Freitag, 29. Juni 2012

Theologische Ausbildung | mehr Kompetenz im Umgang mit neuen Medien


Unter Pädagogen und Bildungspolitikern setzt sich zunehmend die Einsicht durch, die Nutzung digitaler Medien stärker als bisher in die Erziehungskonzepte zu integrieren.
Vom Kindergarten bis zur Hochschule spielen digitale Spielzeuge und Medien zunehmend eine Rolle. Darauf müssen sich Lehrer, Erzieher, Eltern und Dozenten einstellen. Dabei spielen aus meiner Sicht sowohl technische, aber auch emotionale Aspekte eine Rolle.
Wie können wir die Technik der neuen Medien nutzen und beherrschen, für uns persönlich und für unsere Arbeit in Gemeinden und Mission?
Wie können wir dabei ethisch korrekt und emotional stabil bleiben, wenn wir mit den irrsinnig vielen und unterschiedlichen Daten, Infos und Fakten aus dem Internet konfrontiert werden?

Was ist ein social media?
Social Media ist ein Instrument der Kommunikation, das Online im Internet zur Verfügung steht. Es ermöglicht den Teilnehmern (user) auf eine einfache Art und Weise virtuelle Welten (Internetplattformen, Foren), Filme, Botschaften, Informationen, Wissen, Blogs usw. zu kreieren und weltweit miteinander zu teilen.
Organisationen wie der ERF machen gute Erfahrungen mit den neuen Medien und dem Internet. Es bieten sich großartige Möglichkeiten, Evangelium unter die Leute zu bringen, Kontakte aufzubauen und Orientierung in Lebensfragen anzubieten. Auch in der Vermittlung persönlicher Informationen und bei der Kommunikationsstrategie von Organisationen und Gemeinden sind die neuen digitalen Medien und social networks unentbehrlich geworden.

Der Zugang zu und der Umgang mit diesen neuen Wegen der Kommunikation bedarf jedoch der erhöhten Aufmerksamkeit – auch in der theologischen Ausbildung. Ob in Form von Gastunterrichten, Modulen oder gar eines eigenen Studiengangs sollte über folgende Aspekte nachgedacht und informiert werden:
Vermittlung medienpädagogischer Inhalte (Wirkung digitaler Technik für die menschliche Entwicklung )
Recht und Ethik im Umgang mit digitalen Medien (Chancen und Risiken der Nutzung, Umgang mit privaten Daten, Verhaltenscodex für den Chatroom, Umgang mit wiki, facebook&Co.)
Beherrschung der Technik digitaler Medien (vom IPhone, über IPad, Softwarebeherrschung und Internet, Blogs einrichten, sicher kommunizieren im Mailverkehr)
Integration digitaler Technik im Lehrbetrieb (ELearning, Distance-Learning, Einbeziehung von Software bei der Stoffvermittlung im Unterricht (Bible-Works, digitale Schaubilder, interaktives Lernen usw.)
Präsentation von casestudies und Organisationen, die mit den neuen Medien arbeiten und deren Erfahrungen auswerten
Journalistische Kompetenz (Grundsätze journalistischen Schreibstils, Verfassen von Texten für das Internet, Newsletter konzipieren, treffsicher formulieren lernen, Blogs als digitales Tagebuch nutzen und pflegen usw.)
Ziel des Studiengangs: jeder Teilnehmer soll in der Lage sein, Blogs, Apps, Newsletter und Internetseiten zu gestalten, diese mit qualitativ guten Inhalten zu füllen sowie deren Kommunikationspotential für sich persönlich und die Arbeit in Kirche und Mission nutzen zu können

Die Kombination von klassischen theologischen Fächern aus biblischer, historischer,, systematischer und praktischer Theologie und eines Angebots im Bereich „Journalismus und digitale Medien“ wäre ideal. Theorie und Praxis und die Anwendung des Gelernten in von Experten geleiteten Workshops würde den Charme eines solchen Studienprogramms ausmachen.

Quelle:  http://socialmediamarketingmadeeasy.co.nz/wp-content/uploads/social-media-prism.jpg
Interessant ist auch die geschichtliche Entwicklung der social media, die in Persien begann und irgendwann global wurde. Einen Überblick dazu gibt es hier: https://flowerng.wordpress.com/

Bildnachweis der Graphik oben: http://inforrm.wordpress.com/

Donnerstag, 28. Juni 2012

Mali | In Europa rollt der Ball, in Mali fliegen die Kugeln.


Während wir in Europa auf die Euro 2012 in Polen und der Ukraine fixiert sind, gehen andernorts ganz andere Kämpfe vonstatten – so im Norden Malis. Der Kampfplatz besteht nicht aus grünem Rasen, sondern aus heißem Wüstensand. In Europa rollt der Ball, in Mali fliegen die Kugeln. Vergangenen Mittwoch haben Islamisten in einem bewaffneten Kampf gegen die Tuareg die Stadt Gao eingenommen und sowohl die Kaserne, den Sitz des Gouverneurs als auch den Flughafen der Stadt unter ihre Kontrolle gebracht. Über 20 Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Der Anführer der Tuaregrebellen wurde gefangen genommen. Damit gehört die ursprüngliche Allianz zwischen gemäßigten Tuareg und radikalen Islamisten wohl endgültig der Vergangenheit an.
Ein Sprecher der MNLA (Organisation der Tuaregrebellen) versicherte gegenüber der Presse, dass die Tuareg noch über weitere Waffenarsenale verfügen und ein Gegenangriff in Aussicht steht. Diese Meldung wurde von den radikalen Islamisten postwendend dementiert. Die Tuareg würden bis zu ihrem bitteren Ende verfolgt, so der Sprecher der MUJAO (radikale Islamisten). Ansar Diné (islamistische Gotteskämpfer), deren Hauptquartier sich in Kidal befindet, haben Kontingente zur Verstärkung nach Gao entsandt.
Die radikalen Kräfte patrouillieren in den Straßen und schüchtern weiter die Bevölkerung ein. Zuvor hatte es Demonstrationen von Jugendlichen gegeben, die gegen die Einführung der islamischen Scharia protestiert haben.
In Tombuktu ist ein junges Paar mit jeweils einhundert Schlägen traktiert worden, weil sie ein uneheliches Kind haben. Andere, die öffentlich beim Zigarettenrauchen erwischt werden, erhalten ebenfalls körperliche Strafen. So sieht die Scharia praktisch aus.
In Bamako ist die Armee dabei, Jugendliche zu rekrutieren. Ob es zu einem Waffengang zur Rückeroberung des an die Rebellion verlorenen Norden Malis kommen wird, ist noch unklar. Dies hängt entscheidend davon ab, ob die malische Regierung die CEDEAO (westafrikanische Union) und die internationale Staatengemeinschaft (Afrikanische Union und UNO) um Unterstützung und Entsendung von Truppen bitten wird. Die malischen Politiker sind sich in dieser Frage nicht einig. Einige plädieren zunächst für den Dialog mit den Rebellen unter der Vermittlung des Präsidenten Compaoré aus Burkina Faso. Andere, wie der ehemalige Außenminister Malis, hält solche Gespräche für vertane Zeit. Er spricht sich dafür aus, die malische Armee technisch und personell aufzurüsten und mit Hilfe der internationalen Truppen, die territoriale Integrität Malis wieder herzustellen.
Ein weiteres Problem bei der Wiederherstellung der Kampfkraft der malischen Armee ist ihre Führungsschwäche und die innere Gespaltenheit zwischen Putschisten und Anhängern des Ende März gestürzten Präsidenten Amadou Toumani Touré.
Unterdessen geht das Leben nach Informationen meiner Gesprächspartner in der Hauptstadt einigermaßen normal von statten.  Europäer und Amerikaner sind teilweise wieder nach Mali zurückgekehrt. Banken und Geschäfte funktionieren relativ normal und auch der internationale Flugverkehr ist gewährleistet. Dennoch liegt eine gewisse Spannung über dem Land. Die Konflikte sind längst noch nicht ausgetragen.

Mittwoch, 27. Juni 2012

Buch | Herausfordernd und aktuell - Die Botschaft der Bergpredigt


John R. W. Stott. 2010. Die Botschaft der Bergpredigt. Worms: pulsmedien. 284 Seiten

John Stott (1921-2011), der im letzten Jahr verstorbene anglikanische Theologe, ist einer der einflussreichsten Männer der 1974 entstandenen Lausanner Bewegung. Entscheidende missionarische und theologische Impulse gingen von diesem globalen evangelikalen Netzwerk aus. Stotts zentrales Anliegen war es, die Botschaft des Evangeliums nicht in Kirchenmauern einzuschließen oder lediglich auf Konferenzen zu verhandeln. Das Evangelium muss unter die Leute, in die Öffentlichkeit - und zwar so, dass es die Herzen von Menschen verändert und mitten in der Gesellschaft Gestalt gewinnt.
Die Botschaft der Bergpredigt Jesu (Matthäus 5-7) zeigt, wie glaubwürdiges Christsein unsere Gesellschaft durchdringen kann. Die Rede Jesu richtete sich zwar zunächst an den internen Kreis der Jünger, aber sie fand in der Öffentlichkeit statt, im Beisein anderer Zuhörer. So ist es mit dem Evangelium. Es soll zunächst von der Gemeinde verstanden werden. Doch letztlich geht es darum, dass von der Guten Nachricht  ethische Konsequenzen ausgehen und die Gesellschaft im Sinne Jesu verändert wird. 
Stott steht für wissenschaftliche Gründlichkeit und Praxisbezug. Seine Theologie ist verständlich und herausfordernd formuliert. Sie ist geprägt von der Hingabe an Jesus Christus. Somit wird klar: Die Botschaft der Bergpredigt kann nur durch die enge Beziehung zum Prediger der Bergpredigt glaubwürdig umgesetzt werden.
Die Bergpredigt ist faszinierend, weil sie herausfordernd ist und nicht schön redet. Sie stellt kompromisslos heraus, dass der christliche Glaube eine immense Kraft hat, wenn er nur konsequent und nachhaltig gelebt wird. 
Ein sehr empfehlenswertes Buch. Ein guter, leicht zu lesender Kommentar zur Bergpredigt mit einer Liste weiterführender Literatur und Leitfaden für das Gespräch in Gruppen und Hauskreisen. Das Buch ist in zwölf Kapitel eingeteilt und kann so gut als Serie von Lektionen in Gesprächskreisen genutzt werden.

Alfred Meier, Dozent für Historische Theologie und Missionswissenschaft am Theologischen Seminar Rheinland, Wölmersen

Montag, 25. Juni 2012

Ein Freund ist einer, vor dem man laut denken darf.

Gut, dass es liebe Menschen gibt, mit denen ich Zeit, Geheimnisse, verrückte Ideen und das Leben teilen darf - und Bäume, an die man sich nach einer langen Wanderung anlehnen kann. 
Bäume wachsen mit und ihre Lebensringe zeigen, dass man standhaft werden kann, auch wenn von irgendwoher ein starker Wind durch die Äste bläst.
Gut, dass es auch fließendes Wasser in Flüssen gibt, das sich nach vorne bewegt, auf der Suche nach dem großen Meer. 
Menschen und Bilder, die mir viel bedeuten ...


Samstag, 23. Juni 2012

Zukunft gestalten an den Tagen danach


Noch ein kleiner Ausflug in die Geschichte - zum Schluss der Ausbildung und ein Gruß an alle SeminaristInnen, die das TSR in diesen Tagen verlassen werden und neue Wege gehen.
Willy Brandt (Bundeskanzler, 1969-1974) war in den 1970er Jahren der Wegbereiter der deutschen Ostpolitik. Das Bild vom „Kniefall von Warschau“ ging um die Welt. Es war ein starkes Signal der Versöhnung. Brandt sank vor dem Warschauer Mahnmal des Ghetto-Aufstandes (1943), der von deutschen Soldaten während des von Deutschland angezettelten 2. Weltkriegs blutig niedergeschlagen wurde, auf die Knie. Es war ein Zeichen der Demut und der Beginn der Aussöhnung zwischen Polen und Deutschland – ein langer Weg.
Die Schrecken der Vergangenheit lagen wie ein riesiger Schatten über Deutschland. Die Zukunft war ungewiss und Deutschland musste seine Glaubwürdigkeit und den Respekt der anderen Nationen erst wieder mühsam erlangen.  
Brandt hat vorgemacht, wie Zukunft geht. Keine rhetorischen Illusionen verbreiten, keine verbale Flucht in die Vergangenheit, keine diplomatischen Reden, wo viel geredet, aber oft nichts gesagt wird ...
Zukunft wird nicht schön herbeigeredet. Sie wird gestaltet in täglicher Kleinarbeit und mit viel Geduld und Geschick. Ansagen bringen nichts, wenn sich die Geschichte nicht gleichzeitig in die angesagte Richtung bewegt - mit Taten.

Meinen Studierenden am TSR, die am 24. Juni ihre Ausbildung beenden, wünsche ich von Herzen, dass sie nicht so viele Worte machen über ihre Zukunft, sondern sie mit Gottes Hilfe in die Hand nehmen und sie gestalten.
Es kommt ein Tag danach - sagt man, nach all den Prüfungen und dem Stress des Schuljahres. Feiern ist wichtig. Auch das ist klar. Aber dann geht es erst richtig los. Mit einer erfolgreichen Ausbildung in der Tasche weiß man vielleicht, wie man ein Schiff baut, aber die Welt umsegelt hat man noch nicht.
In diesem Sinne wünsche ich, dass die Zukunft gelingt mit viel Kreativität, Abenteuerlust, Mut und Vertrauen in Gottes Kraft. 

Dienstag, 19. Juni 2012

Informationsflut | Was ist denn jetzt wirklich wichtig?


Schon interessant, was da heutzutage nicht alles journalistisch verwurstet wird und den Cyberspace besetzt. Die folgenden Informationen aus dem Netz, habe ich mir in fünfzehn Minuten zwischen 23.00 und 23.15 Uhr reingezogen - kurz vorm Schlafengehen.

Microsoft stellt einen neuen iPad vor. Die Konkurrenz vom "angebissenen Apfel" muss sich warm anziehen. 
Das Bundesverfassungsgericht meint, das deutsche Parlament muss mehr Mitspracherecht bei dem Milliardengeschiebe in der EU haben. 
Verbraucherschützer beklagen, dass in Energy-Drinks zu viel Koffein drin sei und Sportler in einen Rausch versetzt. 
Unser Bundesentwicklungsminister ist der Meinung, dass es gerechtfertigt sei, durch Entwicklungshilfe neue Märkte zu erschließen und dass deutsche Unternehmen dabei auch kräftig mit verdienen. 
In Mexico-City ziehen die Mächtigsten der Welt auf dem G20-Gipfel ihre Show ab und inszenieren sich selbst. Viel Gerede und teure Diplomatie, und die Welt dreht sich weiter. 
Im Iran sind erneut die Atomverhandlungen an die Wand gefahren. Selbst Moskau konnte nichts ausrichten. 
In Washington hat der Chauffeur von Phillip Rösler den Dienstwagen falsch geparkt, musste daraufhin den Führerschein abgeben und der Minister zu Fuß laufen. 
Auf dem Tahir-Platz in Kairo demonstrieren die Ägypter weiter gegen die Willkür des Militärrates. 
In Abu Dhabi wirbt unser Verteidigungsminister für den Kauf des Euro-Fighters, um die deutsche Wirtschaft anzukurbeln und noch mehr Waffen in Umlauf zu bringen. 
Im Norden Nigerias bringt die radikalislamistische Sekte Boko Haram weiter massenweise Christen um und zerstört deren Gotteshäuser. 
Auf der Insel Rügen haben doch tatsächlich riesige Hagelkörner Autos beschädigt. 
Die Tourismusbranche beklagt sich darüber, dass es bei der Verteilung von Sternchen für Hotels keine einheitlichen Bewertungsmuster gibt.

Aber ... Was ist davon wirklich wichtig? Was ist Nonsens? Was regt mich zum Nachdenken an und was regt mich nur auf? Wo geht es ums Geschäft und wo geht es um den Menschen? Wo geht es um Luxusprobleme und wo geht es wirklich um die Existenz? Wo muss ich mich herausfordern lassen und worüber kann ich getrost hinweg sehen?
Wir müssen unterscheiden lernen, in der ganzen Flut an Fakten, damit uns die wirklichen Schicksale der Menschen nicht gleichgültig werden. Dazu brauchen wir Prioritäten, die wir setzen und Überzeugungen, die uns bewusst machen, worum es im Leben wirklich geht.   Denn ... Überzeugungen sind wie Felsen in einer Flut von Informationen.
Bildnachweise: spiegel-online

Montag, 18. Juni 2012

TSR | Sportmission


Kulturweit | Freiwilligendienst im Ausland


Seit 2009 haben junge Menschen im Alter von 18 bis 26 Jahren die Möglichkeit, mit "kulturweit" einen Freiwilligendienst im Ausland zu leisten. Die Einsatzdauer beträgt 6 oder 12 Monate. Die Einsatzstellen befinden sich in den Entwicklungsländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sowie in Staaten Mittel- und Osteuropas. "kulturweit" ist ein Projekt der Deutschen UNESCO-Kommission und wird vom Auswärtigen Amt gefördert.

Die Einsatzstellen befanden sich im vergangenen Jahr in 58 Ländern. Besonders beliebt waren die Region Lateinamerika und Mittel- und Südosteuropa, heißt es in dem Bericht. Die Aufgaben der Freiwilligen waren vielfältig – von der Hausaufgabenbetreuung in der Deutschen Schule Budapest bis zur Veranstaltungsorganisation beim Deutschen Akademischen Auslandsdienst in Mexiko-Stadt. 96 Prozent der Freiwilligen gaben nach ihrem Aufenthalt an, dass sie "kulturweit" weiterempfehlen würden. Und 98 Prozent der Einsatzstellen bewerten ihre Teilnahme an dem Programm als Erfolg.
Hier gibt es mehr Infos: www.kulturweit.de

Sonntag, 17. Juni 2012

Seminar in Saarbrücken | Berufung - Mission - Natürlich über den Glauben reden

Begegnung mit Menschen aus der Ev. Freikirchl. Gemeinde Saarbrücken. Tage der Abwechslung, nachdem alle Prüfungen am TSR geschafft und alle Arbeiten soweit korrigiert sind.
Vom 15. bis 17. Juni standen folgende Themen auf dem Programm:

15.6. Fr. Abend: Seminar 1 Von Gott eingeladen | Berufungsgeschichten der Bibel unter der Lupe
Gedanken zum Unterschied zwischen Berufung und Führung
Wie Gott Menschen beruft und was wir von biblischen Berufungsgeschichten über die Vielfalt und das Wesen der Berufung für uns heute lernen können.
 16.6. Sa. Nachmittag: Seminar 2: Mission | eine Mentalität, die Grenzen überwindet
Mission ist mehr als ein Befehl, mehr als Aktionen und Programme, die sich die Gemeinde überlegt und umsetzt. Mission ist eine Einstellung, die befähigt Grenzen zu überwinden. Wer Mission verstehen will, der muss Gott kennen lernen und seine Art Grenzen zu überwinden.
16.6. Sa. Abend: Seminar 3: Evangelisation | natürlich über den Glauben reden
Praktische Überlegungen, wie wir die normalen, alltäglichen Situationen unseres Lebens nutzen können, Gute Nachricht weiter zu geben.
17.6. So. Morgen: Predigt: Hör nicht auf zu träumen | Träume sind Wege in die Zukunft.

Sechzehn interessierte Teilnehmer waren bei den Seminaren dabei. Sie haben mit ihren Fragen und Anregungen die gemeinsame Zeit bereichert.
Wenn über Berufung gesprochen wird, denken viele Christen, das sei was für die besonderen Christen mit ungewöhnlichen Platzanweisungen, für die vollzeitlich engagierten Leute im Gemeindebetrieb und in der Mission oder für die besonders begabten und opferbereiten Leute. In den Seminaren wurde deutlich, dass Berufung Gottes Einladung in die Nachfolge ist, ein Ruf, der jedem gilt. Es ist ein Ruf in die enge Lebensgemeinschaft mit Jesus, dem wir gemeinsam nachfolgen. Aus dieser Beziehung ergeben sich konkrete Platzanweisungen, im säkularen Berufsleben, in der Gemeinde, im In- oder Ausland.
Auch Mission ist keine Sache, die erst dann beginnt, wenn jemand sich ins Flugzeug setzt und in einem fernen Land und in einer fremden Kultur missionarisch arbeitet. Mission ist eine Mentalität, die überall angesagt ist. Mission beginnt im eigenen Herzen und landet immer bei Menschen, egal wo wir auf sie treffen.
Beim Thema Evangelisation haben wir uns klar gemacht, dass es nicht um ausgefeilte Methoden geht. Es geht vielmehr darum, die ganz normalen Gelegenheiten des alltäglichen Lebens zu nutzen, die Chancen zu ergreifen und ganz natürlich zu erzählen, welche Rolle der Glaube und die Beziehung zu Gott in unserem Leben spielt – so als wenn man sich über ein Fußballspiel oder ein politisches Ereignis unterhält. Die Seminarteilnehmer haben gemeinsam überlegt, wann und wo sie ihren Glauben natürlich ins Gespräch bringen können und wie Menschen erfahren haben, dass wir Christen haben. Auch ging es um praktische Tipps, wie sich neue vertrauensvolle Beziehungen zu Menschen ergeben können und wie wir Gesprächskiller vermeiden können.
Die Ev. Freikirchliche Gemeinde Saarbrücken hat knapp 45 Mitglieder und überlegt zzt., wie sie auf neuen Wegen in die Öffentlichkeit gehen kann, um das „Beste ihrer Stadt zu suchen“.



Samstag, 16. Juni 2012

Träumen und durchblicken


Sponsorenlauf für Mali | bemerkenswert und engagiert


Zum zehnten Mal seit 1994 haben engagierte Christen aus Hilchenbach-Lützel und Umgebung einen Sponsorenlauf für Entwicklungsprojekte der Allianz-Mission durchgeführt. 24.855 € sind am 2. Juni durch diese Aktion „erlaufen“ worden. Das ist ein Spitzenergebnis. Die Gelder werden direkt für folgende Projekte im westafrikanischen Mali verwendet: Saatguthilfe für die Saison 2012-2013, Unterstützung der Gefängnisarbeit der Ev. Allianz in Mali und die Wiedereingliederung entlassener Häftlinge sowie finanzielle Unterstützung beim Bau von Gemeindehäusern.
Es ist fantastisch zu sehen, wie Menschen mit sehr viel Kontinuität und hohem Engagement, Zeit, Energie und Geld für andere Menschen investieren. Danke für den vorbildlichen und bemerkenswerten Einsatz.
Auf dieser Seite gibt es weitere Infos und Einblicke:  http://www.hungerlauf.de/mali.html

Mali | politisches Gerangel in Bamako und diplomatische Schachzüge im Norden


Das Leben in der Hauptstadt normalisiert sich. Geschäfte und Banken haben geöffnet. Der Interimspräsident hält sich immer noch in Frankreich auf, wo er sich nach einem auf ihn verübten Anschlag medizinisch behandeln ließ. Der Ministerpräsident Diarra ist zu Staatsbesuchen in Algerien und Frankreich unterwegs – auf der Suche nach Verbündeten. Der neue französische Staatspräsident Hollande hat sich beunruhigt gezeigt wegen der Präsenz islamistischer Kräfte in Mali und befürchtet eine langfristige Bedrohung, die von Westafrika ausgehend ganz Afrika und auch Europa bedrohlich werden könnte.
Während der Abwesenheit von Präsident und Ministerpräsident gab es bisher keine weiteren Unruhen  in der Hauptstadt. Das ist ein gutes Zeichen. Unterdessen geht das politische Gerangel zwischen den verschiedenen politischen Akteuren der malischen Politik weiter. Die wichtigsten Aspekte: Kritik an der Übergangsregierung, der Inkompetenz und Einseitigkeit vorgeworfen wird; das Gerangel um den Sessel des Parlamentspräsidenten und die noch immer undurchsichtige Rolle des ehemaligen Militärrats. Der Militärrat ist offiziell, auf Druck der internationalen Staatengemeinschaft, aufgelöst und durch eine militärische Beraterkommission ersetzt worden. Manche vermuten: nur ein neuer Name für die gleiche Sache.
Im Norden des Landes hat es Kämpfe zwischen gemäßigten Tuaregrebellen der „Bewegung für die Befreiung des Azawad“ (MNLA) und den radikalislamistischen Ansar Dine (Gotteskämpfer) gegeben. In den letzten Tagen sind am Himmel über Tombuktu Aufklärungsflugzeuge gesichtet worden. Mauretanien hat den Maliern militärische Unterstützung im Falle einer Intervention im Norden zugesagt. Der Vermittler der CEDEAO (westafrikanischen Union), Präsident Compaoré aus Burkina Faso unterhält inzwischen regelmäßige diplomatische Kontakte zu den Vertreter von Ansar Dine mit dem Ziel, den Frieden im Norden Malis wieder herzustellen.
Der Sicherheitsrat der UNO hält einem Militärschlag zur Rückeroberung des besetzten Nord-Mali zurzeit für unnötig. Vermutlich deshalb, weil die UNO zunächst abwarten will, ob sich die Politiker und Parteien in Bamako auf einen einheitlichen Kurs einigen und auch, um der CEDEAO und der afrikanischen Union nicht die Federführung im Konflikt zu entreißen. Die CEDEAO hat in den letzten Tagen in Abidjan beraten und die Entsendung von bis zu 9.000 Soldaten nach Mali in Aussicht gestellt.
Die internationale Hilfe für die vom Hunger geplagten Menschen im Zentrum und Norden des Landes läuft gut an. Malier, die in Frankreich und Deutschland leben, beteiligen sich an der Hilfe für ihre Landsleute.

Freitag, 15. Juni 2012

Buch | Die Welt verstehen


Tobias Faix/ Johannes Reimer (Hg.). 2012. Die Welt verstehen: Kontextanalyse als Sehhilfe für die Gemeinde. Marburg: Francke-Buchhandlung. 288 Seiten

Dieses Buch ist lesenswert und eine echte Hilfe. Studierenden, die sich in Praktika und im Rahmen wissenschaftlicher Recherchen darum bemühen, die Lebensumstände der Menschen zu verstehen, ist dieses Buch dringend zu empfehlen. Äußerst hilfreich für Leute, die theoretische Hintergründe und praktische Tools zur Kontextanalyse benötigen. Methoden und Strategien in kirchlicher und missionarischer Arbeit können nicht beliebig eingesetzt werden. Das was in den USA oder Argentinien funktioniert, dass geht möglicherweise an der Realität der hessischen Provinz und den Chemnitzer Plattenbaumilieus vorbei. Also muss man zunächst hinschauen, genau beobachten und den Kontext verstehen, um dann methodische Zugänge entwickeln, die es ermöglichen, die beste Botschaft aller Zeiten zu kommunizieren und Gesellschaft zu gestalten. (Alfred Meier)

Wer in der heutigen Zeit Gemeinde leben möchte, muss die Lebenswelt der Menschen verstehen. Nur wer die Hoffnungen, Ängste und Bedürfnisse der Menschen ernst nimmt, kann „Salz und Licht“ sein. Doch in einer globalisierten und sich ständig verändernden Welt sind vielen Kirchen und Gemeinden die Menschen des eigenen Ortes fremd geworden. Das Buch „Die Welt verstehen“ möchte Gemeinden und Kirchen helfen den Blick nach außen zu wenden, um ihren gesellschaftsrelevanten Auftrag neu zu entdecken. Die Methode der Kontextanalyse hilft diesen Auftrag neu wahrzunehmen und umzusetzen und ist daher eine wertvolle und praktische Sehhilfe für die Gemeinde. Mit der Analyse des eigenen Potenzials beginnt eine spannende Reise von Milieukarten über Aktionsforschungen bis zu geistlichen Stadtteilbegehungen. Dabei werden viele praktische Anregungen und Hilfestellungen gegeben, die es ermöglichen, den eigenen Stadtteil Schritt für Schritt besser kennenzulernen. Die Autorinnen und Autoren zeigen anhand vieler Beispiele, wie dies in die eigene Praxis umgesetzt werden kann und bieten eine Menge Tools und Kopiervorlagen für die eigene Umsetzung. (Klappentext zum Buch)

TSR | Studieren am Theologischen Seminar Rheinland



Kirchengeschichte | Griechische Predigten des Origenes entdeckt

Das ist ein spektakulärer Fund. Aus den Tiefen der Archive haben Münchner Wissenschaftler der Bayerischen Staatsbibliothek ein spektakuläres Werk hervorgeholt: Sie fanden mittelalterliche griechische Abschriften von Predigten des frühen Theologen Origenes. 
Der Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek, Rolf Griebel, sagte: "Der Fund ist überaus bedeutend – sowohl was Alter wie auch Umfang der Texte angeht. Er wird in Wissenschafts- und Forscherkreisen lebhafte Diskussionen auslösen und sogar neue Erkenntnisse für den Text der griechischen Bibelfassung erlauben. Alle Kirchenväter haben Origenes gelesen und intensiv rezipiert. Die Entdeckung erlaubt es nun, sich mit bislang unbekannten Originaltexten zu befassen."
Weitere Infos finden sich bei ProKompakt in diesem Artikel: http://www.pro-medienmagazin.de/nachrichten.html?&news[action]=detail&news[id]=5506

Nigeria | radikalislamistische Anschläge gegen Christen

In Jos, der Hauptstadt des Bundeslandes Plateau, sprengte sich am Sonntag ein Selbstmordattentäter während eines Gottesdienstes in die Luft. Mehrere Menschen starben bei dem Angriff, die Kirche wurde zerstört. In der Stadt Biu im Bundeslandes Borno schossen Angreifer mit automatischen Waffen auf Gläubige. "Drei Bewaffnete kamen zum Kirchengelände und fingen an, auf die Leute außerhalb der Kirche zu schießen", sagte der Augenzeuge Hamidu Wakawa der nigerianischen Zeitung "Daily Times". "Dann sind sie in das Hauptgebäude gegangen, um das Töten fortzusetzen." Dabei seien eine Frau getötet und viele weitere Gläubige verletzt worden, teilte die Polizei mit. Unterdessen bekannte sich die radikalislamische Sekte Boko Haram zu den Anschlägen. Die Gruppe erklärte, sie habe durch die Angriffe beweisen wollen, dass die nigerianischen Einsatzkräfte nicht in der Lage sind, die Operationen der Sekte in Nord-Nigeria zu stoppen.
Seit 2011 haben die Anschläge auf öffentliche und insbesondere kirchliche Einrichtungen zugenommen. Die Bewegung Boko Haram will einen islamsichen Gottesstaat im Norden Nigerias errichten. Viele Christen sind den Attentaten bisher zum Opfer gefallen. 
Hier gibt es einen aktuellen Bericht vom 17.6.2012 auf SPIEGEL-Online: http://www.spiegel.de/politik/ausland/nigeria-tote-und-verletzte-bei-anschlaegen-auf-kirchen-a-839384.html
Weitere Infos gibt es bei ProKompakthttp://www.pro-medienmagazin.de/nachrichten.html?&news[action]=detail&news[id]=549

Donnerstag, 14. Juni 2012

EM 2012 | Kämpfen, Siegen, Feiern




Ein klasse Spiel. Deutschland gegen Niederlande - 2:1. Ein verdienter Sieger. Und das animiert zu ausgelassenem Jubel. Zwischen all den Prüfungsterminen, Examen und Klausuren, die bis Ende der Woche auf die Studierenden des TSR warten und selbstverständlich auch von Dozenten korrigiert werden müssen, sind Ablenkungen der sportlichen Art willkommen. Wir haben gezittert, mitgejubelt und uns mit lauten Stimmen und wehenden Fahnen ausgelassen gefreut.
Ich wünsche meinen Leuten am TSR, dass sie nach den Prüfungen und dem Kampf um gute Noten belohnt werden mit zufriedenstellenden Ergebnissen und dann ausgelassen feiern und sich über ein gelungenes Studienjahr freuen können.
Mir ist es wichtig, Räume zu finden, wo ich als Dozent meinen Studierenden auf einer Ebene begegnen kann, ohne schulische Hierarchien beachten zu müssen.

Montag, 11. Juni 2012

Mali | Bedrohung aus der Luft


Ein Übel kommt selten allein. Seit Wochen ist Mali zwischen Putschisten, Rebellen und Islamisten zerrissen. Mali ist territorial gespalten. Menschen sind auf der Flucht – aus politischen und religiösen Gründen. Sie fliehen aber auch, weil sie im Norden des Landes nichts mehr zu essen haben. Die Vorräte im Zentrum des Landes sind längst aufgebraucht. Die Bevölkerung ist auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen.
Hinzu kommt ein anderes, altbekanntes Problem. Wenn die Heuschrecken aus dem Norden aufkreuzen, dann bedeutet das erfahrungsgemäß nichts Gutes. In Massen besetzen sie die Hirse- und Reisfelder und fressen, was das Zeug hält. Heuschrecken fressen pro Tag die Menge des eigenen Körpergewichts. Mali und auch das benachbarte Niger haben regelmäßig mit solchen Naturplagen zu tun und kaum Mittel, etwas dagegen zu unternehmen. Die kärgliche Ernte ist zunehmend bedroht und damit die Lebensgrundlage der Menschen.
Weitere Infos gibt es hier: http://latimesblogs.latimes.com/world_now/2012/06/locusts-uncontrolled-amid-libya-fighting-menace-mali-niger.html

Mali | Hilfsgüterverteilung der Allianz-Mission in vollem Gange

Für die Bevölkerung im Einzugsgebiet der  Gemeindedistrikte Ouan und Soufouroulaye im Zentrum Malis (südlich von Mopti) wurden 40t Hirse und 42t Reis sowie 2460 l Speiseöl gekauft. Die meisten Lebensmittel wurden in Soufouroulaye (15 km südlich von Mopti) zwischengelagert.
In jeder Gemeinde sind Verteilungskomites gebildet worden. Das Ziel dabei war, dass auf möglichst viele Menschen, die nicht in der Gemeinde sind, zugegangen wird, damit das Vertrauen in die Gemeinde wächst und die Liebe Jesu praktisch unseren Nächsten in Not gezeigt wird.
Abholbons für die Hilfe werden ausgearbeitet. Jeder Bedürftige soll vorher wissen, welche Menge ihm zu steht. Das ist etwas schwierig, bei der sehr großen Zahl von Hilfsbedürftigen. Flucht, Vertreibung und die Unsicherheit wegen Banden etc. hat das Problem verschärft. Damit wir eine möglichst große zahl von Dörfern erreichen, wird die Hungerhilfe nicht nach der vollen Tagesration von 2500 Kalorien pro Tag ausgeteilt. 
Insgesamt sollen zirka 1700 Menschen unmittelbar geholfen werden. Weiterführenden Projekte (Gartenbau, Saatgutverteilung etc.) sollen eine nachhaltige Hilfe gewährleisten.
Wir wollen mit Gottes Hilfe unser Bestes geben, damit den Menschen in dieser schwierigen Situation geholfen werden kann. 

In dem rot umrandeten Gebiet erhalten von der Hungersnot betroffene Familien Hilfe.


Quelle. Allianz-Mission    www.allianz-mission.de