Freitag, 15. Januar 2010

WANTED - still alive - wer macht mit ?

.... eine Aktion um die kritische Finanzsituation des Missionswerkes Neues Leben zu entschärfen ...

Aufgrund der kritischen wirtschaftlichen Situation des Missionswerkes Neues Leben hat der Vorstand des Werkes ein Sanierungskonzept auf den Weg gebracht. Es hat zum Ziel, ab dem Jahr 2012 nachhaltig positive Jahresergebnisse zu erzielen.
Notwendig sind Einsparungen in Höhe von ca. 450 T€. Neben der Reduzierung von Sachkosten kann ein solcher, für die Zukunftssicherung dringend notwendiger finanzieller Umfang nur durch Maßnahmen im Personalbereich erreicht werden. Deshalb wird das Gehalt der Dozenten sukzessive in den nächsten drei Jahren um bis zu 30 % reduziert.
Folge: Jeder Mitarbeiter ist selbst dafür verantwortlich, individuelle Maßnahmen zu ergreifen, um die Gehaltsreduzierung zu kompensieren – u.a. durch den weiteren Aufbau eines Spender- und Freundeskreises.

Ich bitte Euch, durch eine regelmäßige (Dauerauftrag) oder einmalige Spende auf das angegebene Konto des Missionswerkes Neues Leben meine Arbeit als theologischer Lehrer zu unterstützen.

Vergesst bei der Überweisung bitte nicht die Projektnummer 3006 anzugeben. Damit ist sichergestellt, dass die Zuwendung zweckgebunden für meine Planstelle verwendet wird.
Die Spendenbescheinigung wird am Anfang des Kalenderjahres zugestellt. Spenden können aufgrund unserer Anerkennung als gemeinnütziges Werk bis zu 20% des Einkommens steuerlich geltend gemacht werden.

Herzlichen Dank an alle Freunde des Werkes, die dieses Konzept durch ihre persönliche Unterstützung und ihre Gebete begleiten.

Alfred Meier

Mittwoch, 13. Januar 2010

Mali - ein Land für Perspektiven


Vom 28.12.2009 bis 13.01.2010 bereisten wir, ein Team von 22 jungen Leuten, das in der westafrikanischen Sahelzone gelegene Mali - darunter drei Studierende und ein Dozent des Neues Leben-Seminars. Matthias Schmidt und Tim Hallstein hatten die Reise in Kooperation mit der Allianz-Mission, Dietzhölztal und vorwiegend malischen Ansprechpartnern organisiert. Das war eine "interkulturelle Meisterleistung", bei der sehr viel Flexibilität und sprachliche Kompetenz angewandt werden musste. Das vorgesehene Programm musste hier und da geändert und die Sprachbarrieren von Deutsch, Französisch und Bambara überwunden werden.
Mali ist ein Land voller Schönheit, voller Gegensätze und Herausforderungen. Mali hat Einiges zu bieten: von einer lauten, staubigen, von Smog überzogenen Hauptstadt bis hin zu stillen, sternenübersäten Nächten mitten in der Savanne - und vor allem gastfreundliche und kontaktfreudige Menschen.
Mitten in der Nacht wurden wir vom Muezin und Alah-u-akbar-Rufen geweckt. Auf dem Land waren es eher die Esel, Hunde und Hühner, die uns lautstark den Einstieg in den Tag erleichterten.
Wir lernten malisches Leben kennen, trafen junge Leute in ihren Familien und wurden trotz der meist ärmlichen Lebensverhältnisse bereichert. Gastfreundschaft pur. Bei einem Fußballspiel auf staubigem Terrain trafen wir auf eine Jugendmannschaft aus dem Stadtviertel Sanfil in der Nähe der Gemeinde Quinzambougou.
Beim Austausch mit malischen Pastoren lernten wir deren Arbeit hautnah kennen.
Die Gestaltung von Gottesdiensten durch Liedbeiträge, Zeugnisse und Predigten forderte uns heraus, da wir meist spontan und ohne viel Vorbereitung in Aktion traten. Da einige Teilnehmer Französisch und Bambara sprachen, war die Kommunikation bei den Gottesdiensten kein Problem.
Besonders beeindruckend war der Rhythmus und der Tanz im Anschluß an den Silvestergottesdienst in der Gemeinde Quinzambougou, wo wir zusammen mit Jugendlichen der Gemeinde den Start ins neue Jahr 2010 feierten.
In der Hauptstadt Bamako haben wir die christliche Radiostation kennen gelernt und die theologische Ausbildungsstätte FATMES (Freie Hochschule für Theologie und Missiologie im Sahel) besucht. Hier studieren zur Zeit 25 Studenten in verschiedenen Programmen. Die Absolventen arbeiten als Bibelübersetzer, Bibelschullehrer und Multiplikatoren in ihren Gemeinden. Ein Studienzentrum befindet sich in der Bauphase und soll im Laufe des Jahres bezogen werden.
Wir besuchten Gefängnisse in Bamako und Mopti, lernten das Leben hinter Gittern kennen und redeten von der Freiheit, die das Leben mit Jesus Christus bietet. Dabei stießen wir auf eine unerwartete Offenheit seitens der Insassen.
Ein Teil des Teams besuchte eine private Klinik und erhielt hilfreiche Einblicke in das malische Gesundheitswesen.
In einer informationsreichen Runde gaben die Mitarbeiter des sozial-diakonischen Arbeitszweiges der Allianz-Mission Auskunft über die vielfältige Ausrichtung der von ihnen betreuten Projekte: Aufforstungsprogramme in der kargen Sahelzone, Gartenprojekte, Betreuung von AIDS-Kranken, Alphabetisierung und Sprachforschung, Krankenstationen und eine christliche Schule mit Kindergarten. Den Kindergarten in Sévaré haben wir künsterlisch gestaltet und verschönert.
Die Schönheit der Landschaft, sternenklare Nächte im Dogonland, erlebte Gemeinschaft in einem engen Bus, auf heißen, staubigen und buckeligen Straßen werden uns in Erinnerung bleiben - Mali live.
Eine Bootsreise auf dem Niger, dem größten Fluß Malis, ermöglichte uns einen Blick in die Welt der Fischer und das malische Hinterland. In dem nördlich von der Hafenstadt Mopti gelegenen Severy besichtigten wir eine Krankenstation und eine Dorfschule und statteten dem Bürgermeister einen Höflichkeitsbesuch ab.
Die Begegnung mit einem Pastor, der eine missionarische Arbeit in Dialobé im Nigerbinnendelta betreut, machte uns die enormen Herausforderungen deutlich, die die Arbeit unter der islamischen Bevölkerung darstellt. Die Überwindung sprachlicher und kultureller Barrieren, der Kampf um Akzeptanz seitens der Bevölkerung vor Ort,  und das Ringen um eine geeignete missionarische Arbeitsweise stehen an erster Stelle. Wir merkten: nicht nur weiße Missionare aus dem Westen, sondern auch malische Missionare tun sich schwer, sich an andersartige kulturelle Gegebenheiten innerhalb ihres Landes anzupassen. Mali ist eine Nation mit vielen kulturellen Gesichtern. 
Die Begegnungen mit Missionaren der Allianz-Mission forderte uns heraus, über die eigene Lebensperspektiven nachzudenken und an den freudigen aber auch schwierigen Erfahrungen des Missionarsalltags teilzuhaben.
Beeindruckend war der Ruf malischer Pastoren, Missionare zu senden. Das klingt aus malischem Munde anders, authentischer, als auf Kongressen, die in Europa durchgeführt werden, auch anders als die bunten Infos, die per Flyer ins Haus kommen.

Wir haben nachgedacht über die Herausforderungen des Islam in Mali, über ganzheitliche Mission und die Berufung in den missionarischen Dienst.
Ein sehr variantenreiches Programm, geprägt von praktischen Einsätzen, authentischen Einblicken in die Kultur, persönlichen Begegnungen, Reisen, Nachdenken und einer guten Gemeinschaft - das war der Jugendmissionseinsatz 2009-2010 in Mali.
Mali hat uns ins Nachdenken gebracht, Perspektiven eröffnet und uns herausgefordert, aus eingefahrenen Denkmustern auszusteigen und neu die Weite des Reiches Gottes zu entdecken.