkunft
  • Organisation von Trainingslager und Turnier
  • Transportkosten in Mali
Spenden, die uns helfen, den Einsatz zu finanzieren, sind herzlich willkommen:
Bankverbindung
SRS Spendenkonto
Westerwaldbank e.G.
BLZ 573 918 00
Kto. 70 083 477
Spendenzweck: Mali 2013

lundi 4 novembre 2013

Mittelalterliche Weichenstellung | Mission oder Inquisition



Was wäre wenn sich der Papst im 13. Jh. für Mission und gegen Inquisition entschieden hätte? 
Im sogenannten dunklen Mittelalter haben sich in längst vergangenen Tagen erstaunliche Weichenstellungen ergeben. Sie haben die Kirchengeschichte wesentlich beeinflusst und zeigen, welche Prioritäten in der damaligen Zeit gesetzt wurden. 
Wir befinden uns am Anfang des 13. Jh.s im spanischen Kastilien. Dort wirkte Diego de Acebo (gest. 1207). Er war zunächst Zisterziensermönch und später Bischof in Osma (1201-1207). Auf gemeinsamen Reisen mit Dominikus (1170-1220) durch Europa wurden beide Zeugen der um sich greifenden Häresien, die der Mutter Kirche das Leben schwer machten. Betroffen waren insbesondere die im Süden Frankreichs beheimateten Katharer (die Anhänger des reinen Glaubens).  
Bischof Diego hatte zunächst vor, unter den Türken zu missionieren und dort den christlichen Glauben zu verbreiten. Die Kreuzzüge in den Orient bewirkten in der Kirche eine kulturelle Horizonterweiterung und hatten dazu geführt, dass in Europa eine gewisse Kenntnis des Islam vorhanden war. Diego sah hier zukunftsweisende Möglichkeiten für die abendländische Kirche und hatte sich sogar schon mit seinen Plänen an den Papst gewandt, damit dieser ihn vom bischöflichen Amt befreit. Diego wollte sich voll und ganz seiner missionarischen Vision widmen. Doch der Mann auf dem päpstlichen Stuhl hatte andere Pläne. Für ihn war die innerchristliche Missionierung, d.h. die Reinigung von Irrlehren in Südfrankreich das vordringlichere Anliegen. Der Historiker Peter von Vaux-de-Cernay berichtet vom päpstlichen Beschluss: Im Jahre des fleischgewordenen Wortes 1206 gelangte der Bischof von Osma names Diego, ein großer und rühmenswerter Mann, an die römische Kurie und gab seinem höchsten Wunsch Ausdruck, auf sein Bischofsamt zu verzichten, damit er umso freier sich der Sache widmen könne, das Evangelium Christi den Heiden zu predigen; doch der Herr Papst Innozenz wollte den Wunsch des heiligen Mannes nicht erfüllen, sondern wies ihn an, an seinem Bischofssitz zu verbleiben.“  
Diego musste daraufhin seine Pläne ad acta legen. Stattdessen wurden Dominikus und Diego 1206 vom Papst Innozenz III. beauftragt, die abtrünnigen Katharer zum Glauben der heiligen römisch-katholischen Kirche zu bekehren und mit Argumenten und seelsorglichem Geschick gegen die Irrelehre vorzugehen. In der Folgezeit wurde zu diesem Zweck der Dominikanerorden als Bettel- und Predigerorden gegründet (1206/07). Diego zog sich 1207 in seinen Bischfssitz zurück und verstarb Ende 1207. 
Die Wanderprediger der Katharer hinterließen aufgrund der asketischen Lebensweise und ihrer rhetorischen Überzeugungskraft großen Eindruck bei der Bevölkerung. Da die Katharer von den französischen Feudalherren gefördert wurden und die sanfte Tour nicht zum Erfolg führte, sah sich die kath. Kirche bald gezwungen, andere Maßnahmen zu ergreifen. 1209 rief der Papst zum Kreuzzug gegen die Katharer (Albigenserkreuzzug) auf. Tausende von Katharern wurden grausam ermordet. Die juristische Form der Inquisition wurde seit 1212 verfeinert und fand ihren Höhepunkt im Jahre 1486. Der Dominikaner Heinrich Kramer veröffentlichte in diesem Jahr den sog. Hexenhammer (lat. Malleus Maleficarum), ein Werk, in dem die Inquisitionsverfahren genau dargestellt und theologisch begründet wurden. 

Was bleibt? Die ursprünglich friedlichen und Armut praktizierenden Mönche wurden zu Handlangern der Inquisition, in die im Laufe der Zeit (13.-18. Jh.) vorwiegend Dominikaner involviert waren. In offiziellen Gerichtsverfahren wurden die Ketzer und Irrlehrer zur Rede gestellt und unter Folter zum Widerspruch ihrer Positionen aufgerufen.  
Die ursprünglichen Pläne der Missionierung von Nichtchristen verwandelten sich so in die Idee der inquisitorischen innerkirchlichen Reinigung. Auch die Mönche des Zisterzienserordens, die vom Papst als Legaten (päpstl. Botschafter) beauftragt waren, setzten den Schwerpunkt nicht auf die Mission, sondern konzentrierten sich auf politische Diplomatie und auf repressive Maßnahmen. Dies führte zu erheblichem Widerstand in der Bevölkerung. 
Bis heute muss sich die Kirche wegen ihrer Folterungen und erzwungenen Geständnisse rechtfertigen. Dies ist die Folge davon, dass die Oberen der Kirche damals die Prioritäten falsch gesetzt haben und die inquisitorische Reinigung der Kirche für wichtiger erachteten als die Missionsarbeit. 

Bild: Dominikus